Oberliga: Welche Spieler kommen infrage?

RSV sucht Ersatz für Czimmeck

Abschied vom RSV: Sebastian Czimmeck – am Ball bei seinem letzten Auftritt im Testspiel gegen den FC Oberneuland – war aus Verletzungsgründen kaum zum Einsatz gekommen. Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Es klingt wie eine Warnung: „Bei uns werden sich einige umgucken“, prophezeit Björn Mickelat im Hinblick auf die Fußball-Oberliga. In der wird sein Rotenburger SV nächste Saison starten – wenn Ende des Monats der Saisonabbruch auf dem außerordentlichen Verbandstag besiegelt wird. „Wir werden zwangsläufig öfter welche auf den Sack kriegen. Da mussten wir früher auch alle durch“, erinnert sich der 39-jährige Routinier an seine Anfänge und ergänzt: „Das ist für jeden Spieler eine mega Lernphase.“ Stellt sich nur die Frage: Mit welchem Kader geht der Landesliga-Erste in das Oberliga-Abenteuer? Auf welchen Positionen muss nachgebessert werden? Bisher gibt es jedenfalls keine Verstärkungen.

Nun sind sie nicht zu Gast beim Wunschkonzert – aber Coach Tim Ebersbach hat zumindest klare Vorstellungen, wie er seinen Kader tauglich für die fünfte Liga machen will: „Ich hätte gerne einen Außenverteidiger, einen zentralen Mittelfeldspieler mit defensiver Ausrichtung und Erfahrung sowie einen für die Offensive, der vielleicht höherklassig gespielt hat“, verrät er. „Und drumherum den einen oder anderen jungen, ambitionierten Spieler, unabhängig von der Position.“

Vor allem außen in der Kette ist der Bedarf groß, denn dort steht bereits der erste personelle Verlust fest: Sebastian Czimmeck, der schon seit längerer Zeit in Hamburg wohnt, verlässt den RSV aus beruflichen Gründen. In der abgebrochenen Saison hatte der 20-Jährige aus Verletzungsgründen nur drei Halbzeiten auf dem Feld gestanden. Den großen Aufwand habe er bisher sehr gerne auf sich genommen, „da mir das gesamte Team in den Jahren sehr wichtig geworden ist und ich deswegen sehr viel Spaß in Rotenburg hatte“, sagt er. Mit seinem Studium war das zeitlich zu vereinbaren, doch das beendet der angehende Polizist demnächst. „Ich steige in das Arbeitsleben ein. Dort werde ich so eingebunden sein, dass ich einen Fahrtweg von der Länge nicht mehr schaffe.“ Bisher hat Czimmeck noch keinen neuen Verein in Hamburg: „Ich muss mir selbst noch überlegen, auf welchem Niveau ich spielen und welchen Zeitaufwand ich noch für den Fußball investieren möchte.“

Spielerberater fragen bereits an

Dass weitere Abgänge hinzukommen, mag Ebersbach nicht ausschließen. Es ist wahrscheinlich, dass nicht jeder das Pensum gehen will oder kann. „Du musst schon mehr machen als in der Landesliga“, mahnt auch Mickelat. Aber ohnehin soll der Kader um zwei, drei Spieler größer werden. Und der Coach hat festgestellt: „Die Oberliga scheint doch attraktiv zu sein. Wahnsinn, wer sich so alles meldet. Ich bekomme jeden Tag zwei, drei Nachrichten von Spielerberatern oder Spielern. Da ist viel Quatsch dabei, darunter sind aber auch ein paar interessante Namen.“

Talente aus der Region mit dem nötigen Potenzial für die Oberliga gibt es ebenfalls genügend. Etwa Felix Poschmann (in der Jugend bei Werder Bremen und dem JFV A/O/Heeslingen), der bis zum Abbruch in seinem ersten Herrenjahr zehn Treffer für Bezirksligist Jahn Schneverdingen erzielt hat. Oder der

Kandidaten mit RSV-Vergangenheit

Helvesieker Jona Prigge (U 19 JFV A/O/Heeslingen). Manchmal sind sie auch etwas versteckter in tieferen Spielklassen zu finden – bestes Beispiel: der ebenfalls in Heeslingen ausgebildete Julian Heins (21) vom Veeser FC (1. Kreisklasse). Oder aber Lennart Schröder (19) vom Bezirksligisten MTV Riede.

Einige potenzielle Kandidaten haben sogar eine Rotenburger Vergangenheit – wie Moritz Dodenhoff, Peter Bolm (beide U 19 JFV A/O/Heeslingen) oder der schon beim VfB Oldenburg in der Regionalliga erprobte und zuletzt beim Bremer SV (Bremenliga) spielende Verteidiger Björn Hakansson (22).

Drewes benötigt mehr Pausen

Allerdings gibt es mit dem in die Regionalliga strebenden Heeslinger SC beim Werben um die Talente einen potenten Konkurrenten vor der eigenen Haustür. „Mit Heeslingen brauchen wir uns nicht zu vergleichen“, weiß Ebersbach, der aber darauf hofft, dass sich manch junger Spieler in Rotenburg mehr Spielanteile als woanders verspricht.

Wichtig wird es ebenfalls sein, erfahrene Akteure wie Mickelat („Ich kann der Mannschaft helfen – in der Oberliga vielleicht mehr als in der Landesliga“), Stefan Denker oder Tobias Kirschke zu halten. Und einen Jannis Niestädt, der in der Oberliga ein Schlüsselspieler wäre. Zumal Abwehr-Lautsprecher Christoph Drewes, gleichzeitig auch Co-Trainer, „definitiv mehr Pausen brauchen wird“, wie Ebersbach glaubt.

Und noch eine Frage stellt sich: Wie schnell kommt Keeper Henner Lohmann nach seiner langen Auszeit seit Mitte November (Knochenmarksödemsyndrom im linken Fuß) wieder in Tritt? Er soll demnächst das Okay seines Arztes erhalten, um ins Torwarttraining einsteigen zu können. Parallel dazu gibt es Überlegungen, einen dritten, jungen Torwart dazuzuholen.  

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