Sottrums Keeper mit Glanztaten-Gala / „Angst darfst du nicht haben“

Kulgart und der gute Blick

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Zwei, die sich gut ergänzen: Julian Kulgart (links) wurde von Max Schlusnus am Sonntag verbal und mental unterstützt.

Sottrum - Von Matthias Freese. Muss ein Handball-Torwart eigentlich einen Spagat können? „Es ist schon vorteilhaft, aber ich kann ihn nicht vollständig“, gesteht Julian Kulgart. Ziemlich gelenkig ist der Schlussmann des Handball-Landesligisten TV Sottrum trotzdem – diese Erfahrung machte am Sonntag auch die SG Achim/Baden II. Der 25-jährige Polizeibeamte trieb sie mit seinen Paraden beim 23:23 geradezu zur Verzweiflung. Kulgart war der Garant für den Sottrumer Punktgewinn.

Wie viele Glanztaten es am Ende waren, wusste keiner mehr. „Da hätte der Zettel auch nicht mehr ausgereicht“, merkt Trainer Norbert Kühnlein nur an. „Er hat gerade in der zweiten Halbzeit Bälle entschärft, da muss man erst mal den Kopf hinhalten“, denkt der Sottrumer Coach auch an einige stramme Würfe von Achim/Badens Kreisläufer Arne Zschorlich. „Angst vor Bällen darfst du nicht haben“, nennt auch Kulgart eine wichtige Voraussetzung für den Job zwischen den Pfosten. „Aber auf dem Feld kriegst du ja auch gerne mal welche ab.“

Kulgart hatte sich erst Anfang des Jahres dem TV Sottrum angeschlossen – kann aber bereits auf eine beachtliche Vita verweisen. Der Nordrhein-Westfale wurde beim TVK Korschenbroich groß, spielte dort in der Jugend-Regionalliga und war dann zwei Jahre in der Oberliga für den TV Kappelen aktiv. Vor seinem Wechsel nach Sottrum stand er für die TS Hoykenkamp in der Verbandsliga im Kasten.

Trainer und Keeper sind sich einig: Seine große Stärke ist das Zusammenspiel mit der Defensivreihe. „Ich habe einen guten Blick dafür, wo die Abwehr stehen muss, damit es läuft“, sagt Kulgart selbst. „Und lange Bälle kann ich auch ganz gut.“

Gegen Achim/Baden II lief es so gut für ihn, dass er bis auf einen Siebenmeter, für den Max Schlusnus in den Kasten ging, die komplette Zeit im Tor verbrachte. Missstimmung kommt deshalb beim Kollegen aber nicht auf. „Wir ergänzen uns gut“, findet Kulgart. Und auch, dass es mit dem jungen Pascal Gajewski und Altmeister Uli Bartsch noch zwei weitere Schlussleute gibt, empfindet der Polizist als „Vorteil für die Mannschaft“, zumal er aufgrund seiner Schichtdienste nicht jedes Spiel dabei sein kann. Aber wenn er da ist, dann ist eigentlich auch stets Verlass auf Julian Kulgart.

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