Sottrumer Sommerlaufserie droht nach 20 Jahren das Aus / Nachfolger gesucht

Schmidt macht Schluss

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Volker Schmidt, Handball-Abteilungsleiter des TV Sottrum, gibt die Organisation der Sommerlaufserie ab. Nur – an wen? Einen Nachfolger gibt es bislang nicht.

Sottrum - Von Lars Kattner. Der Entschluss ist Volker Schmidt nicht leicht gefallen. Bereits seit einem halben Jahr mache er sich Gedanken, sagt der Leichtathletik-Abteilungsleiter des TV Sottrum. Aber nun steht endgültig fest: „Unter meiner Regie wird die Sommerlaufserie nicht mehr stattfinden.“ Damit steht die Zukunft der traditionsreichen Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 20. Mal über die Bühne ging, in den Sternen. Denn einen Nachfolger hat Schmidt bisher nicht gefunden.

„Ich rechne es meinem Team hoch an, dass sie mich bei der Organisation immer so gut unterstützt haben“, sagt Schmidt. Aber da seine Mitstreiter alle in anderen Sportarten beheimatet seien, fehle ihnen der direkte Bezug zur Leichtathletik, sodass sich bislang keiner bereit erklärt habe, die Sommerlaufserie zu übernehmen.

Schon vor einigen Jahren hatte der 70-Jährige mit einem Rückzug geliebäugelt, sich dann aber entschlossen, die 20 noch voll zu machen. „Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich sage: Es reicht.“ Im Februar war Schmidt bereits als zweiter Vorsitzender aus dem geschäftsführenden Vorstand des TV Sottrum zurückgetreten, vor drei Jahren hatte er die Organisation des Sottrumer Abendlaufs an Thomas Patzwald übergeben.

Und wie sieht es mit seinem Amt als Abteilungsleiter der Leichtathletik-Sparte aus? „Diesen Posten bekleide ich noch.“ Wobei auch dort die Betonung auf dem Wort „noch“ liegt. Denn längst hat sich Schmidt auf die Suche nach einem Nachfolger begeben.

Dass die in den vergangenen Jahren stark nachgelassene Beteiligung an der Sommerlaufserie ein Grund für seinen Rückzug gewesen ist, bestreitet der Sottrumer Leichtathletik-Boss übrigens. „Natürlich ist die Resonanz längst nicht mehr so stark wie zu besten Zeiten. Gerade im Schülerbereich war es früher wesentlich besser. Und wenn jetzt auch noch die Männerklassen ab 50 Jahren wegbrechen würden, wäre fast gar nichts mehr los“, bemerkt er ein bisschen wehmütig. So hätten in diesem Jahr bei allen fünf Veranstaltungen etwa 350 Starter gemeldet. Zum Vergleich: In der Vergangenheit seien es auch schon mal mehr als 600 gewesen. Auffallend sei, dass in den jungen Schülerjahrgängen zwar immer wieder neue Gesichter auftauchen, diese aber nach einigen Jahren auch wieder von der Bildfläche verschwinden. „Die Fluktuation ist da schon riesig.“

Doch auch rückblickend wird Schmidt die Sommerlaufserie immer in guter Erinnerung behalten. Nicht zuletzt wegen der vielen Anekdoten, die sich in der langen Zeit angesammelt haben. „Ich werde zum Beispiel nie vergessen, wie vor zehn Jahren ein Mann auf dem Motorrad vorfuhr und fragte, ob er mitlaufen könne. Es war ein Sportler des TuS Syke, und den Namen habe ich auch wieder vergessen, aber seine Zeit hat sich bei mir im Kopf eingebrannt. Der hat sich umgezogen und dann über die 800-Meter-Strecke eine Zeit von 1:53,1 Minuten hingelegt. Das war der absolute Wahnsinn. So schnell ist bei uns vorher und danach nie wieder jemand gelaufen. Und was macht er? Zieht sich wieder um, setzt sich aufs Motorrad und fährt weg.“

Auf solche und ähnliche Geschichten wird Volker Schmidt in Zukunft verzichten müssen. Wie vielleicht auch die Region auf die Sommerlaufserie wird verzichten müssen. Es sei denn, es findet sich doch noch ein neuer Macher.

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