Sport-Bauprojekte fast fertig

Sottrum, Unterstedt, Stemmen und Visselhövede ‒ Schlussspurt der fleißigen Handwerker

Blick durch das Eingangstor auf das neue Kabinengebäude in Unterstedt.
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Hereinspaziert: Das Kabinengebäude der SG Unterstedt ist so gut wie fertig – im August soll es in Betrieb genommen werden.

Mehrere Sportplätze im Kreis Rotenburg haben sich in der Corona-Zeit verändert. Es sind neue Sporthäuser, Kabinengebäude und Sprecherhäuschen entstanden ‒ oder die Vereinsstätte wurde komplett saniert.

Rotenburg – Es hat sich einiges getan: Wer nach der monatelangen Corona-Auszeit die Sportplätze in Sottrum, Unterstedt, Stemmen und Visselhövede erstmals wieder betritt, wird sofort die Veränderungen bemerken. Ob neues Sporthaus oder Umkleidegebäude, ob Sanierung der Vereinsstätte oder aber Neubau der Sprecherhäuschens – in der spielfreien Zeit wurden diese Bauprojekte spürbar vorangetrieben. Alle stehen sie, rund vier Wochen vor Saisonbeginn, kurz vor der Fertigstellung.

Das größte Sport-Bauprojekt entsteht derzeit in Sottrum. Um vier Wochen wird es sich wohl verzögern, bis das Sporthaus bezugsfertig ist.

Sottrum

Auf der Sportanlage an der Alten Dorfstraße wird eifrig gearbeitet. Dort entsteht ohne Frage das umfangreichste Projekt – das neue Sporthaus für den TV Sottrum. 1,1 Millionen Euro soll es kosten, so die Kalkulation. Der Verein beteiligt sich mit 100 000 Euro, die gleiche Summe kommt aus einer Erbschaft. 260 000 Euro gibt es an Zuschüssen, die noch verbleibende Summe trägt die Gemeinde. Baubeginn war Anfang Oktober, für Mitte August war ursprünglich die Fertigstellung angedacht. „Das wird sich aber um mindestens vier Wochen nach hinten schieben“, erklärt der neue Vereinsvorsitzende Henning Hildebrandt und verweist auf die aktuelle Knappheit bei Baumaterialien.

Auch die Trainerbänke werden in Sottrum noch überdacht.

Neben sechs Umkleidekabinen gibt es zwei Schiedsrichterräume, ein Büro und einen Gemeinschaftsraum. „Die Fußballer werden es allein vom Standort her am meisten nutzen, aber grundsätzlich ist es für alle Abteilungen nutzbar“, erklärt Hildebrandt. Wenige Meter weiter haben sich zudem die Fußballer daran gemacht, die Holztribüne aufzufrischen – auch die Trainerbänke erhalten eine Überdachung. „Das passiert viel in Eigenleistung. Die erste Herren musste auch schon ordentlich Schubkarren schieben“, erzählt der Vorsitzende.

Unterstedt

Würde ein Meer im Hintergrund rauschen, könnte der Besucher tatsächlich an Urlaub denken. Das neue Umkleidegebäude der SG Unterstedt hat optisch jedenfalls große Ähnlichkeit mit einem modernen dänischen Ferienhaus. Bis auf die an den Erdwall gesetzte Rückwand aus Beton besteht das 125 Quadratmeter große Schmuckstück auf Holz. Die Fassade ist hellgrau gestrichen. Ostern 2020 hatten sie damit begonnen, den Wall zum benachbarten Schießstand abzutragen. Die Schlüsselübergabe sei im Zuge der Jahreshauptversammlung am 2. August geplant, verrät der zweite Vorsitzende Hannes Kettenburg, der stellvertretend für seinen Verein der Bauherr ist und – wie passend – Nachhaltigkeitsmanagement studiert. Erstmals wollen die Kreisliga-Fußballer am 8. August zum Testspiel gegen den SV Ippensen die Räume nutzen.

Das Sporthaus des TV Stemmen wird innen komplett saniert und hat sich auch von außen verändert.

„Aktuell liegen wir bei 3 500 Stunden Eigenleistung“, erzählt Kettenburg, der selbst auf eine dreistellige Stundenzahl kommt. Zwei Kabinen mit WC und je sechs Duschen sind vorhanden, auch ein Aufenthaltsraum für rund 20 Personen gehört dazu. Rechts neben dem Gebäude entsteht zudem eine höhergelegene Terrasse – mit bestem Blick auf den Platz. Die Gesamtkosten liegen bei ungefähr 190 000 Euro, zehn Prozent davon trägt die SG Unterstedt, der Rest wird durch Zuschüsse von Landessportbund, Landkreis und durch die Kommune getragen. „Mit unseren Eigenleistungen wären wir bei rund einer Viertelmillion“, hat Kettenburg überschlagen.

Stemmen

Kein Neubau, aber eine große Sanierung findet seit Dezember beim TV Stemmen statt. Neben neuem Dach und neuen Fenstern fällt vor allem die entstandene Gaube auf. „Ein toller Ausblick auf den Sportplatz, da können sich gerade bei schlechtem Wetter unsere älteren Zuschauer die Spiele angucken und ihren Kaffee dabei trinken“, sagt der Vereinsvorsitzende Tim Pyka. Er spricht von einer Komplettsanierung im Innenbereich. „Es ist ja 35 Jahre nichts gemacht worden. Im Gemeinschaftsraum hatten wir bisher eine einzige Steckdose.“ In der Schiedsrichterkabine finden jetzt drei Referees Platz. Etliche Stunden haben die Vereinsmitglieder in Eigenleistung investiert, fast sämtliche Kosten übernahm die Gemeinde. „Die Zusammenarbeit lief sehr gut“, betont Pyka. Ganz wichtig für die jungen Zuschauer: „Wlan ist jetzt auch komplett da“, verrät Pyka und ist sicher: „Wir werden zum Start der Saison fertig sein.“

Die Tafeln für den Spielstand hängen bereits am neuen Sprecherhäuschen in Visselhövede.

Visselhövede

Der Sprecherturm auf dem Erdwall zwischen den beiden Sportplätzen in Visselhövede – nur über eine Stahltreppe zu erklimmen – war schon lange verwaist und auch wenig ansehnlich. Nun ist der Nachfolger fast fertig – und kommt an gleicher Stelle als gemauertes Häuschen daher. Das Dach ist bereits drauf, sogar die Heim-Gast-Tafeln für die Spielstände sind auf beiden Seiten angebracht – noch steht es 0:0. Das Mauerwerk muss zwar noch verfugt und die Technik eingebaut werden. „Aber zum ersten Punktspiel wird das Ding fertig sein“, ist Vorstandsmitglied Mario Buxel überzeugt. Nahezu alles wurde in Eigenleistung erstellt, und durch eine großzügige Spende der Stadtwerke Rotenburg „war vieles einfacher“, sagt Schatzmeister Detlef Schwarz. Überwiegend die Materialkosten musste der Verein selbst tragen. „Vielleicht können wir auch noch einen Aussichtsturm aufs Flachdach draufsetzen“, meint Schwarz und verspricht schmunzelnd, den vielen freiwilligen Helfern „noch eine Bratwurst auszugeben“.

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