Auf den Spuren des Vaters 

Dressurreiterin Nadine Husenbeth ist wieder auf dem Weg nach oben

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Nadine Husenbeth überzeugte am vergangenen Wochenende auf Faviola und qualifizierte sich in Verden für den renommierten Nürnberger Burg-Pokal.

Sottrum - Von Jürgen Honebein. Der Name Husenbeth ist im Dressursport in ganz Deutschland fast jedermann ein Begriff. Der heute 62-jährige Klaus Husenbeth aus Sottrum, Mitinhaber eines Autohauses in Bremen, ist einer der erfolgreichsten deutschen Dressurreiter. Seine 27-jährige Tochter Nadine Husenbeth, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Bremer Universität, ist früh in die Fußstapfen ihres erfolgreichen Vaters getreten und nach einer längeren Durststrecke auf dem besten Wege, sich nach den Erfolgen vor einigen Jahren im U 25-Bereich auf Piccolino und der Hannoveraner Stute Florida langsam wieder an die deutsche Spitzenklasse im Grand-Prix-Dressursport heranzuarbeiten. „Das erfordert unheimlich viel Geduld. Und man muss natürlich entsprechend beritten sein“, weiß sie.

Anfang des Jahrtausends war Klaus Husenbeth auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere angekommen – und das, obwohl er das Reiten im Gegensatz zu seinen meisten Konkurrenten nur als Hobby, neben seinem normalen Job im Autohaus, betrieb. Er gewann 2002 und 2003 in Mannheim und Gera auf seinem legendären Wallach Piccolino, den er 1996 auf der Verdener Auktion für 45  000 D-Mark erworben hatte, die Deutsche Meisterschaft und wurde zwischen 2002 und 2005 in Jerez, Hickstead, und Hagen mehrfach Mannschafts-Welt- und Europameister. Außerdem gehörte er dem Olympia-Kader 2008 in Hongkong an.

Nadine Husenbeth bildet ihre Pferde selbst aus. Unterstützt wird sie von ihrem Vater, der gleichzeitig auch ihr Lehrmeister war und durch seine langjährigen Erfahrung wertvolle Tipps bei der Ausbildung der Nachwuchspferde bereithält. Die 27-Jährige ist besonders stolz darauf, dass sie inzwischen mit den siebenjährigen Talenten Faviola und Duracell zwei Pferde im Stall hat, die eventuell einmal an die Klasse von Piccolino und Florida heranreichen könnten. „Florida habe ich vor Jahren von meinem Vater bekommen, aber Faviola und Duracell bilde ich nun selbst aus. Das ist ein ganz anderes Gefühl“, weiß die Reiterin. Der Wallach Piccolino ist inzwischen 27 Jahre alt, die Stute Florida, die vor zwei Jahren den aktiven Sport beendete, 20 Jahre. Beide genießen ihr Rentner-Dasein aufen auf der Koppel in Sottrum.

Einen seiner größten Erfolge feierte der Sottrumer Klaus Husenbeth 2002 auf Piccolino mit dem Team-WM-Titel in Jerez.

Nadine Husenbeth verfügt in Sottrum nicht über einen Profireitstall, sondern betrachtet das Dressurreiten weiterhin als ein Hobby unter professionellen Bedingungen. „Das ist ein großer Unterschied. Mir steht kein Dutzend Pferde auf Grand-Prix-Niveau zur Verfügung, ich muss mir alles selbst erarbeiten. Aber das hat auch einen großen Reiz“, versichert die junge Frau, die vormittags in den Sattel steigt und später ihrem Job an der Bremer Uni nachkommt.

Am vergangenen Wochenende startete Nadine Husenbeth für den RC St. Georg zu Bremen beim „Verden International“ auf ihrer neuen Hoffnungsträgerin Faviola in der Qualifikationsprüfung zum Nürnberger Burg-Pokal, die renommierteste Dressurprüfung in Deutschland für sieben- bis neunjährige zukünftige Dressurcracks. Das Duo belegte unter den 38 Teilnehmern mit 71,634 Prozentpunkten einen starken fünften Platz. „Das war ein super Wettbewerb mit enorm starker Konkurrenz. Wir haben nach dem Ritt von allen Seiten ein ganz tolles Feedback bekommen “, freut sich Nadine Husenbeth. Unter anderem waren in der Prüfung Rittmeister Hubertus Schmidt, Olympiasiegerin Dorothee Schneider, Lena Waldmann, Holga Finken, Nicole Wego, Charlott-Maria Schürmann und Jan-Dirk Gießelmann am Start. Im Finale lief es für Husenbeth und ihre Hannoveraner Stute mit Rang neun nicht so gut. „Da hatten wir zum einen viel Pech mit dem total stürmischen Wetter, aber im Galopp ist auch nicht alles nach Wunsch verlaufen. So ein junges Pferd darf noch Fehler machen“, sagt sie milde.

Mit dem ebenfalls siebenjährigen Wallach Duracell hat Nadine Husenbeth ein zweites Talent in der Ausbildung zum „Grand Prix-Pferd“, das kaum schwächer einzustufen ist. „Ich lasse Faviola und Duracell aber nicht in einem Wettbewerb gegeneinander antreten“, lautet ihr Prinzip. Zudem bekommt Faviola nach dem Auftritt in Verden erst einmal eine Pause. „Die grüne Saison ist für die Dressurreiter sowieso fast zu Ende. Ob ich im Winter in der Halle mit Faviola oder Duracell irgendwo starte, werde ich kurzfristig entscheiden und mit ihnen weiter hart arbeiten, um meinen Traum zu erfüllen, eventuell bald wieder so richtig auf der großen Bühne des Dressursports vertreten zu sein“, sagt die ehrgeizige Sottrumerin. Die Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal auf Faviola war dabei ein großer Schritt in die richtige Richtung.

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