1:1 im schwachen Spitzenspiel / France verabschiedet sich mit Gelb-Rot

Ebersbachs Geniestreich ist am Ende einen Punkt wert

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Wiedersehen im Zentrum: Axel France (r.) und RSV-Kapitän Kevin Klützke, der nach Armbruch erstmals von Beginn an spielte.

Rotenburg - Von Matthias Freese. So hatte sich Axel France die Rückkehr zum Rotenburger SV eigentlich nicht vorgestellt. Gut, mit dem Remis arrangierte sich der Mittelfeldspieler des Landesliga-Tabellenführers FC Hagen/Uthlede, der sich einst an der Wümme zur Oberliga-Stammkraft gemausert hatte, ja noch. Aber ausgerechnet an alter Wirkungsstätte erlebte er das Ende des vermeintlichen Spitzenkicks nicht auf dem Feld mit. Beim 1:1 (1:0) sah der 24-Jährige Gelb-Rot (84.).

„Die Gelb-Rote Karte war ein bisschen doof, weil ich ihn zu spät sehe“, schilderte France hinterher die Szene, in der er Rotenburgs Patrick Peter gefoult hatte. „Er nimmt das aber auch clever mit.“ Umstrittener war da schon die Aktion gewesen, die in der 66. Minute zum Ausgleich geführt und dem eingewechselten Jelle Röben den Tag versaut hatte. Im Zweikampf an der Strafraumgrenze kam Justin Dähnenkamp zwar zum Schuss, ging aber auch zu Boden – Referee Sebastian Trenkner (SC Vierhöfen) entschied auf Strafstoß, Goalgetter Patrick Müller nutzte diesen zu seinem 16. Saisontor. „Dass er zum Abschluss kommt, sagt doch alles. Den muss er nicht pfeifen“, fand Röben. „Er schießt, danach kommt Jelle reingefahren – das war einer“, sah es der Ex-Kollege Axel France anders.

Somit war das einzige spielerische Highlight der gesamten Partie nur einen Punkt wert, nämlich der Geniestreich von Tim Ebersbach zum 1:0 in der zwölften Minute, als der als Sturmspitze aufgebotene RSV-Routinier den Ball aus 18 Metern über Keeper Yannick Becker in den rechten Winkel lupfte. „Geil, oder? Den habe ich mir bei Adam Posilek abgeguckt“, erinnerte Ebersbach an den früheren RSV-Torjäger. „Wenn das Ding in die Hose geht, sieht es natürlich sehr dämlich aus – aber das war schon so gewollt.“

Fortan übernahm jedoch der Tabellenführer das Zepter und hatte bis zur Pause gefühlte 80 Prozent Ballbesitz, weil der RSV die Bälle nicht behauptete und sie schnell wieder herschenkte. „Es fehlte das Vertrauen, mit dem Ball loszulaufen, es fehlten die einfachen Bälle. Das war zu ängstlich“, fand auch Ebersbach. Zudem agierte die Defensive bisweilen wie Bruder Leichtfuß. Erst in Hälfte zwei wurde es besser, da gestaltete der Gastgeber vor fast 200 Zuschauern die Partie ausgeglichen. Doch wenn das ein Spitzenspiel gewesen sein soll, dann mal gute Nacht, Landesliga! „Von der Intensität war es schon hoch, vom Fußballerischen hatten die Leute sicher mehr erwartet. Es war eben von Taktik geprägt. Keiner wollte die entscheidenden Fehler machen“, fand Ebersbach die Erklärung dafür. Und Axel France meinte: „Das war auf jeden Fall das bisher schwerste Spiel für uns, da kannst du mit einem Punkt zufrieden sein.“

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