Spieler und Trainer verzichten / „Wie kommen die Sponsoren aus der Krise?“

RSV stellt die Zahlungen ein

Beim Rotenburger SV ruhen derzeit nicht nur die Aktivitäten, sondern auch die Zahlungen an Spieler und Teamverantwortliche. Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Im Profifußball dauerte es einige Zeit, ehe sich die Spieler aller Vereine zu einem Gehaltsverzicht für drei Monate von bis zu 20 Prozent entschieden hatten. Doch auch in unteren Klassen geht es ums Geld – wie etwa beim Rotenburger SV. Der Landesliga-Spitzenreiter hat sämtliche Zahlungen an seine Spieler und Trainer bereits seit Mitte März eingestellt. Heißt: Aufwandsentschädigungen ebenso wie Fahrtkosten. Und da keine Spiele mehr stattfinden, fallen auch die Prämien weg.

„Wir haben gesagt, dass wir zurzeit keine Aufwandsentschädigungen zahlen können, weil wir ja auch keine Einnahmen haben. Sobald es mit Perspektive wieder losgeht, läuft das auch wieder. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist Stillstand. Alles ist auf Kostenminimierung aus. Sonst würden wir als Vereine kaputtgehen“, bestätigt der Sportliche Leiter Torsten Krieg-Hasch. „Das haben die Spieler und Mannschaftsverantwortlichen eingesehen, da gab es kein Rumoren, da waren alle sehr verständnisvoll.“ Auch Trainer Tim Ebersbach übt sich in Verzicht und meint: „Es hat sich keiner darüber beschwert. Ich denke, das war jedem Spieler klar. Es ist ja eine Aufwandsentschädigung – und der Aufwand ist momentan nicht mehr da.“

Um welche Summen es sich handelt, die der RSV da momentan einspart, will der Verein nicht genau sagen. Bei einem Kader von rund 20 Spielern plus dreiköpfigen Trainerstab dürfte es sich aber inzwischen um eine mittlere vierstellige Summe handeln. Sollte, wie es aussieht, bis zum Sommer nicht wieder gespielt werden, könnte die sich auch in den unteren fünfstelligen Bereich bewegen. Demgegenüber stehen allerdings auch die ausbleibenden Zuschauer- und Cateringeinnahmen, die pro Spiel grob geschätzt bei rund 1 000 Euro liegen dürften. Fünf Heimspiele hätte der RSV noch zu bestreiten (gehabt) – darunter die beiden Spitzenspiele gegen Treubund Lüneburg und den TuS Harsefeld sowie das Derby gegen den FC Verden 04. Auch Staffelleiter Jürgen Stebani weiß: „Wenn etwa der Rotenburger SV ohne Zuschauer spielen muss, ist das viel gravierendender in Relation zu den Profivereinen.“ Das geht anderen Vereinen ähnlich. Oberliga-Spitzenreiter Eintracht Hildesheim hat mehr als 1 000 Zuschauer im Schnitt, berichtet auf der eigenen Homepage ganz offen von den Einbußen und bittet seine Fans um finanzielle Unterstützung, um die Verluste aufzufangen.

Beim RSV wurden neben den Zahlungen übrigens auch die Personalplanungen für die neue Saison eingefroren. „Wir wollen doch transparent und seriös in die Gespräche mit den Spielern gehen“, sagt Coach Ebersbach – doch genau das sei momentan nicht möglich.

Auch das hängt mit der wirtschaftlichen Situation zusammen. „Wir haben die große Befürchtung: Wie kommen unsere Sponsoren aus der Krise? Sind sie weiter bereit, uns zu unterstützen?“, betont Krieg-Hasch. Und der zweite Vorsitzende Thorsten Nitz ergänzt: „Wir bringen da vollstes Verständnis gegenüber unseren Sponsoren auf. Natürlich ist das ein Riesenthema. Wir wollen da demnächst proaktiv werden, um auch Planungssicherheit zu haben.“

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