Airich und Garuba treffen beim 2:0-Derbysieg gegen Ottersberg / Drewes sieht Gelb-Rot

RSV springt von den Abstiegsrängen

Hier am Boden, am Ende aber obenauf: Atilla Iscan feierte mit dem RSV einen 2:0-Derbysieg gegen den TSV Ottersberg (links mit Artur Janot) und den Sprung von den Abstiegsrängen – zumindest bis Sonntag. - Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Erstmals seit dem sechsten Spieltag steht der Rotenburger SV nicht mehr auf einem Abstiegsplatz der Fußball-Landesliga! Durch den 2:0 (1:0)-Heimsieg im Wümme-Derby gegen den TSV Otterberg kletterte das Team von Coach Andre Schmitz zumindest bis zum Sonntag auf den rettenden zwölften Platz. Gleichzeitig wird die Lage für die Ottersberger immer bedrohlicher, sie haben nur noch vier Punkte Vorsprung vor der „Todeszone“.

Jan Fitschen machte in Gelassenheit. „So schlimm sehe ich es nicht, da ist ja keine neue Situation für uns. Wir haben noch vier Spiele und ich habe keine Sorge, dass wir es nicht schaffen könnten“, betonte der Ottersberger Coach, der bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte die vierte Niederlage in Serie erlebte.

Sein Pendant Andre Schmitz war logischerweise bester Laune und nahm hinterher die Glückwünsche von RSV-Präsident Peter Grewe entgegen. „Das war wichtig“, meinte der Vorsitzende, dem seine Fußballer mit dem Dreier selbst ein perfektes Geschenk zu seinem Geburtstag bereitet hatten. Schmitz fand: „Unsere Abwehr war letztlich der Garant.“ Er spielte damit darauf an, dass die Ottersberger im gesamten Spiel nur eine echte Torchance besessen hatten – nach einem Abwehrpatzer scheitertet Andre Geisler in der 50. Minute aber aussichtsreich.

Allerdings waren die Gäste spürbar besser ins Spiel gekommen, hatten den RSV früh und aggressiv attackiert, „aber waren nicht zielführend in den letzten Aktionen“, wie Fitschen meinte. Die Rotenburger schienen sich vor mehr als 250 Zuschauern zunächst nicht im Derby-Modus zu befinden. Etwas überraschend fiel deshalb auch die Führung in der 20. Minute – David Airich verwertete am kurzen Pfosten eine perfekte Flanke von Sercan Durmaz zum 1:0. Fortan gestaltete sich das Duell ausgeglichen, wenngleich die Nervosität spürbar war und der RSV unverkennbar häufig den Ball auf Keeper Henner Lohmann zurückspielte.

Nach der Pause wurde die Fehlpass-Quote immer höher, das Spiel büßte weiter an Qualität ein, auch wenn Fitschen meinte: „Letztlich haben sich beide auf gutem Niveau neutralisiert.“ Emotionale Fahrt nahm die Partie aber in der Schlussphase auf. Und es begann quasi mit der Gelb-Roten Karte gegen Abwehrchef Christoph Drewes, Ottersbergs bestem Akteur mit einer gefühlten 100-Prozent-Quote im Kopfballspiel. Der Routinier, der im nächsten Jahr als Coach die Rotenburger Reserve übernimmt, ließ sich von Andre Schmitz an der Seitenlinie provozieren und zu einem Spruch hinreißen: „Andre, halt die Klappe.“ Damit war das Spiel für ihn vorzeitig beendet. Schmitz rechtfertigte sich später und meinte: „Christoph ist doch alt genug.“

Nur drei Minuten später machte der RSV den Sack zu. Yannik Malende hatte den Ball gegen Patrick Delon erobert und auf Toni Fahrner durchgesteckt. Der wiederum wurde anschließend im Strafraum von Patrick Küsel zu Fall gebracht und musste sich von Torwart Leon Seeger auch noch an die Wäsche gehen lassen – Glück für den Keeper, dass er für diese Aktion mit Gelb davonkam. Eigentlich ein klarer Platzverweis. Den fälligen Strafstoß verwandelte Andreas Kiel jedoch nicht (wie schon eine Woche zuvor bei der SG Stinstedt), doch Alexander Garuba überwand Seeger im Nachschuss – 2:0. Am Ende hätten Jannis Niestädt und Fahrner das Ergebnis sogar noch hochschrauben können. Doch auch so trifft die Niederlage die Ottersberger hart genug. Mit einem Sieg wären sie wohl fast durch gewesen, nun zog der RSV sie mitten in den Abstiegskampf hinein.

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