Heinrich Friauf und Volker Mitschke sind die Entdecker von Rotenburgs Olympiastarter Dimitri Peters

„Sie haben stets an mich geglaubt“

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Volker Mitschke (l.) und Heinrich Friauf legten in Rotenburg die Grundlagen dafür, dass Dimitri Peters jetzt vom Olympia-Plakat (rechts) strahlt. ·

Kreis-Rotenburg - Von Matthias Freeseund Mareike LudwigROTENBURG · Es war irgendwann 1996, als Dimitri Peters neugierig durch die Fenster der zum Ratsgymnasium gehörenden Turnhalle blickte. Die Judoka des TuS Rotenburg übten sich gerade im lockeren Bodenkampf – und der damals Zwölfjährige konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Ich habe gedacht: Was machen die denn für einen Blödsinn? Ich fand, das sah komisch aus“, erinnert er sich rückblickend. Trotzdem landete der gebürtige Sibirer auf der Matte – mehr noch: Dank der Ausbildung bei Heinrich Friauf und Volker Mitschke entwickelte sich Peters zu einem der weltbesten Kämpfer in der Klasse bis 100 Kilogramm und startet am Donnerstag bei den Olympischen Spielen in London.

„Auch wenn ich seit 2002 in Hannover am Olympia-Stützpunkt trainiere, habe ich beiden viel zu verdanken. Sie haben mich trainiert, motiviert, aufgebaut und stets an mich geglaubt. Bei Heinrich Friauf habe ich vor allem den Bodenkampf gelernt, bei Volker Mitschke mehr die Standelemente“, erzählt Dimitri Peters.

Seine beiden Entdecker sind zwar stolz auf die Entwicklung ihres Schützlings, bleiben selbst aber ganz bescheiden im Hintergrund. Mitschke erinnert sich aber noch genau an die Anfänge. „Sein größerer Bruder Eugen hat ,Dima‘ damals mitgebracht. Bei uns konnte er sich richtig am Mann austoben. Und er hat sehr schnell gelernt.“ Das bestätigt auch Heinrich Friauf, der selbst vor rund 20 Jahren aus Sibirien nach Deutschland gekommen war: „Ich habe gleich von Anfang an gesehen, dass Dimitri ein großes Talent ist, denn er war als Kind schon kräftig und von Natur aus sehr beweglich. Ich musste ihn beim Training immer etwas bremsen, da er so motiviert war.“

Aus Unterstedt kam Peters zu jedem Training „mit einem alten Damenrad, während sich manch anderer bis vor die Tür fahren ließ“, verrät Mischke. Sein Fleiß und seine Einstellung zahlten sich schnell aus: Im Kreis, auf Bezirks- und Landesebene hatte der Halbschwergewichtler schnell keine Konkurrenz mehr.

Was Mitschke bis heute allerdings auffällt: „Er musste jede Stufe zwei Mal erklimmen. Beim ersten Mal hat er es oft nicht geschafft, dann zielgerichtet trainiert, um beim nächsten Mal Erster zu werden.“ So wie es auch mit der Olympia-Qualifikation im zweiten Anlauf klappte. Der Juji-Gatame, ein Armhebel, gehört dabei zu Peters‘ Spezialitäten.

„Natürlich bin ich sehr stolz darauf, dass Dimitri in London dabei ist. Mehr geht für einen Sportler nicht. Unser ganzes Training hat sich in all den Jahren auf jeden Fall bezahlt gemacht“, sagt Friauf. Und der Rotenburger Trainer fügt schmunzelnd hinzu: „Bevor ‚Dima‘ nach London geflogen ist, habe ich ihn angerufen und alles Gute für seine Kämpfe gewünscht. Ich habe ihm gesagt, dass er als Olympiasieger zurückkommen soll.“

Doch um dieses Ziel zu erreichen, muss Peters gleich in der ersten Runde den amtierenden Europameister Ariel Zeevi aus Israel schlagen. Friauf hat vor dem Auftaktkampf ein gutes Gefühl. „Ich glaube, er kann ihn dieses Mal schlagen.“

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