Unter die Lupe genommen: Krav Maga im Selbstversuch / Würgegriffe lassen Schweißperlen laufen

Ein Sport „für jede Hausfrau“

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Friedrich Wegener (vorne) versucht, sich aus der Umklammerung von Maxim Jaskewitsch zu befreien.

Rotenburg - Von Mareike LudwigKurze Hose und T-Shirt oder doch lieber Jogginghose und Pullover? Wird barfuß oder in Turnschuhen trainiert? Keine Ahnung, also packe ich lieber alles in die Sporttasche. Ein bisschen mulmig ist mir schon, weiß ich doch nicht, was mich erwartet. Schließlich ist Krav Maga noch relativ unbekannt. Ein Grund mehr, es im Selbsttest unter die Lupe zu nehmen.

Sechs Bahnen einlaufen, zehn Liegestütz, zehn Kniebeugen und zehn Sit-ups stehen zum Aufwärmen auf dem Programm. Wie oft der Durchgang wiederholt wird – ich weiß es nicht. Zum Mitzählen bleibt keine Zeit, ich konzentriere mich darauf, an den anderen dranzubleiben. Die ersten Schweißperlen laufen. Und auch der Puls macht sich immer mehr bemerkbar. „Das reicht. Wir wollen schließlich Situationen aus dem Alltag nachstellen und dort kann man sich auch nicht warm machen“, erklärt Trainer Gunther Lengen. Ein Glück, die Trinkpause kommt genau richtig.

Allerdings reicht sie nur für drei Schlucke. Die erste Übung wartet. Dass mich Wäscheklammern mal so außer Atmen bringen, hätte ich niemals gedacht. Um Angriff und Verteidigung zu üben, muss ich Merve Sari die Klammern vom T-Shirt schlagen und meine „bewachen“. Von der Bank aus sieht das nicht so anstrengend aus, mein roter Kopf spricht aber eine andere Sprache. Doch trotz nassem Rücken und schnellem Herzschlag stelle ich mich nicht so schlecht an – am Ende sitzen noch alle Klammern. „Mareike, das hast du super gemacht“, lobt Coach Jan-Patrick Meyer.

Das motiviert mich für die weiteren Aufgaben. Jetzt muss ich mich gegen Meyer selbst beweisen. „Würgen am gesteckten Arm“ heißt der Griff. Wieder sind alle Muskelpartien gefordert. Eine Sekunde nicht aufgepasst, spüre ich einen Schlag auf meinem Arm. Kurz darauf nehme ich einen Fauststoß an der Wange wahr. „Pass auf, du musst den Gegner im Blick haben. Sei auf Überraschungsmomente vorbereitet“, warnt Jan-Patrick Meyer. Zu spät, er hat mich an die Wand gedrückt. Doch ich gebe nicht auf. Wir tauschen die Rollen und nun darf ich ihn „verprügeln“. Trotz der körperlichen Unterlegenheit schaffe ich es, ihn in die Schranken zu weisen. Der Tritt in die empfindlichste Stelle des Mannes hat Meyer den Knockout verpasst. „Krav Maga ist für die Hausfrau gemacht, also sehr schnell zu erlernen“, erklärt Meyer mit einem Augenzwinkern. Davon lasse ich mich aber nicht kleinkriegen. Total durchgeschwitzt genieße ich meinen Triumph – zum Glück in kurzer Hose.

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