Basketball-Zweitligist auf der Suche

Herber Rückschlag für die Hurricanes: Centerin Daeja Smith löst ihren Vertrag auf

Starkes Debüt, schneller Abgang: Daeja Smith (Mitte) hat die Hurricanes bereits wieder verlassen.
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Starkes Debüt, schneller Abgang: Daeja Smith (Mitte) hat die Hurricanes bereits wieder verlassen.

Scheeßel – Beim Corona-Test am Mittwochabend war sie schon nicht mehr dabei. Während sich die Mitspielerinnen einzeln zum Rachenabstrich in der Umkleidekabine der Eichenschulhalle einfanden, war Daeja Smith längst auf dem Weg in ihre kalifornische Heimat, wie die Avides Hurricanes jetzt verrieten. Recht plötzlich hatte die 24-jährige US-Amerikanerin die Zweitliga-Basketballerinnen verlassen, nach gerade einmal zwei absolvierten Spielen. „Sie hat auf eigenen Wunsch ihren Vertrag aufgelöst – aus privaten, persönlichen Gründen, die eher mit der Heimat und nichts mit uns zu tun haben“, erklärt Coach Christian Greve, ohne ins Detail zu gehen. Er befindet sich damit auf der schwierigen Suche nach einer neuen Centerin für die ohnehin schon holprige, vom Virus beeinträchtigte Saison.

Mitte September war Smith in Scheeßel eingetroffen, hatte vor allem im Pokalspiel gegen Erstligist TK Hannover einen erstklassigen Auftritt hingelegt und viele Komplimente dafür erhalten. Doch nun stehen die Hurricanes ohne klassische Fünf da. „Wir haben versucht, sie zu überreden, bis Weihnachten zu bleiben. Das war aber keine Option für sie“, berichtet Manager und Vorstandsmitglied Utz Bührmann. Greve ergänzt: „Ich habe relativ schnell gemerkt, dass es keinen Sinn macht, sie quasi zu zwingen, doch hierzubleiben.“ Also willigte er ein und verbringt seitdem viel Zeit am Rechner, um Ausschau nach einem Ersatz zu halten.

Doch genau das gestaltet sich schwer, erst recht durch die Corona-Pandemie, „weil die Einreise aus Nicht-EU-Ländern dadurch sehr erschwert ist“, sagt der Trainer. Bis alle Formalitäten erledigt sind, schätzt Bührmann, „dauert das fünf bis sechs Wochen. Das ist unrealistisch.“ Hinzu kommt ein weiteres Problem. Greve: „Wir suchen für eine Position, die eh schon dünn bestückt ist.“ Also hat er Kontakt zu diversen Agenten aufgenommen, um womöglich eine neue Amerikanerin zu finden, die sich bereits in Europa aufhält – in einem Land, in dem womöglich der Ligabetrieb für längere Zeit ruhen muss und das Geld aufgrund der verordneten Pause ausbleibt. „Aber in vielen europäischen Ligen herrscht ein anderes Salärgefüge als in Deutschland. Wir suchen also die Nadel im Heuhaufen“, meint Greve. „Noch habe ich keine Kandidatin, bei der wir tiefer in die Verhandlungen gehen. Und ich mache auch nichts, wo ich sage, dass es ein Notnagel ist.“

Heißt: Bis dato muss das Team den Verlust aus eigenen Bordmitteln kompensieren und die Rolle unterm Korb selbst bestücken. Die zweite US-Amerikanerin, Power Forward Maddie Simon, könnte dabei die Alternative sein. Bei ihrer Verpflichtung hatte Greve die 23-Jährige aus Nebraska bereits als „Hybrid-Lösung“ bezeichnet. Doch Greve, der um Platz drei mitspielen wollte, macht auch bereits deutlich: „Die Ziele, die wir haben, müssen wir wohl korrigieren.“

Von Matthias Freese

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