Sottrumer Schachturnier: Schneider-Show bei den Cracks / Martin klettert auf Rang zwei

Gatzemann gewinnt „Foto-Finish“

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Packendes Duell vor den Augen der Kollegen: Robert Gatzemann siegte zwei Sekunden vor Ablauf der Zeit gegen Jessica Wallat.

Sottrum - Von Matthias Freese. Für Robert Gatzemann war es „ein großes Lotteriespiel“, für Turnierleiter Reinhard Piehl eine ganz einfache Rechnung: Bis zur Sie-gerehrung musste sich der 26-jährige Lokalmatador des Schachclubs Sottrum gedulden, ehe für ihn der hauchdünne Sieg in Gruppe drei der Jahresschluss-Open feststand. Deutlich klarer war da die Entscheidung in der Gruppe der Spitzen-Strategen gewesen: Ilja Schneider, Bundesliga-Crack (SF Berlin) und Internationaler Meister (DWZ 2487), triumphierte frühzeitig mit 10,0 Punkten und damit zwei Zählern Vorsprung vor Gerlef Meins (Werder Bremen).

Gatzemann half noch unwissend ob des Sieges beim Abbau der Uhren und Schachbretter mit, da war für Piehl bereits klar, dass es für den Studenten gereicht hatte. Ebenso wie der Zweitplatzierte Stefan Helbron aus Sottrum standen für den Sieger 9,0 Punkte auf dem Papier, doch lag Gatzemann bei der Buchholz-Wertung um einen halben Punkt vor seinem Konkurrenten. „Ich weiß gar nicht genau, wie man das ausrechnet“, gestand er. Piehl klärte auf: „Robert hatte zum Schluss den höherwertigen Gegner mit besseren Punkten.“

Den Grundstein hatte Gatzemann in der vorletzten Runde in einem an Spannung nicht zu überbietenden Schnellschach-Duell gegen die spätere Fünfte Jessica Wallat (SC Papenburg) gelegt – umringt von rund 30 Kollegen. Die 14-Jährige kämpfte mutig gegen die Mattangriffe an, doch exakt zwei Sekunden vor dem Ende seines Zeitlimits hatte der Sottrumer den entscheidenden Zug gesetzt und gewonnen. „Jetzt muss ich erstmal wieder runterkommen, das ist zu viel für mich“, bemerkte er durchatmend.

Doch viel Zeit blieb dafür nicht, denn im „Fernduell“ ging es unmittelbar danach an direkt benachbarten Tischen um den Gesamtsieg gegen Helbron. Quasi ein „Foto-Finish“ am Brett. Helbron legte schnell vor, indem er nach wenigen Minuten Stephan Wallat (SC Papenburg) bezwang. Gatzemann duellierte sich – beobachtet vom Rivalen – mit dem Vereinskollegen Thomas Kamermann. Beide hatten noch die gleichen Figuren auf dem Karomuster (König, Springer, Turm, vier Bauern), Kamermann zwar deutlich mehr Zeit, Gatzemann aber die bessere Stellung. Und eben die verhalf zum Schachmatt und letztlich zum Gesamtsieg.

Helbron blieb Platz zwei – doch dafür wird er demnächst wohl ein Angebot des SC Sottrum erhalten. Er wohnt zwar in der Wieste-Gemeinde, ist aber kein Vereinsmitglied, startet also auch ohne DWZ. „Jetzt muss er aber mal eintreten. Er wäre ein Gewinn für uns“, bemerkte Sottrums Vorsitzender Michael Gilde.

Aufmerksamkeit zog in Gruppe zwei derweil ein Leistungsträger des SK Rotenburg auf sich: Dennis Martin (DWZ 1886) kletterte am zweiten Tag noch bis auf Gesamtrang zwei mit 8,0 Punkten hinter Fredrik Polenz (SF Hannover/9,0) hoch und schaffte die wertvollste Platzierung aller Altkreis-Starter.

Den besten Auftritt legte derweil Ilja Schneider hin. Bereits nach der vorletzten Runde lag der Berliner uneinholbar vorne und wiederholte damit seinen Sieg von 2012.

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