Sottrums Drama: Relegation nach spätem 0:1 in Bremervörde verspielt / „Hatten nicht eine Chance“

In der 92. Minute ist Köster machtlos

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Ratlosigkeit nach dem Drama: Henning Lohmann (l.) und Eike Buckenberger verstehen die Fußball-Welt nicht mehr.

Bremervörde - Von Matthias Freese. Ralf Brockmann sank gefrustet nieder und nahm auf einem der grünen, schon leicht verblichenen Plastik-Schalensitze Platz. Der Coach des TV Sottrum hatte mit seinen Kreisliga-Fußballern am letzten Spieltag eine Niederlage kassiert, wie sie bitterer kaum sein kann. Im Showdown beim Bremervörder SC hatte seine Elf bis zur 92. Minute den Relegationsplatz zur Bezirksliga sicher – dann kam Pascal Steingröver, vollstreckte mit einem einmaligen Seitfallzieher und beförderte den Gastgeber durch den 1:0 (0:0)-Sieg auf den bis dato von Sottrum besetzten zweiten Platz.

Für Sottrum endet eine eigentlich gute Saison in der Kreisliga mit einem Drama und dem Absturz auf Rang vier! Durch zuletzt vier Niederlagen in Folge – ohne eigenen Torerfolg – verspielte der Wieste-Club erst die mögliche Meisterschaft und dann auch ein sattes Acht-Punkte-Polster vor Bremervörde. Nun bleibt als Trostpreis nur noch Sonntag das Kreispokal-Finale gegen den klassentieferen Heeslinger SC III …

„Lieber ein klares Ergebnis, lieber mit 0:3 oder 0:4 verlieren. Dann weißt du, du hast es nicht verdient. So ist es bitter“, kommentierte Brockmann niedergeschlagen die Niederlage in der Nachspielzeit. Und der verletzt zuschauende Leistungsträger Matthias Michaelis meinte: „So einen Seitfallzieher trifft der im Leben nicht wieder.“ Wobei angemerkt werden muss: Der Sieg für Bremervörde ging in Ordnung, weil die Gastgeber nach einer von Vorsicht geprägten ersten Hälfte im zweiten Durchgang mehr investierten und beste Chancen besaßen. „Die mussten ja auch mehr tun“, erinnerte Altherren-Leihgabe Henning Lohmann an die Ausgangslage. Schließlich hätte Sottrum ein Punkt gereicht.

Mehrfach zeichnete sich dabei Keeper Marco Köster aus, ein Mal klärte Eike Buckenberger für ihn auf der Linie nach einem Schuss von Alexander Ströhla (54.). Auch den Innenverteidigern Vitalij Kalteis und Lohmann war kein Vorwurf zu machen, sie überzeugten. Doch für die Offensivabteilung war Harmlosigkeit noch die charmanteste Umschreibung. „Wir hatten nicht eine Chance“, stellte auch Michaelis fest. Einzig Rechtsverteidiger Timo Löber hätte früh aus der Nahdistanz schießen müssen, statt das Abspiel zu versuchen (4.).

Doch letztlich fehlte nach vorne die Durchschlagskraft. Auch im Mittelfeld, wo sich mit Claas Hüsing die zweite Leihgabe aus der Altherren im Michaelis-Trikot mit der Nummer zehn mühte, hatte Bremervörde zu viel Raum.

Hinzu kam die Unterstützung von den Rängen, wenngleich unter den 170 Zuschauern auch einige die Grenzen der Fairness deutlich überschritten. Dass die Anfeuerungsgesänge eher lallend denn singend vorgetragen wurden – okay. Aber was sich die Sottrumer an Beschimpfungen anhören mussten, war niveaulos bis asozial. Yannik Stelling wurde nach einem Foul, für das Steingröver Gelb sah, als „Schwuchtel“ und „Homo“ für jeden hörbar beleidigt. Zumindest in diesem Bereich hat Bremervörde also im Falle eines Aufstiegs – im ersten Relegationsspiel geht es jetzt gegen den Bezirksliga-Viertletzten Heeslinger SC II – noch Verbesserungsbedarf.

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