Müllers Ausgleich folgt der Rückschlag – 2:3 / Voigt mit zwei Geniestreichen

RSV steckt mitten im Formtief

Schwer zu bändigen: Yannick Chwolka (r.) im Duell mit Stades Pascal Voigt. FotoS: FREESE

Rotenburg - Von Matthias Freese. Dem Rasen erging es wie den Fußballern des Rotenburger SV – beide hatten zu leiden. Über die herausgegrätschten Grasstücke machte sich der anwesende Platzwart des Ahe-Stadions bereits während des Spiels seine Gedanken. Was das lädierte Selbstvertrauen des Landesligisten angeht, da ist Trainer Tim Ebersbach gefordert. Nach der 2:3 (1:2)-Heimschlappe gegen den VfL Güldenstern Stade, der fünften sieglosen Partie am Stück, ist das Formtief beim Tabellendritten jedenfalls nicht von der Hand zu weisen.

Krise? Ebersbach umschiffte die Frage geschickt. „Wenn man sieht, dass man gegen Teutonia Uelzen und gegen Stade nicht punktet ...“, setzte er zunächst an, machte dann ein verbales Dribbling und stellte fest: „In der Liga kriegst du nichts geschenkt.“ Offensichtlich ist: Eine Woche vor dem Derby beim FC Verden 04 ist dem RSV die Souveränität der ersten Wochen abhanden gekommen. Und plötzlich hakt es da, wo vergangene Saison noch der Grundstein für Siege gelegt wurde – hinten! „Da waren wir schon sehr statisch und haben viel gestanden, statt mutig zu verteidigen“, räumte der Trainer ein. Zudem sprach er von „krassen individuellen Abwehrfehlern“ bei den Gegentoren.

Dabei war Ebersbach zur Viererkette zurückgekehrt, mit Karol Karpus und Christoph Drewes im Zentrum sowie Jannik Niepel und Yannick Chwolka auf den Außenpositionen. Dafür agierte der sonstige Innenverteidiger Yannik Funck als Sechser. Ins Sturmzentrum schickte der Coach wiederum Stefan Denker. Er strahlte zwar stets Gefahr aus, jedoch hing er zu oft in der Luft. Ins Team rotierte zudem Flügelspieler Lukas Heller, der auch manch gute Aktion hatte.

Für die genialen Momente im Spiel sorgte allerdings Stades Kapitän Pascal Voigt. Vor allem mit seinem mit links vollzogenen Seitfallzieher unter die Latte schockte er den RSV frühzeitig (5.). Yannick Chwolka stand zu weit weg, Niepel hatte zuvor die Flanke von Rabie Mselmi nicht unterbunden. Stade spielte die Führung in die Karten. „Die haben sich zu neunt hinten reingestellt und hatten vorne zwei überragende Leute mit Voigt und Mselmi. Das hatte mit Fußball wenig zu tun, das haben sie aber clever gemacht“, meinte Ebersbach.

Ähnlich eklatant war der Fehler vor dem 2:0, das Voigt ausgebufft per Heber über Henner Lohmann erzielte (38.). Rotenburgs Schlussmann, weit vor seinem Tor, sah nicht gerade gut aus, doch hatte er wohl kaum damit gerechnet, dass Karpus trotz Standortvorteils das Duell gegen Voigt verliert. „Was willst du Henner da vorwerfen? Der Fehler passiert vorher“, urteilte Ebersbach.

Mit einem Kopfball nach Heller-Ecke brachte Karpus sein Team kurz vor der Pause zurück in die Partie – 1:2 (44.), auch danach investierte der RSV mehr, spielte sich aber zu wenig klare Chancen gegen Stades Fünferkette heraus. Erst dem eingewechselten Michel Müller gelang nach Zuspiel von Lucas Chwolka der Ausgleich (84.). „Bitter, dass wir das nicht runterspielen“, ärgerte sich der Torschütze über den Ausgang der Partie. Wieder waren es dicke Fehler, die zum 3:2 durch Mselmi führten (89.) – angefangen mit einem Fehlpass von Tobias Kirschke. Tim Engelken durfte anschließend ungestört flanken, und während Funck nicht mit dem Kopf herankam, entschied der Stader Flügelspieler das Luftduell gegen Karpus für sich. „Es kann doch nicht sein, dass der mit seinen 1,70 Meter den Kopfball gegen zwei unserer Spieler gewinnt“, wunderte sich Ebersbach. Müller gab hingegen die neue Devise heraus: „Dann müssen wir wieder zurück zu den alten Tugenden, wenn wir seit fünf Spielen nicht gewonnen haben.“

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