Sottrum startet mit 34:31 gegen Morsum in die Landesliga – und Arlt erhält Sonderschicht

Westermann zeigt viel Gefühl

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An der Abwehr gilt es noch zu arbeiten: Hier kann Nico Karnick den Pass von Michelle Zysk nicht verhindern.

Sottrum - Von Matthias Freese. Für Kilian Arlt war die Arbeit mit dem Abpfiff noch lange nicht beendet. Der schwerste Job wartete auf den zurückgekehrten Riesen des TV Sottrum direkt vor der Hallentür – Kronkorkenfegen mit Schwesternhaube, in weißer Jacke und in Stützstrümpfen, zu dem ihn die Kollegen verdonnert hatten.

Kilian Arlt (hinten) im Spiel …

Der 30-Jährige löste auch diese Aufgabe. Souveräner übrigens, als kurz zuvor noch seine Landesliga-Handballer, die zum Saisonauftakt unerwartet viel Mühe mit dem TSV Morsum hatten. Letztlich startete der Aufsteiger aber mit einem 34:31 (18:15)-Heimsieg in die neue Spielklasse. „Hinten hat’s nicht gestimmt“, stellte Sottrums Coach Norbert Kühnlein fest. „Die konnten sich ja bis sieben, acht Meter den Ball ohne Körperkontakt zuspielen.“ Allein Jannis Elfers, der Mann mit dem auffälligen Kinnbart, kam auf 13 Tore. „Der konnte uns ein Ding nach dem anderen um die Ohren hauen“, ärgerte sich Kühnlein. Also reagierte der Übungsleiter frühzeitig und kehrte von der 3:2:1-Abwehr zum 6:0-Verbund zurück – doch auch das funktionierte nicht wie erhofft. „Wir waren schlecht und haben keine einfachen Tore gemacht“, räumte Routinier Eric Kruse ein. Und das, obgleich die personell dünn besetzten Morsumer auch noch ohne ihren Trainer Norbert Dunekacke angereist waren und Torwart Björn Jacobsen erst aus dem Handball-Ruhestand holen mussten. Doch der „Altmeister“ hat noch nichts verlernt, fiel beim Siebenmeter auch auf Kruses Heber nicht herein und fischte den Ball locker weg (45.).

… und bei der Sonderschicht.

„Nach dem Siebenmeter habe ich noch gezittert“, meinte Sottrums Rechtsaußen Hauke Herbst schmunzelnd Richtung Kruse. Und in der Tat wurde es trotz zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung noch mehrmals eng. Morsum verkürzte zunächst durch Michelle Zysk auf 24:26 (47.) und kam auch 50 Sekunden vor dem Ende durch Tjark Meyer zum 31:33. Anschließend gingen die Gäste zur offenen Manndeckung über, luchsten Nicolas Karnick sogar den Ball ab, doch Max Schlusnus parierte 30 Sekunden vor Ultimo den Wurf von Elfers, ehe Eike Westermann mit einem feinen Drehwurf mit links alles klar machte. Apropos Westermann: Bis zur Pause wusste er noch gar nicht, dass er überhaupt spielen würde, hatte Kühnlein doch einen Platz auf dem Spielberichtsbogen frei gelassen. Erst dann entschied er sich für Westermann und gegen Jonas Stelling sowie Sven Thormann. Die körperliche Präsenz sprach letztlich für Westermann. „Und zum Schluss hat er gezeigt, dass er es nicht nur auf die rustikale Art, sondern auch spielerisch, mit dem Handgelenk kann“, bemerkte Kühnlein. Bester Mann auf Sottrumer Seiten war jedoch ein anderer Linkshänder, nämlich der achtfache Torschütze Nicolas Karnick, für den der Coach auch eine neue Rolle gefunden hat – als Mittelmann. „Er hat eine absolute Spielintelligenz und sieht die Lücken, in die er passen muss“, lobte Kühnlein – und beeilte sich, um nichts vom Auftritt seines Riesen Kilian Arlt zu verpassen.

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