Vierter Sieg in Sottrum / 15-jähriger Pajeken wird Dritter 

Schneider wehrt Talente-Angriff ab

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Dennis Martin vom SK Rotenburg erwischte einen starken ersten, aber einen eher schwachen zweiten Tag.

Sottrum - Von Matthias Freese. Ilja Schneider hat Wort gehalten. Gerade noch rechtzeitig vor dem Start der Jahresschluss-Open des SC Sottrum stand der Schach-Crack des Bundesligisten SF Berlin auf der Matte im Gasthof Röhrs, um seine mündliche Zusage einzulösen. Nach zwei Tagen ging der 34-jährige Internationale Meister nicht mit leeren Händen – er triumphierte nach 2012, 2014 und 2015 (seinem bis dato letzten Auftritt an der Wieste) zum vierten Mal – mit acht Siegen und drei Remis. Für Aufsehen sorgte allerdings ein erst 15-jähriger Fide-Meister: Jakob Leon Pajeken vom Erstligisten Hamburger SK (8,5 Punkte) landete bei der 26. Auflage hinter Tobias Vöge (HSK Lister Turm/9) auf Platz drei.

Den Geruch, der in der Mittagspause aus der Küche bis in den Saal vordrang, galt es zu ignorieren. Zumindest diejenigen, die die achte Runde noch nicht zu Ende gebracht hatten, mussten auf den Grünkohl warten. Zu diesem Zeitpunkt ereignete sich auch bereits eine kleine Vorentscheidung. Hatte sich Schneider zum Auftakt des zweiten Tages im Spitzenduell mit Jakob Pajeken schon nach acht Minuten auf ein Remis verständigt, setzte sich der in Moskau geborene Deutsche Meister im Blitzschach anschließend gegen Khaled Bagh, einem weiteren hartnäckigen Verfolger, durch. Schneider bat den 19-jährigen Syrer vom SK Bremen-Nord bereits zur Analyse in die nahegelegene Nische, da lieferte sich der junge Pajeken nur drei Meter weiter mit dem 21-jährigen Vöge noch einen hartnäckigen Fide-Meister-Fight. Der Zweitplatzierte der deutschen U 16-Rangliste verlor diesen kurz vor Ablauf der Zeit, nachdem sich sein Widersacher durch eine Bauernumwandlung seine Dame wieder zurückgeholt hatte.

In der Top-Gruppe war der Sottrumer Ralf Freuer auf Platz 13 der beste Denksportler aus dem Kreis.

Für Dennis Martin vom Bezirksoberligisten SK Springer Rotenburg, mit der DWZ 1 981 der bestgesetzte Akteur aus dem Kreis und in diesem Momemt auf Platz sieben mit Kontakt zur Spitze, endete in Runde acht der Traum von den Top Drei. Für seinen Widersacher, den erfolgreichen Schach-Trainer Wolfgang Pajeken (DWZ 2 262) vom FC St. Pauli, stand nur noch eine Minute auf der Uhr, als er Rotenburgs Nummer eins matt setzte. „Ich bin ja schon froh, dass ich so weit gegen ihn mitgespielt habe“, gestand Martin. Mit vier Siegen hatte er am ersten Tag ordentlich vorgelegt. „Eine gute Bilanz“, fand er, rutschte mit vier Niederlagen zum Schluss jedoch noch auf Platz 15 ab. Martin nahm‘s gelassen und verriet: „Für mich ist das ein Vorbereitungsturnier für die Landeseinzelmeisterschaft vom 3. bis 6. Januar in Verden.“

Der Rotenburger Oliver Lebiedz legte eine furiose Aufholjagd hin und wurde in Gruppe zwei noch Fünfter.

Bester Denksportler aus dem Kreis war in der Top-Gruppe (ab DWZ 1  900) letztlich Lokalmatador Ralf Freuer vom SC Sottrum auf Platz 13. Sein Pech: Im letzten Duell wartete ausgerechnet Schneider auf ihn – schnell war Freuer fertig. „Das war nicht so schön, doch ansonsten ist der Tag gut gelaufen“, resümierte er angesichts der Bilanz von fünf Siegen und zwei Remis bei vier Niederlagen. Den halben Punkt gegen Meisterkandidat Duong Lai Hop (Werder Bremen) bezeichnete Freuer dabei als „meine Glanzleistung“.

Das Duell zwischen Ilja Schneider (vorne links) und Jakob Pajeken in der siebten Runde endete bereits nach knapp acht Minuten. Da bot der Turnierfavorit dem großen Talent aus Hamburg das Remis an – taktisch clever. 

Mit einem strahlenden Gesicht verließ auch Oliver Lebiedz vom SK Rotenburg sein Brett. Er hatte sich nach einem misslungenen Auftakt mit sechs Siegen bis auf Platz fünf in Gruppe zwei hochgekämpft – und damit tatsächlich noch den Sprung in die Geldränge geschafft.

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