Saisonende für die Damen, weitere Teams setzen aus

Corona trifft Hurricanes: Sudden Death im Basketball

Die Basketball-Welt steht still. Der Spielbetrieb im Landesverband ist ausgesetzt. Die Saison der DBBL – und damit auch die, der Avides Hurricanes, ist sogar vorzeitig komplett zu Ende. Foto: Freese
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Die Basketball-Welt steht still. Der Spielbetrieb im Landesverband ist ausgesetzt. Die Saison der DBBL – und damit auch die, der Avides Hurricanes, ist sogar vorzeitig komplett zu Ende.

Rotenburg - Von Lea Oetjen. Es ist besiegelte Sache: Die Saison der Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes ist vorzeitig beendet. Auch die Play-offs fallen ersatzlos aus. Das hat die Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) gestern am späten Nachmittag entschieden. Der Grund: das Coronavirus. Alles Weitere ist bislang unklar. Der Ligabetrieb der restlichen Teams der BG ‘89 Hurricanes setzt vorübergehend aus. Zudem fallen alle Trainingseinheiten des Vereins aus.

„Es ist die logische Konsequenz der aktuellen Entwicklungen“, begründet Claus-Arwed Lauprecht, Geschäftsführer der DBBL, die Entscheidung auf Nachfrage. „Es ist kein Ende in Sicht. Wir wollen die Fans und die Mannschaften nicht in der Warteschleife lassen“, erklärt er, weshalb der Spielbetrieb beendet und nicht nur ausgesetzt wurde. Lauprecht meint, es sei die „mit Abstand beste Entscheidung“ gewesen. Weitere Infos – zum Beispiel über Auf- und Absteiger – sollen in der kommenden Woche folgen.

Entscheidung hat sich angekündigt

„Das betrifft uns ja zum Glück nicht“, kommentiert Pia Mankertz, Kapitänin der Hurricanes. „Es wäre zwar mal etwas Neues gewesen, als Dritter in die Play-offs zu gehen, aber ich kann die DBBL verstehen“, meint die 29-Jährige. Sie habe mit solch einer Entscheidung schon gerechnet – genauso wie ihr Trainer.

Es gibt andere Dinge, die im Moment wichtiger sind als Sport. Natürlich hätten wir gerne gespielt, aber derzeit muss man einfach das Globale betrachten. "Coach Christian Greve"

Christian Greve hatte bereits gestern Mittag bei der DBBL eine Entscheidung gefordert. Die Hurricanes brauchten Planungssicherheit. Schließlich wären sie an diesem Wochenende gleich doppelt gefordert gewesen – heute bei Alba Berlin und am Sonntag gegen die TG Neuss Tigers in Scheeßel. „Es gibt andere Dinge, die im Moment wichtiger sind als Sport“, stellt der Coach klar und ergänzt: „Natürlich hätten wir gerne gespielt, aber das ist egal. Derzeit muss man einfach das Globale betrachten.“ Vielleicht sei es auch einfach „höhere Gewalt“.

Wie es weitergeht, werden die Verantwortlichen erst nach dem Wochenende entscheiden – „vor allem was unsere beiden Profi-Spielerinnen angeht“, sagt Greve mit Blick auf Kama Griffitts und Becky Nash. Letztere könnte von der Corona-Krise sogar nachhaltig betroffen sein. Schließlich wollte die Centerin im Sommer für die australischen Geelong Supercats im Bundesstaat Victoria auflaufen. „Aber wer weiß, ob die Australier bis dahin nicht Einreiseverbote oder so verhängen – wie die Amerikaner“, mutmaßt der Übungsleiter.

Was die Zukunft bringt, ist ohnehin völlig ungewiss. Zumindest Danny Traupe, Geschäftsführer des Niedersächsischen Basketballverbands (NBV), stellt auf Nachfrage in Aussicht, dass um Ostern herum, die Situation neu bewertet wird. So oder so: „Es ist gut, dass es jetzt endlich Klarheit gibt“, so Traupe.

Stündliche Absprachen in den Verbänden

Im NBV hätten sich die Verantwortlichen in den vergangenen Tagen nahezu stündlich ausgetauscht – intern sowie mit anderen Landesverbänden. „Wir mussten uns fragen, in welcher Verantwortung wir stehen. Und die Antwort lautet: in einer sehr großen“, erläutert der Geschäftsführer und fügt an: „Die Entscheidung, so wie sie jetzt getroffen wurde, ist sinnvoll, besonnen und klug.“

Ähnlich denkt auch Utz Bührmann. Das Vorstandsmitglied der BG ‘89 Hurricanes gesteht: „Ich persönlich habe das Gefühl gehabt, dass die Reaktionen übertrieben sind.“ Der Schatzmeister habe sich allerdings vom Gegenteil überzeugen lassen. „Es ist nur konsequent, so zu handeln – im Sinne der Gesundheit“, betont Bührmann, der vor allem die Einheitlichkeit zwischen den Landesverbänden lobt. Er ist sich sicher: „Das wird auch in den ganzen anderen Sportarten noch kommen.“

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Ein Kommentar von Lea Oetjen

Die Basketball- und Handball-Verbände haben in Sachen Corona absolut richtig reagiert. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis eine solche Entscheidung hätte getroffen werden müssen. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Dieser Tage steht nun einmal die Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund – von Fans, Schiedsrichtern, Funktionären und Spielern. Solange auch nur die kleinste Gefahr – gerade für ältere Zuschauer mit Vorerkrankungen – besteht, ist eine Absage das einzig Richtige. Da rückt die Gier nach Siegen und der Kampf nach Punkten völlig zu Recht in den Hintergrund. Die Eishockeyspieler, Basketballer und Handballer haben das zum Glück erkannt – nun stehen die Fußballer in der Pflicht, zu reagieren.

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