Jahresschluss-Open

Dem SC Sottrum steht ein runder Geburtstag ins Haus

Schattenspiele: Die Schach-Skyline von Sottrum wird auch am 29. und 30. Dezember wieder im Spiellokal Röhrs zu sehen sein, wenn die Sonne günstig steht. - Foto: Freese
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Schattenspiele: Die Schach-Skyline von Sottrum wird auch am 29. und 30. Dezember wieder im Spiellokal Röhrs zu sehen sein, wenn die Sonne günstig steht.

Sottrum - Von Matthias Freese. Kennen Sie Würfelschach? Selbst einige Vereinskollegen mussten passen, als Reinhard Piehl ihnen diese Variante vorstellte, bei der jeder gewürfelten Zahl eine zu ziehende Figur zugeordnet ist. Der pensionierte Lehrer aus Wilstedt ist Jugendwart des Schachclubs Sottrum und deshalb bemüht, den Nachwuchs mit neuen Ideen an den Denksport heranzuführen. Gleichzeitig ist Piehl Turnierleiter der Jahresschluss-Open, die sein Verein im Gasthof Röhrs am 29. und 30. Dezember zum 26. Mal ausrichtet.

„Wir hoffen auf 70 bis 80 Anmeldungen“, sagt Veranstalter Bodo Becker, der dabei von einer hochkarätigen mündlichen Zusage berichtet. Ilja Schneider, amtierender Deutscher Meister im Blitzschach, wird wieder erwartet. Der in Moskau geborene Internationale Meister mit der Elo-Zahl 2 507 spielt in Deutschland für die SF Berlin und in Österreich für den SK Hohenems jeweils in der Bundesliga. Vor drei Jahren war er zuletzt da und hat souverän gewonnen.

Schneider gehört mit seinen 34 Jahren noch zur jungen Generation, um die sich nicht nur die Sottrumer Sorgen machen. „Alle Vereine haben große Probleme mit dem Nachwuchs“, sagt Kurt Therkorn, der Kassenwart der SC Sottrum. Zusammen mit Piehl trainiert er eine Jugendmannschaft im Verein und ist froh, dass sich an der Wieste etwas in Sachen Schachnachwuchs bewegt. 

Zehn Jugendliche sind es immerhin – „eine echt starke Tendenz“, findet Therkorn. Quasi gegen den allgemeinen Trend. Das liegt durchaus auch an Piehl, der sein Wissen an der Morgenstern-Grundschule und am Sottrumer Gymnasium in Arbeitsgemeinschaften jede Woche vermittelt. „Nur mit den Mädchen und Frauen hat es noch nicht so geklappt“, räumt Piehl schmunzelnd ein.

Am 9. Januar wird der Verein 60 Jahre alt

Ein weiteres Problem nennt Becker: „Wenn die Jugendlichen ihr Abitur machen, sind sie danach in alle Winde verstreut.“ Ärgerlich für den Verein, dennoch gilt: „Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Förderung der Jugend“, betont der 72-jährige Becker. Ohne Nachwuchs ist schließlich auf Dauer kein Verein überlebensfähig.

Der SC Sottrum wird am 9. Januar immerhin schon 60 Jahre alt. Gegründet wurde er damals im Schützenhof, zu einer Zeit, als nach dem Schachspiel nicht Schluss war, sondern noch die Karten auf den Tisch kamen. Seit Jahren ist die Heimat des SC Sottrum, sprich sein Spiellokal, der Gasthof Röhrs. Dort steigt am 4. Mai auch eine große Feier zum runden Geburtstag – mit einem besonderen Gast: Deutschlands Schach-Papst Helmut Pfleger, seit zehn Jahren Ehrenmitglied bei den Sottrumern, wird dann ein Simultanturnier bestreiten.

Zunächst werden aber nächste Woche, Ende des Jahres, wieder die Strategen an rund 40 Brettern sitzen, um in drei Gruppen die Sieger auszugrübeln. Die Cracks spielen ab DWZ 1 900 in Gruppe eins. Titelverteidiger ist der Internationale Meister und Sottrum-Stammgast Gerlef Meins vom Erstligisten SV Werder Bremen, der bisher allerdings noch nicht gemeldet hat. 

Für den Sieger bei den Jahresschluss-Open gibt es 500 Euro

Bei den parallel laufenden Bremer Silvester-Open ist er bisher auch nicht gelistet, wohl aber der eine oder andere Name, der schon häufiger in Sottrum vorne mitgemischt hat – wie die „Amazone“ Anastasia Erofeev (Werder Bremen) oder Fide-Meister Markus Lammers (MSA Zugzwang), der vor zwei Jahren an der Wieste gewonnen hat.

„Wir wollen den Leuten bewusst einen Anreiz bieten, in dem das Startgeld bei uns extrem niedrig ist“, nennt Therkorn einen Aspekt, der neben der Atmosphäre für Sottrum spricht. 

„Und in allen drei Gruppen gibt es das gleiche Preisgeld“, verweist Piehl auf eine weitere Besonderheit. Der jeweilige Sieger geht immerhin mit 300 Euro nach Hause, der Fünfte noch mit 50 Euro. Gespielt werden elf Runden nach Schweizer System mit 30 Minuten Bedenkzeit.

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