Sottrumer Jahresschluss-Open: Lai Hop führt bei den Cracks / Lokalmatador Gatzemann auf Siegkurs

Schneider raubt Meins die Hoffnung

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Dennis Martin vom SK Springer Rotenburg liegt vor den letzten fünf Runden auf Rang vier in Gruppe zwei.

Sottrum - Von Matthias Freese. Der König ist tot, es lebe der König! So einige Monarchen kamen gestern im Gasthof Röhrs ums Leben – nur bei Duong Lai Hop (Werder Bremen) und Ilja Schneider (SF 1903 Berlin) überlebte die entscheidende Figur des Schachspiels jedes Mal. Beide führen mit 5,0 Punkten nach dem ersten Tag der 22. Jahresschluss-Open des SC Sottrum die Wertung der Gruppe eins, also der Cracks, an. Eine siegreife Leistung zeigt bis dato auch Robert Gatzemann in Gruppe drei. Der Lokalmatador liegt vor den noch ausstehenden fünf Runden, die heute ab 10 Uhr starten, auf Platz eins

Trotz der ungewöhnlichen Terminplanung – bedingt dadurch, dass der Spielort am Samstag noch nicht zur Verfügung stand – hatten sich 71 Männer und drei Frauen in Sottrum eingefunden. Also nur vier Denksportler weniger als im Vorjahr. „Der Montag kostet uns 15 Spieler“, schätzt Chef-Organisator Bodo Becker, der sich neben Turnierleiter Reinhard Piehl ganz auf den Job hinter den Kulissen konzentriert und dieses Mal auf einen Einsatz am Brett verzichtet. „Sich verprügeln zu lassen, ist nicht gut fürs Selbstvertrauen“, kommentiert er mit Blick aufs letzte Jahr schmunzelnd.

Nicht gerade gut dürfte sich gestern Abend Gerlef Meins gefühlt haben. Schon nach vier gespielten Runden war für den Bundesligaspieler des SV Werder Bremen (DWZ 2398) die Wiederholung des Vorjahreserfolg in weite Ferne gerückt. Bereits zum Auftakt unterlag er Fidemeister Marc Schütte (SK Oldenburg/DWZ 2144), im Duell der Top-Favoriten und Internationalen Meister dann auch Ilja Schneider (SF 1903 Berlin/DWZ 2487). Und das sogar so schnell, dass sich beide Strategen anschließend an einen freien Tisch setzten, um die entscheidende Szene noch einmal nachzuspielen. Meins liegt mit 4,0 Punkten auf Rang fünf.

In Gruppe zwei belegt Dennis Martin (SK Rotenburg) mit 4,0 Punkten nach dem ersten Tag Platz vier hinter Fredrik Polenz (SF Hannover/5,0), dem 14-jährigen Long Lai Hop (Werder Bremen/4,5) und Shawn Rose (SK Bremen-West/4,5).

Aus Sicht des Gastgebers lief es in Gruppe drei am besten. Der 26-jährige Gatzemann hatte eine starken Tag erwischt und entschied fünf der sechs Partien für sich – was ihm mit 5,5 Punkten den Platz an der Sonne vor Vereinskamerad Stefan Helbron (5,0) brachte. „Solange ich in der unteren Gruppe spiele, ziele ich auf den Sieg ab“, verrät er. Vor zwei Jahren hatte er die Gruppe bereits in Sottrum gewonnen. „Letztes Mal habe ich es zum Schluss verhauen“, erinnert er sich.

Die Wertungszahl von 1547 gibt denn auch nicht die wahre Klasse des in Stuttgart studierenden Sottrumers wieder. „Ich habe kaum Zeit für den regelmäßigen Ligabetrieb“, erklärt er. Die 300 Euro Preisgeld, die jeder Sieger erhält, spielen dabei keine Rolle. „Ich bin nicht darauf angewiesen, unbedingt gewinnen zu müssen“, sagt Robert Gatzemann lachend. Dagegen hätte er aber freilich auch nichts.

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