Schwache Hurricanes kassieren in Herne dritte Niederlage in Folge / Unfairer Hallensprecher

Nur Rahn reißt was raus

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Hernes „Maskenfrau“ Teya Wright (2.v.l.) erwischte einen Traumstart und bereitete auch Hurricanes-Centerin Kierra Mallard (2.v.r.) einige Probleme.

Aus Herne Berichtet - Matthias FreeseHERNEChristian Greve antwortete mit einer rhetorischen Frage: „Ist nicht jede Niederlage enttäuschend?“, philosophierte der Coach der Avides Hurricanes. Nun ja, Recht hat er. Und doch war es insbesondere die schwache Leistung, die sein Aufsteiger im Duell der Basketball-Bundesliga der Damen beim Herner TC ablieferte und die Anlass zur Sorge gibt. Durch die 58:75 (35:46)-Pleite, der dritten Niederlage in Folge, rutschten die Hurricanes auf Rang acht ab.

Der schwache Trost kam von Marek Piotrowski, dem Trainer der Gastgeberinnen: „Ich glaube, in Herne kann man verlieren“, fand er. In der Tat präsentierte sich sein Team als solider Erstligist, der vor allem in der Breite des Kaders seine große Stärke hat.

In Sachen Fairness hat der Vorjahresdritte allerdings noch Nachholbedarf. Nicht das Team selbst, wohl aber der Hallensprecher, der die Regeln des Erlaubten mehrfach mit penetranten Zwischenrufen überschritt. Selbst in die Freiwürfe der Hurricanes quatschte er herein. „Das geht gar nicht. Es gibt einen Kodex und den kennt man eigentlich“, ärgerte sich auch Christoph Treblin, Vorstand Sport der Hurricanes und selbst engagierte Hallensprecher bei den Heimspielen.

Die Niederlage hatte sich der Klassenneuling vor 300 Zuschauern jedoch allein zuzuschreiben. „Wir haben die Bälle nicht reingeschmissen, vor allem leichte Körbe nicht gemacht“, brachte es Greve auf einen kurzen Nenner, um zu ergänzen: „Dann muss man zehn Mal so hart verteidigen, was uns aber auch nicht konsequent bis zum Schluss gelungen ist.“ Aufbauspielerin Katarina Flasarova bemängelte das Zusammenspiel insbesondere in der Verteidigung: „Die Team-Defense war unser Problem.“ 23 Turnover kamen hinzu. Und im zweiten Durchgang schien es so, als fehlte den Hurricanes ein Dosenöffner, der die Energie und Spritzigkeit früherer Spiele freisetzte.

Laura Rahn allein konnte es nicht bewerkstelligen. Der Power Forward stach aus einem schwachen Team deutlich hervor und erzielte mit 19 Punkten und acht Rebounds einen neuen persönlichen Saison-Bestwert. „Was sie abgeliefert hat, war sehr gut. Bei ihr kann ich sicher sein, dass sie in die Bresche springt, wenn es bei den anderen nicht läuft“, betonte Greve. Ansonsten kam nur noch die von einer Erkältung geplagte Pia Mankertz mit zehn Zählern in den zweistelligen Punktebereich.

Die vier Profis im Kader agierten hingegen allesamt weit unter Normalform: Flasarova gelangen gegen ihren Ex-Club nur drei Punkte, Ashley Harris verabschiedete sich mal wieder frühzeitig mit dem fünften Foul (38.), Janae Young wirkte im Duell gegen ihre gute Bekannte Quenice Davis gehemmt und Centerin Kierra Mallard hatte miserable Wurfquoten. Zudem stieg sie beim Tip-off nicht einmal hoch. „Kierra hat auch Probleme mit dem Sprunggelenk und der Achillessehne“, erklärte Greve. Weshalb die Amerikanerin auch noch unmittelbar vor Spielbeginn ihre schwarzen gegen die roten Sportschuhe tauschte.

Ein kleiner Lichtblick war da noch das lange ersehnte Saisondebüt von Hannah Pakulat, die Ende des zweiten Viertels erstmals eingewechselt wurde und es auf acht Einsatzminuten brachte – Wunderdinge waren von ihr nach einer halbjährigen Pause freilich nicht zu erwarten.

Symptomatisch für den recht intensitätslosen Auftritt war schon die Anfangsphase, denn in nur 44 Sekunden markierte Teya Wright, Hernes Frau mit der Gesichtsmaske, im Alleingang die 6:0-Führung – hilfsbereit eskortiert von der Hurricanes-Defense. Doch vor allem dank Rahn und Mankertz blieben die Gäste dran und hätten in der 16. Minute gar die Führung mit 33:32 übernehmen müssen – Mallard mehrfach und Andrea Baden einfach vergaben jedoch. Die Folge: Ein Elf-Punkte-Rückstand zur Pause und wenig inspirierte und ideenreiche Angriffe nach der Pause. Da auch Herne lange nicht mehr als nötig tat, verlor die Partie an Fahrt sowie Niveau und war frühzeitig entschieden.

Für Coach Christian Greve besteht jedoch kein Grund zur Panik. „Unser Ziel ist es immer noch, zehn Siege zu sammeln – die brauchen wir wahrscheinlich zum Klassenerhalt“, erinnert er an die vorrangige Saisonvorgabe.

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