Hurricanes schocken Herne / Southern mit Double-Double, Iiskola mit Gala / Klopfgeräusche aus der Kabine

Ein Sieg der Marke Mankertz

Evita Iiskola zeigte ihr bislang bestes Spiel für die Hurricanes.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Manchmal ist der Masterplan für die Extremsituationen ganz simpel. „Wer den Ball hat, versucht zum Korb zu ziehen. Das macht man dann, ohne groß nachzudenken – viel passen ist da nicht mehr“, erklärte Pia Mankertz die letzte Aktion der Partie. Gut für die Bundesliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes, dass die Kapitänin es selbst war, die sich mit dem Spielgerät auf den Weg machte und zweieinhalb Sekunden vor der Schlussirene vollstreckte – 72:71 (38:32), der Coup gegen den als Tabellenführer angereisten Herner TC war perfekt. Die Pestalozzihalle wurde zum Freudenhaus.

Die Hurricanes zeigten Herne die Grenzen auf. Und der Favorit patzte selbst in der Pause. Klopfgeräusche drangen kurz vor Ende der Halbzeit aus seiner Kabine. Torsten Braun aus dem Helferstab der Hurricanes vernahm sie zufällig, so wurde die versehentlich von ihrem eigenen Team eingeschlossene Amerikanerin Zhane Dikes rechtzeitig vor Wiederanpfiff befreit und Herne startete die zwischenzeitliche Aufholjagd nach einem 32:38-Pausenrückstand. Ex-Hurricanes-Spielerin Kata Takács erzielte schnell den Ausgleich zum 38:38 (22.), doch die Gastgeberinnen antworteten vor 250 begeisterten Zuschauern mit einem furiosem 18:4-Run. „Wir haben keine Lösung gegen die Zone gefunden und uns auch nicht gut bewegt. Und wenn dann die Würfe nicht reinfallen, ist das ein Problem“, resümierte Takács später.

Dennoch drohte die Partie zu kippen, weil die Hurricanes plötzlich zu hektisch agierten. Drei Mal glich Herne in der Crunch Time aus, um exakt zehn Sekunden vor dem Ende durch Ireti Amojos Dreier mit 71:70 erstmals in der gesamten Partie in Führung zu gehen. Was dann in den letzten Momenten folgte, war bestes Bauchgefühl gepaart mit Köpfchen, Nervenstärke und dem unbedingten Willen – Marke Mankertz eben! „Da war nichts abgesprochen“, bestätigte auch die erneut starke Laura Rahn.

„Die Mädels haben Courage gezeigt“, stellte Coach Tomas Holesovsky erleichtert fest. Nach den bisherigen Auftritten war ein Sieg gegen Herne in keiner Planung einkalkuliert gewesen. „Wenn du keinen Druck hast, klappt es manchmal besser“, wusste aber Matchwinnerin Mankertz und fand: „Wir haben viel besser verteidigt, gut ausgeboxt und gekämpft.“ Bester Beweis: 36 gewonnene Rebounds für die Hurricanes, nur 27 für Herne.

Und das, obgleich neben der Kanadierin Laura Dally (Rückenprobleme) weiterhin Hannah Pakulat ausfiel, da bei ihr die Bauchmuskelzerrung wieder aufgebrochen war. Dafür überraschten andere positiv. Etwa die Amerikanerin Ashley Southern, die vermehrt auf dem Flügel spielen musste, aber mit hoher Dynamik auftrumpfte und mit elf Punkten sowie zehn Rebounds ihr erstes Double-Double in der Bundesliga erzielte. „Sie hat super gespielt“, meinte ihr Coach. Bei der Finnin Evita Iiskola verwies er vor allem auf die sechs Assists, hinzu kamen aber noch zwölf Punkte und sieben Rebounds – es war das bisher beste Spiel der Flügelspielerin im Hurricanes-Trikot. Und noch eine beeindruckende Zahl: Zur Halbzeit lag die Dreierquote der Gastgeberinnen bei sagenhaften 83 Prozent (5/6), am Ende immerhin noch bei 47 Prozent (7/15), wobei Mankertz und Rahn jeweils drei Mal erfolgreich waren. Und so meinte Holesovsky: „Ich bin stolz auf die Mädels.“

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