Sottrum bricht nach 12:7-Führung gegen Daverden ein – 31:42 / „Ich muss mir das nicht geben“

Wenn der Frust gewinnt …

+
Auch gefrustet: Max Schlusnus, Keeper des TV Sottrum.

Sottrum - Von Matthias Freese. Es war eine Szene mit hohem Symbolcharakter: Nachdem Patrick Tielitz in der 35. Minute per Heber die Führung für den TSV Daverden auf 20:16 ausgebaut hatte, erlosch die Beleuchtung in der Halle am Bullenworth. Als es wieder hell wurde, gab es nur noch ein kleines Aufflackern beim TV Sottrum, dann knipste der Tabellenzweite der Handball-Landesliga dem gastgebenden Aufsteiger das Licht in diesem Spiel aus und fuhr einen 42:31 (16:15)-Sieg ein. Und das, obwohl Sottrum nach 20 Minuten mit 12:7 vorne gelegen hatte.

Der Frust in den Gesichtern der Sottrumer war nicht erst nach der fünften Niederlage in Serie unverkennbar, sondern schon vor dem Abpfiff. Keeper Max Schlusnus hockte vor seinem Pfosten, Coach Norbert Kühnlein hatte sich in den Geräteraum auf einen Kasten verkrochen. Und Sascha Nijland, der gegen seine alten Kollegen aus Daverden so gut begonnen hatte, ließ seine Wut mit einem Tritt gegen eine leere Wasserkiste raus. „Mir fällt da überhaupt nichts mehr zu ein. Momentan bin ich ein bisschen ratlos. Ich glaube, wir brauchen einen Psychologen oder Kindergärtner“, bemerkte Kühnlein ziemlich aufgewühlt. „Ich muss mir das nicht geben, ich rege mich jedes Wochenende darüber auf.“

Recht schnell war denn auch fast die komplette Mannschaft in der Kabine verschwunden. Nur Kreisläufer Christian Warschke hockte noch länger mit leerem Blick auf der Holzbank. „Wir haben die Vorgaben des Trainers nicht umgesetzt – das ist das Problem. Wir könnten es ja, das haben wir doch gesehen“, spielte er auf das hervorragende erste Drittel der Partie an. Da blockte die 6:0-Abwehr so manchen Wurf der Daverdener ab, während vorne ruhig und konsequent durchgespielt wurde und die Würfe ihr Ziel fanden. Nico Karnick erzielte per Gegenstoß mit seinem dritten Treffer in Folge das 10:5 (14.), auch beim 12:7 durch Linkshänder Sascha Nijland lief es noch bestens (20.).

Dann jedoch gab’s plötzlich überhastete Abschlüsse, überflüssige Ballverluste und auch Lücken in der Deckung. Die Folge: Daverden zog vorbei und ging mit 16:15 in die Pause. „Ich hatte mich nicht mal umgedreht, da wurde schon geballert“, schilderte Warschke das Problem aus der Sicht eines Kreisläufers.

Norbert Kühnlein hatte im ersten Durchgang noch bewusst auf eine Auszeit verzichtet und diese erst in der 51. Minute genommen. „Du musst die Jungs auch erreichen“, erklärte er und hatte sich stattdessen in der Halbzeitansprache mehr Aufmerksamkeit erhofft. Vergeblich.

Karnicks 18:20 sollte zwar noch einmal Hoffnung bringen (36.), doch mit zwei Zeitstrafen innerhalb einer Minute gegen Kilian Arlt und Eike Westermann geriet Sottrum endgültig auf die Verliererstraße. Auffällig auch: Die Außen wurden in dieser Partie kaum einmal freigespielt und bedient. Daverden spielte seine Klasse nun konsequent aus, glänzte mit einer hohen Trefferquote und sehenswerten Aktionen. Das Highlight setzte Linksaußen Ruben Zeidler per Kempa-Trick. „Der alte Mann darf auch noch“, kommentierte der 32-Jährige schmunzelnd das 42:31.

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Beraterin: Trump veröffentlicht seine Steuerunterlagen nicht

Beraterin: Trump veröffentlicht seine Steuerunterlagen nicht

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Meistgelesene Artikel

Schumachers Tormaschine läuft richtig heiß

Schumachers Tormaschine läuft richtig heiß

Kelm zu oft im Stich gelassen

Kelm zu oft im Stich gelassen

An Neuzugang Fründ liegt es nicht

An Neuzugang Fründ liegt es nicht

Der Meister der Körperbeherrschung

Der Meister der Körperbeherrschung

Kommentare