Schumacher steigt ebenfalls aus / „Hätte mir gewünscht, dass sich auch andere hinterfragt hätten“

Rücktritt: „Vissel“ künftig ohne Keck

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Joachim Keck (r.) und Sven Schumacher sind nicht mehr länger für die Bezirksliga-Fußballer des VfL Visselhövede zuständig – beide traten zurück.

Visselhövede - Von Matthias Freese. Selbst der 2:0-Sieg gegen den SV Ippensen hat Joachim Keck nicht mehr umstimmen können – der Coach des VfL Visselhövede ist noch am Sonntag nach dem Spiel von seinem Amt zurückgetreten. Das teilte der Fußball-Bezirksligist erst gestern mit. Am Mittwoch hatte auch Co-Trainer Sven Schumacher abgedankt, doch bereits morgen im Spiel beim FC Ostereistedt/Rhade soll ein Nachfolger an der Seitenlinie stehen. Wer es ist, wollte der Verein bis Redaktionsschluss nicht sagen – auch nicht, ob es sich dabei um eine Interims- oder um eine langfristige Lösung handelt.

„Wir möchten da keine weitere Stellung zu nehmen“, lehnte Visselhövedes Fußball-Boss Malte Flammann auch weitere Kommentare zum Ausstieg des Trainers ab. Dafür äußerte sich Joachim Keck. Für ihn habe die Entscheidung sogar schon vor der Partie gegen Ippensen festgestanden: „Dem Vorstand hatte ich bereits am Samstag Bescheid gesagt, die Mannschaft hat es von mir nach dem Spiel in der Kabine erfahren“, so der 31-jährige Trainer-Novize, der auf eine Bilanz von drei Siegen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen blickt. Und eben die nennt er auch als Hauptgrund für seinen Rücktritt: „In erster Linie war es der sportliche Misserfolg. Und ich bin ein Mensch, der die Fehler zuerst bei sich selbst sucht. Ich trage die Verantwortung. Ich hätte mir aber auch gewünscht, dass sich andere genauso hinterfragt hätten.“

Grobe Patzer hat sich Keck nicht vorzuwerfen, doch die Nähe zu einigen Spielern sei in Zeiten der sportlichen Krise nicht unbedingt förderlich gewesen. „Wenn der Erfolg nicht da ist, ist es ein Problem, wenn man viele Freunde im Team hat, das man trainiert.“ Zudem habe er nicht mehr die volle Rückendeckung gespürt. Nach einer Mannschaftssitzung vor zwei Wochen sei die noch da gewesen, „nach dem Heeslingen-Spiel sahen das ein oder zwei aber wohl anders“, betont Keck. „Und auch der Vorstand stand gefühlt nicht mehr komplett hinter mir, auch wenn es keiner offen gesagt hat. So kann ich nach dem Sieg jetzt wenigstens erhobenen Hauptes gehen, ohne auf einem Abstiegsplatz zu stehen.“ Visselhövede belegt aktuell Rang zwölf.

Kecks Co-Trainer Sven Schumacher hatte übrigens noch am Dienstag das Training geleitet und die Bereitschaft der Spieler abgefragt, mit ihm in hauptverantwortlicher Position weiterzuarbeiten. Teile der Mannschaft sollen sich jedoch für einen kompletten Neuanfang ausgesprochen haben. „Mittwoch hat er mich informiert, dass er ebenfalls aufhört“, so Flammann.

Keck hatte erst im Sommer Peter Norden „beerbt“ – und der war auf Wunsch des Vorstandes in der letzten Woche wieder dichter an die Mannschaft herangerückt. Es wirkte ein wenig wie eine Entmachtung von Keck, der sich nicht über Nordens Hilfe geärgert hatte, sondern darüber, dass dieser Vorgang an die Öffentlichkeit gekommen war. Während der Partie gegen Ippensen hatte sich Norden nie in direkter Nähe der Trainerbank aufgehalten und war auch verbal nicht wirklich in Erscheinung getreten.

Zu sehen war auf der gegenüberliegenden Seite der Haupttribüne dafür ein ehemaliger Spieler des VfL Visselhövede: Sefa Gashi, vor einigen Jahren im Streit von den Heidestädtern geschieden und zuletzt als Trainer beim SV Soltau tätig, hockte auf den Stufen hinter der Bande, neben dem Vater der Visselhöveder Spieler Atdhe und Arben Haliti.

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