Stürmer trifft und holt Elfmeter raus – doch Uphusen spielt den RSV eine Stunde lang schwindlig

Nur Schulwitz erfüllt sein Soll – 2:2

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Tim Ebersbach (l.) musste schon mächtig in der Innenverteidigung aufpassen – Uphusens Saimir Dikollari lauerte, übte Druck aus und kam auch zu guten Möglichkeiten. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseDie beiden Trainer machten gar kein Geheimnis aus ihrer gegenseitigen Antipathie und grüßten sich nicht. Und als die gemeinsame Pressekonferenz ins Wasser fiel, waren Benjamin Duray und Andre Schmitz alles andere als böse. Dabei waren sie sich in mehr Punkten einig, als ihnen vielleicht lieb war. Einig darüber, dass beide Teams, der gastgebende Rotenburger SV und Aufsteiger TB Uphusen, nach einer turbulenten Partie mit drei Platzverweisen ganz gut mit dem 2:2 (1:1) zum Auftakt der Fußball-Oberliga leben konnten.

Einig aber auch, was die Schlüsselszene des Spiels war. Mit seiner Roten Karte nach einer Notbremse gegen Maximilian Schulwitz hatte Uphusens Keeper Bastian Rosilius der Partie in der 62. Minute noch einmal eine unerwartete Wende gegeben. „Das war der Knackpunkt“, meinte Gäste-Coach Schmitz. Christoph Drewes glich per Strafstoß zum 2:2 aus – und Rosilius war froh, dass es anschließend nicht noch schlimmer für sein Team kam. „Das wäre scheiße gewesen“, gestand er. Ersatzmann Gregor Badstübner hielt die Kiste fortan aber mit guten Reflexen sauber, nahm Rosilius hinterher in den Arm und meinte: „Für Dich!“

Dabei hatten die Zuschauer im Rotenburger Ahe-Stadion – es waren rund 350 – selten einen so mutigen, so starken Aufsteiger wie den Turnerbund aus Uphusen gesehen. Zumindest galt das eine Halbzeit lang, als Außenverteidiger Sedat Yücel über die linke Seite einen gefährlichen Angriff nach dem nächsten initiierte und Stürmer Saimir Dikollari ebenso wenig von der RSV-Abwehr zu stoppen war. Es wirkte, als seien die Gäste stets mit zwei Leuten mehr auf dem Platz. Der RSV bekam überhaupt keinen Zugriff, lief völlig neben der Spur. „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen“, formulierte es Neuzugang Colin Heins. Note fünf hätte es auch getroffen. „Dem habe ich nichts hinzuzufügen“, nickte Coach Duray. Einzig die schwache Ausbeute und das ständige Tapsen in die Abseitsfalle verhinderten eine klare Uphuser Führung.

Zudem legte Gäste-Keeper Rosilius ein rabenschwarzes Oberliga-Debüt hin. Schon in der 15. Minute „verfaustete“ er sich bei einer Ecke von Colin Heins – Maximilian Schulwitz reagierte per Kopf am schnellsten im Gewühl und traf in Mittelstürmermanier zum 1:0 für den RSV. In der Folgezeit gelang es dem überlegenen Klassenneuling aber, die Partie zu drehen: Erst degradierte Dikollari die Abwehr inklusive Torwart Henner Lohmann zu Statisten, was David Airich zum 1:1 nutzte (38.), dann drückte Benjamin Titz das Leder nach feinem Zuspiel von Oktay Yildirim und Querpass von Yücel zum 2:1 über die Linie.

Der RSV, bei dem Axel France überraschend als linker Außenverteidiger und nicht als Flügelstürmer auflief, hatte zu diesem Zeitpunkt längst das neue 4:3:3-System aufgegeben und auf die altbekannte, abwartendere 4:4:2-Variante umgestellt. Doch erst mit Rosilius’ unnötiger Notbremse kam der Wümme-Club ins Spiel und zu besten Chancen durch Schulwitz (71.) und Colin Heins (75./80./87.). „In der zweiten Halbzeit standen wir aber auch besser“, fand Außenstürmer Jelle Röben.

Uphusen schwächte sich sogar noch mehr, als sich der 17 Minuten zuvor eingewechselte Marco Wahlers erst Gelb-Rot und später einen Rüffel seines Trainers abholte. Doch auch der RSV ging nicht vollzählig mit dem Abpfiff vom Feld – Innenverteidiger Christoph Drewes erhielt ebenfalls die Ampelkarte (90.+2). Karten, die neuerdings ein Spiel Sperre nach sich ziehen. Colin Heins rückte dennoch das Positive dieser Auftaktpartie nach vorne: „Das erste Spiel nicht zu verlieren – das ist wichtig!“

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