Für Perspektivkader und Damenauswahl im Einsatz

Stach-Schwestern treffen sich in Marburg im Nationaltrikot

Zwei Schwestern, zwei Nationaltrikots: Lotta (l.) und Emma Stach sind beide für Deutschland im Einsatz. - Foto: privat
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Zwei Schwestern, zwei Nationaltrikots: Lotta (l.) und Emma Stach sind beide für Deutschland im Einsatz.

Rotenburg/Scheeßel - Das spielfreie Wochenende verbrachte Emma Stach, ehemalige Spitzenkraft der Avides Hurricanes und aktuelle A-Nationalspielerin des amtierenden Meisters Rutronik Stars Keltern, in der Heimat – und natürlich beim Basketball. In der ersten Reihe der Pestalozzihalle wohnte sie dem Zweitligaspiel ihrer jüngeren Schwester Lotta Stach bei, die mit den Hurricanes gegen Alba Berlin locker gewann. „Natürlich verfolge ich Lottas Weg und merke, dass sie sich im Damenteam unglaublich wohl fühlt“, betont sie. Bereits am Samstag kreuzen sich ihre Wege schon wieder: In Marburg laufen sie kurioserweise nacheinander im Nationaltrikot auf.

Seit Montag nimmt die 16-jährige Lotta Stach an einem Sonderlehrgang des jahrgangsübergreifenden Perspektivkaders teil. Im Rahmen dieser Maßnahme stehen auch zwei Trainingsspiele gegen das Team Tschechiens an. Die Auswahlspielerinnen der Jahrgänge 2001 bis 2003 werden durch eine individuelle Förderung mit diesem gemeinsamen Lehrgang auf kommende Aufgaben in den Jugendnationalmannschaften vorbereitet. Das Hurricanes-Talent, das schon mehr als 20 Jugendländerspiele absolviert hat, wurde aufgrund ihres überzeugenden Auftritts bei der U 16-EM für den Perspektivkader von Bundestrainer Stefan Mienack nominiert und kommt erstmals mit Spielerinnen des aktuellen U 18-Europameisters zusammen.

„Es wird sicherlich viel Spaß machen, mit diesem erweiterten Kader zu trainieren. Die Intensität ist dabei immer sehr hoch. Und inzwischen kennt man ja auch die meisten der älteren Spielerinnen“, erklärte Lotta Stach vor ihrer Abreise nach Rotenburg an der Fulda, wo am Freitag auch der erste Vergleich mit Tschechien ansteht, ehe es am Samstag in Marburg zum zweiten Trainingsspiel kommt. „Schon vor einiger Zeit hatte mich Stefan Mienack darüber informiert, dass er mich gerne als Perspektivspielerin des jüngeren Jahrgangs dabei hätte. Ich habe mich riesig gefreut. Irgendwie ist es vielleicht auch eine Belohnung für die U 16-EM, die ja recht positiv verlaufen war“, so Lotta Stach.

Spiele nur wenige Stunden auseinander

Am gleichen Tag, wenige Stunden später, bestreitet in Marburg die 22-jährige Emma Stach mit der Damennationalmannschaft unter dem neuen Bundestrainer Patrick Unger das EM-Qualifikationsspiel gegen den Favoriten Belgien. Am 21. November geht es außerdem in Wolfenbüttel gegen die Schweiz. Deutschland kann sich allerdings kaum noch das Ticket für die Titelkämpfe sichern, das Team befindet sich im Umbruch. „In den kommenden Jahren haben wir sicherlich eine realistische Chance, uns endlich einmal für eine EM zu qualifizieren. Wir haben dann einige wirklich gute und junge Spielerinnen mit internationaler Erfahrung in der Mannschaft. Leider ist es häufig, wie ich selbst in den vier Jahren in den USA erfahren habe, ein Problem, wenn man am College spielt, da es dann schwierig mit der Freigabe für die Länderspiele werden kann“, sagt Emma Stach. Trotzdem hat sie bereits mehr als 50 Jugendländerspiele und sechs A-Länderspiele absolviert und gilt als eine der großen Zukunftshoffnungen im Nationalteam. 

Auch beim Deutschen Meister Rutronik Stars Keltern hat sie sich inzwischen in der Starting Five etabliert. Allerdings läuft es für den Tabellenfünften aus der Nähe Pforzheims in der Bundesliga noch nicht so gut. „Man merkt, dass wir uns als Mannschaft erst finden müssen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir spätestens in der Rückrunde den Basketball spielen werden, den wir uns alle vorstellen.“ Der Europacup gegen starke Teams aus Ungarn und vor allem Frankreich ist dann noch einmal eine ganz andere Herausforderung. „Unglaublich, mit welchem Kader vor allem Montpellier und Lyon antreten. Da bekommt man wirklich Grenzen aufgezeigt. Dennoch hatten wir zuletzt gegen Lyon sogar Chancen zu gewinnen. In Ungarn haben wir aber Nervenstärke bewiesen und unseren ersten Sieg geholt“, berichtet die einstige Hurricanes-Stammkraft, die immer noch die jüngste Erstliga-Spielerin aller Zeiten ist. Mit 14 Jahren debütierte sie, mit 13 stand sie bereits im Unterhaus auf dem Feld.

„Lotta und Emma sind sich schon ähnlich“

Ihre Schwester ist ebenfalls ein „Frühstarter“ und feierte mit 15 Jahren in Liga zwei ihre Premiere. „Lotta und Emma sind sich schon ähnlich. Beides sind ehrgeizige Spielerinnen mit viel Energie, die sich immer verbessern wollen und nie aufgeben“, erklärt Hurricanes-Coach Christian Greve, der auch mit der Älteren bereits zusammengearbeitet hat.

Bisher haben die Stach-Schwestern aber nie zusammen in einem Team gespielt. Nun werden sie wenigstens am gleichen Tag in der gleichen Halle jeweils im Nationaltrikot auflaufen. Nacheinander. „Wir werden uns nach unserem Spiel mit dem gesamten Team noch Emmas Länderspiel anschauen. Mal sehen, was die Große drauf hat“, meint Lotta Stach lachend. „Bei uns steht natürlich die Vorbereitung auf das Spiel im Vordergrund“, ergänzt Emma Stach. „Aber vielleicht kriege ich ja kurz etwas mit in der Halle. Außerdem weiß ich noch aus meiner Zeit mit Christian Greve, dass er auf die Jugend setzt. Und das kann für eine so junge Nationalspielerin nur gut sein.“ Vielleicht so gut, dass die Stach-Schwestern in einigen Jahren nicht nacheinander spielen, sondern zusammen in einem Team. 

maf

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