Delventhal beim 2:1-Derbysieg der RSV-Reserve verletzt raus / „Kollektives Nichtstun zu Anfang“

Sztorc als Fels in der Brandung

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Rotenburgs Patrick Werna (vorne) rückte nach der Auswechslung von Tobias Delventhal in den Sturm, allerdings ohne große Durchschlagskraft auszustrahlen. Hier spitzelt ihm Visselhövedes Claas Bagfrede den Ball weg. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseAuf Seiten des VfL Visselhövede mochten sie ihren Ohren nicht trauen, als Stadionsprecher Henri Ohlmann gestern seine Schlussdurchsage tätigte. „Hat er gerade verdient gesagt?“, wollte Co-Trainer Joachim Keck wissen. Und der rotgesperrte Kai Jager meinte nur: „Bei Henri ist das immer ein bisschen anders.“ Als verdient empfand der Fußball-Bezirksliga-Aufsteiger die 1:2 (0:2)-Niederlage beim Rotenburger SV II nicht. Selbst eingebrockt war sie trotzdem. Die Konsequenz: Der Sturz ans Tabellenende.

Eine starke erste halbe Stunde reichte den Gastgebern vor 135 Zuschauern zum Dreier im Derby. „Wenn man sich so vorführen lässt und nicht von Beginn an hundertprozentig da ist, darf man sich auch nicht wundern, nicht als Gewinner vom Platz zu gehen“, stellte Visselhövedes Coach Peter Norden fest. „Dieses kollektive Nichtstun zu Anfang ist für mich unverständlich.“

Die RSV-Reserve nutzte diese Phase geschickt für sich, ließ den Ball ordentlich laufen und hatte in Aziz Arnavutoglu und Boris Lange zwei Sechser, die nicht nur zweikampfsicher abräumten, sondern auch viel für die Offensive taten. „Das konnte man gut angucken“, fand Coach Joachim Kroll. Die logische Konsequenz war das 1:0 für die Oberliga-Reserve, für das sich vor allem Andrej Edel feiern lassen durfte. Er hatte Philipp Jaeschke vernascht und perfekt auf den mitgelaufenen Tobias Delventhal quergelegt (17.). Nur vier Minuten später erlaubte sich Visselhövedes Defensive den nächsten Aussetzer, als Merwan Sabouneh nach einer Lange-Ecke nichts gegen Waldemar Ott ausrichten konnte. Der Routinier, alles andere als ein Kopfball-Ungeheuer, nickte am zweiten Pfosten zum 2:0 ein.

Für die Platzherren war diese frühe Führung auf idealem Geläuf ganz offensichtlich nicht sehr gut. Sie nahmen den Druck raus, spielten längst nicht mehr so klar und bauten kontinuierlich ab. „Wir haben unnötig das Spiel aus der Hand gegeben“, ärgerte sich Arnavutoglu. Zu allem Überfluss ging Delventhal ohne Fremdeinwirkung zu Boden und musste raus (39.). „Muskelfaserriss“, lautete seine Eigendiagnose. „Ich hatte schon mal einen, das war genauso.“ Der jüngste Neuzugang Adnan Abdulkadir war übrigens noch nicht spielberechtigt.

Mit der Einwechslung von Dennis Jänicke zur zweiten Halbzeit erfuhr auch die bis dato recht blasse Visselhöveder Offensive mehr Schwung. Das sollte sich in der 69. Minute auszahlen, als Marco Jorzick am kurzen Pfosten einen Freistoß von Mariusz Szymanski mit dem Kopf verwertete. Die dickste Chance zum Ausgleich vergab Thomas Heidler, der nur den Pfosten traf (85.). „In der Kreisliga sind die noch alle reingegangen“, stellte Norden resigniert fest.

Und der RSV? Der ging mit seinen wenigen Konterchancen fahrlässig um – insbesondere Patrick Werna fehlte die Durchschlagskraft und das Selbstbewusstsein, das Eins-gegen-eins-Duell mit Norman Hell zu wagen (78.). Auf die Defensive war dafür Verlass. Vor allem der 43-jährige Libero Dariusz Sztorc agierte ungemein sicher. „Er hat einiges weggeholt und war der Fels in der Brandung, weil er dahin geht, wo andere nicht hingehen – er geht zum Ball“, stellte Joachim Kroll fest.

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