Svenja Brunckhorst über das Wiedersehen mit den Hurricanes im Halbfinale

„Die sind unberechenbar“

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Svenja Brunckhorst (am Ball) gehört in Wasserburg zum Stammpersonal – 186 Punkte erzielte sie diese Saison.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Svenja Brunckhorst hat es geschafft. Die 23-jährige Aufbau- und Flügelspielerin, die aus Scheeßel stammt, ist beim besten deutschen Damen-Basketball-Team, dem TSV Wasserburg, schon seit Jahren eine zuverlässige Stammkraft. Vor dem Wiedersehen im Play-off-Halbfinale mit den Avides Hurricanes (erstes Spiel Samstag um 19 Uhr in Wasserburg) sprachen wir mit der 21-fachen Nationalspielerin.

Seit 24 Spielen ist Wasserburg ohne Niederlage – eine einmalige Bilanz. Haben die Hurricanes im Halbfinale also keine Chance?

Svenja Brunckhorst: Wir nehmen das schon hochernst. Es ist sicher auch unsere Stärke in dieser Saison, dass wir keinen Gegner unterschätzen. Da würden wir sonst auch richtig Ärger von unserem Trainer (Bastian Wernthaler, Anm. d. Red.) kriegen.

Aber warum ist Wasserburg diese Saison unschlagbar?

Brunckhorst: Ich glaube, weil unser Team so konzipiert ist, dass wir im Eurocup möglichst eine Runde weiterkommen wollten. International spielen halt ganz andere Teams – und da ist in der deutschen Liga der Unterschied zu den anderen Vereinen recht groß. Schade ist natürlich, dass wir in der Bundesliga so dominant sind, aber es international trotzdem nicht in die nächste Runde geschafft haben.

Woran lag das?

Brunckhorst: Wir hatten relativ gute Chancen, es ging ja zum Schluss auch in den Dreiervergleich. Das Problem ist aber manchmal der große Bruch, die Level sind sehr unterschiedlich. Da gibt es am Wochenende nicht wirklich viele knappe Spiele, in denen wir auf hohem Niveau gefordert sind. Außerdem ist es so, dass das, was am Wochenende noch gepfiffen wurde, in der Woche in Eurocup nicht mehr gepfiffen wird. Das ist eine ganz andere Linie, da wird viel aggressiver verteidigt, aber nicht so viel geahndet.

Wäre ein Aus im Play-off-Halbfinale der Meisterschaft eigentlich ein Super-GAU für Wasserburg?

Brunckhorst: Naja, unser Hauptziel ist ganz klar das Finale, die Meisterschaft.

Aber Sie wissen schon, dass die Hurricanes in der Vergangenheit drei Mal gegen Wasserburg gewinnen konnten und damit als einziges deutsches Team eine ausgeglichene Bilanz gegen Ihren Verein aufweisen?

Brunckhorst: Ja, wir haben eine kleine Schwäche in den letzten Jahren gegen Rotenburg gehabt. Ein Jahr war ich in Freiburg, an die eine Niederlage in Scheeßel kann ich mich aber noch sehr gut erinnern.

Wie sehr sind Sie eigentlich vom Einzug der Hurricanes ins Halbfinale überrascht?

Brunckhorst: Ich hatte auf jeden Fall damit gerechnet, dass sie zu Hause gewinnen werden. Und so ganz überrascht hat es mich nicht, zumal sie Nördlingens Melissa Jeltema gut rausgenommen haben. Ich freue mich darüber – da bin ich aber wohl die einzige bei uns. Das hat nichts mit Sympathien zu tun, sondern damit, dass wir in Nördlingen ruckzuck gewesen wären.

Haben Sie das dritte Spiel der Hurricanes in Nördlingen gesehen?

Brunckhorst: Nein, unser Trainer hatte das Training um 17 Uhr angesetzt. Im Nachhinein hat er sich, glaube ich, auch geärgert. Von daher gab es während des Trainings kontinuierlich die Zwischenstände. Aber wir machen ja vor jedem Spiel noch die Videoanalyse.

Reicht es, Kierra Mallard und Pia Mankertz auszuschalten?

Brunckhorst: Das sind schon die Schlüsselspielerinnen. Aber gegen Nördlingen hat man gesehen, dass Janae Young und Katarina Flasarova auch ein Spiel entscheiden können. Rotenburg ist ein Team, bei dem man nicht weiß, wer den nächsten Dreier schießt – die sind unberechenbar, weil sie mehrere gute Rollenspieler haben.

Haben Sie eigentlich schon in Wasserburg verlängert?

Brunckhorst: Die Gespräche laufen, aber es ist noch nichts fest.

Und wie finden Sie die Änderung der Deutschenregelung zur neuen Saison?

Brunckhorst: Teils, teils. Ich persönlich mache mir keine Sorgen und finde es gut, dass man sich als Deutsche durchsetzen muss. Ich will mir meinen Platz erarbeiten und ihn nicht durch eine Regelung bekommen.

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