Pokal-Coup gegen Erstligist Hannover – 72:67

Daeja Smith schlägt bei den Avides Hurricanes gleich voll ein

Viele gute Aktionen hatte Daeja Smith bei ihrem ersten Auftritt. Ihr gelang sogar ein Double-Double.
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Viele gute Aktionen hatte Daeja Smith bei ihrem ersten Auftritt. Ihr gelang sogar ein Double-Double.

Scheeßel – Das Spielfeld war mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, das obligatorische Abklatschen mit den Fans verboten – und auch der Jubel fiel trotz des überraschenden Erfolges eher dezent-zurückhaltend aus. Sieben Monate nach dem letzten öffentlichen Auftritt haben sich die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes eindrucksvoll aus der Corona-Pause zurückgemeldet und sich mit einem 72:67-(36:33)-Heim-Coup gegen den Erstligisten TK Hannover ins Achtelfinale des DBBL-Pokals gespielt. Ein starkes Debüt legte die Amerikanerin Daeja Smith hin – ihr gelang ein Double-Double mit 17 Punkten und zwölf Rebounds.

Maddie Simon war noch nicht spielberechtigt.

„Ganz komisch“, meinte Kapitänin Pia Mankertz, habe sich das erste Spiel unter den Corona-Auflagen angefühlt. „Im Spiel vergisst man es teilweise, aber dann zögert man kurz. Man muss sich eben darauf einstellen“, beschrieb die mit 18 Punkten erfolgreichste Spielerin die Veränderungen, die auch jedem der 120 Zuschauer in Scheeßel (200 wären erlaubt gewesen) schnell auffielen. Coach Christian Greve trug bis zum Spielbeginn Maske, überflüssiger Körperkontakt wie beim Abklatschen wurde vermieden – bei Aus- und Einwechslungen griffen die Spielerinnen zum Spender mit der Desinfektionslotion.

Leonie Rosemeyer (r.) zeigte bei ihrem Hurricanes-Debüt, dass sie eine Verstärkung ist. Hier sichert sie den Ball vor Hannovers Spitzenkraft Aliaksandra Tarasava.

Während des laufenden Spiels ging es allerdings wie gewohnt zur Sache. Und da erwischten die Hurricanes den deutlich besseren Start als der Turn-Klubb zu Hannover und führten nach Mirja Beckmanns Dreier per Buzzerbeater mit 23:12 (10.). „Ich fand‘s überraschend gut. Dass wir den Ball schon so haben laufen lassen und so gut in der Defense zusammengespielt haben, hatte ich eigentlich nicht erwartet“, gestand Mankertz. Coach Greve schon. Er meinte aber auch: „Ich habe auch gesehen, wo es noch deutlich hakt. Ich hatte eher das Gefühl, dass Hannover noch nicht so ready war.“ Bei den Gastgeberinnen herrschte bereits „ein gutes Miteinander. Man sieht, wie wir als Team harmonieren“, betonte der Trainer. „Aber es gibt immer noch Luft nach oben und Abstimmungsschwierigkeiten.“

Klingt in Anbetracht des Sieges fast wie ein Jammern auf hohem Niveau, doch waren die „Turnschwestern“ aus der Landeshauptstadt auch nur zu acht angetreten. Trainerin Juliane Höhne musste auf zwei ihrer Profis verzichten. Allerdings waren die Hurricanes ebenfalls nicht vollzählig – vor allem, weil die zweite Amerikanerin Maddie Simon noch nicht das Trikot, sondern nur den schwarzen Hoodie ihres neuen Clubs trug. Grund: Ihre Freigabe ist noch nicht eingetroffen. Die neuen Nachwuchskräfte Sophie von Ass (TSV Lamstedt) und Anna Suckstorff (SC Rist Wedel), die mit einem Zweitspielrecht ausgestattet sind, waren indes für ihre Heimatvereine im Einsatz. Und Tuba Poyraz gehört mittlerweile aus beruflichen Gründen nicht mehr dem Kader an.

Und stets der Griff zur Desinfektionslotion: Lotta Stach kurz vor ihrer Einwechslung.

Dafür demonstrierten die neuen Gesichter Leonie Rosemeyer und Ayla Faber, dass sie das Team noch stärker machen. Vor allem aber Daeja Smith schlug gleich voll ein. „Das ist im Vergleich zum letzten Jahr ein ganz anderes Spiel mit ihr“, stellte Greve fest. „Sie hat unfassbar viel geackert.“ Nicht nur unterm Korb zeigte Smith ihre Präsenz, auch aus der Distanz (ein Dreier) war sie erfolgreich. Zudem setzte sie ihre Mitspielerinnen gut ein. Bestes Beispiel: Michelle Schischkov profitierte gleich zweimal von den Pässen der Centerin, als sie in den Spot lief, angespielt wurde und traf – 34:21 (17.).

Kurz vor der Halbzeit verkürzte der TK Hannover in seiner besten Phase mit einem 12:0-Run bis auf einen Punkt (33:34), doch der Führungswechsel sollte auch nach der Pause nicht gelingen, weil die Hurricanes immer wieder die passende Antwort hatten. „Es gibt schon noch Dinge, an denen wir arbeiten müssen, wie an der Situation zum Schluss, als wir es noch unnötig spannend machen“, merkte Mankertz selbstkritisch an – doch da sie die Nerven bei den Freiwürfen behielt, reichte der Dreier von Hannovers Stephanie Gardner nicht mehr.

Von Matthias Freese

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