Stemmer mit „Notbremse“ gegen Visselhövedes Peter / Bounoua: „Da muss er nicht pfeifen“

Beckmann nach Platzverweis ratlos

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Morad Bounoua (Mitte) versucht, Stemmens Hannes Bellmann den Ball abzunehmen. Der Visselhöveder feierte nach seiner Oberschenkelverletzung sein Debüt für die Heidestädter. Hinten beobachtet Martin Illinger die Szene.

Visselhövede - Von Mareike Ludwig. In der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte Schiedsrichter Brian Backhaus (TuS Neetze) mit seinem Pfiff für kollektives Entsetzen. Nach einem eigentlich harmlosen Zweikampf zwischen Nils-Ole Beckmann, Abwehrchef des Fußball-Bezirksligisten TV Stemmen, und Patrick Peter, Spielmacher beim VfL Visselhövede, zückte der Unparteiische die Rote Karte und schickte Beckmann wegen einer angeblichen Notbremse vom Platz. Nicht nur die Gäste verstanden die Welt nicht mehr, auch die Heidestädter zeigten sich nach dieser mehr als strittigen Entscheidung sichtlich überrascht. Der Platzverweis hatte jedoch keine direkten Auswirkungen mehr, sodass es beim 1:1 (0:1) blieb.

„Es war ein Kontakt zu sehen, und der reicht aus, um Rot zu zeigen. Das ist eine Notbremse“, erklärt Backhaus. Mit dieser Meinung dürfte er alleine dastehen, schließlich räumte auch Jamal Bounoua nach der Partie ehrlich ein: „Da muss er nicht pfeifen. Beide Spieler gehen normal zum Ball“, meinte Visselhövedes Trainer, der sich anschließend im Stile eines fairen Sportsmanns auf den Weg zum Referee machte, um ihm seine Sicht zu schildern.

Beckmann und Peter zeigten sich hinterher versöhnlich und reichten sich die Hand. „Wir sind beide am Ball und fallen um. Er muss nicht zwangsläufig Rot zeigen, aber ich gebe nicht die Karten“, erklärte der Visselhöveder. Um sich erstmal abzuregen, suchte der sichtlich gefrustete Beckmann einen Baum zum Anlehnen und konnte über die Entscheidung nur lachen: „Was soll ich dazu noch sagen? Es war definitiv keine Notbremse!“

Kein Wunder, dass sich die Stemmer nicht mehr wirklich für die vorherigen 90 Minuten interessierten. Vielmehr richtete sich der Blick schon auf die kommende Partie gegen die TuSG Ritterhude, in der die Gelb-Schwarzen ohne ihr gesperrtes Innenverteidiger-Duo Stefan Ehrke und Beckmann auskommen müssen. „Das ist richtig bitter. Uns fehlen nun die wichtigsten Leute“, schimpfte Stemmens Trainer Jaime Wink.

Backhaus stand aber nicht nur beim Platzverweis im Mittelpunkt. Auch zuvor waren strittige Entscheidungen dabei gewesen. So hatten die „Visseler“ Pech, dass das Tor von Merwan Sabouneh wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde (16.). Aber auch Stemmen wurde ein Treffer von Hannes Bellmann aus dem gleichen Grund abgepfiffen (60.). Doch beide Mannschaften hatten zuvor schon Grund zum Jubeln: Während Bellmann nach einem Patzer von Keeper Michel Brückner Stemmen früh in Führung gebracht hatte (10.), sorgte Sabouneh für den Ausgleich (60.). „Mit dem Punkt können wir leben. Wir hätten aber konsequenter spielen müssen“, meinte Bounoua.

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