Stadtrat stimmt Übertragung des Umkleidegebäudes zu

RSV bekommt 72000-Euro-Zuschuss

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Das Umkleidegebäude geht in den Besitz der Stadt über – wenn die Auflagen erfüllt werden.

Rotenburg - Von Michael Krüger und Matthias Freese. Möglicherweise ist die Diskussion noch nicht beendet, aber es ist eine Entscheidung getroffen worden: Der Rotenburger Stadtrat hat der vorzeitigen Übertragung des Eigentums an dem Umkleidegebäude auf dem Sportgelände in der Ahe auf die Stadt zugestimmt.

Verbunden ist dies mit der Zahlung von 72000 Euro an den weiterhin hoch verschuldeten Rotenburger RV – als nachträglicher Zuschuss für die vor zehn Jahren erbrachten Eigenleistungen beim Bau des Gebäudes.

In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend wurden die verschiedenen Positionen noch einmal ausführlich ausgetauscht. Insbesondere Grünen-Ratsherr Manfred Radtke erneuerte seine Bedenken. „Wie kommen die Bürger der Stadt dazu, die Schulden eines Vereins zu zahlen, die er selbst verschuldet hat?“ Über sieben Jahre lang sei an den Vereinbarungen und Abrechnungen nichts zu beanstanden gewesen. Radtke: „Jetzt braucht der Verein Geld, und es kommt die glorreiche Idee auf, nachträglich Eigenleistungen zu vergüten.“ Unabhängig von der moralischen Frage sieht Radtke auch rechtliche Bedenken. Denn mit dem nunmehr neu zu berechnenden Zuschuss der Stadt stünden Fördergelder auf der Kippe.

Davon wollte die Ratsmehrheit allerdings wenig wissen. Neben drei Ratsherren der Grünen stimmte nur noch Ingo Lesch von den Freien Wählern gegen den Vorschlag der Verwaltung um Bürgermeister Andreas Weber (SPD).

Der Sportausschuss-Vorsitzende Heinz-Günter Bargfrede (CDU) dankte auch im Namen der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS) für das Vorgehen. Denn selbst mit dem nun nachträglich gewährten Zuschuss von 72000 Euro sei der Bau des Umkleidegebäudes durch den RSV für die Stadt ein „Steuersparmodell“ gewesen. Vermutlich gehe es um einen „sechsstelligen Betrag“, um den es teurer geworden wäre, hätte Rotenburg damals selbst gebaut.

Die nachträgliche städtische Zahlung setzt aber Bedingungen voraus: Die Prüfung des Landessportbundes muss ergeben, dass nichts von dessen damaligem 25000-Euro-Zuschuss zurückgezahlt werden muss, es dürfen keine Steuern anfallen und die 72000 Euro dürfen ausschließlich der Schuldentilgung dienen. Vom Finanzamt hat der RSV noch keine konkrete Auskunft erhalten, der Landessportbund prüft zudem durch seine Revision. Thorsten Nitz, der zweite Vorsitzende des Rotenburger SV: „Ich hoffe aber mal, dass das jetzt der kleinere Schritt ist und wir es auch noch hinbekommen. Wir freuen uns jedenfalls richtig über den Zuschuss, der uns die Möglichkeit gibt, einen Großteil unserer Verbindlichkeiten abzubauen.“

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