15-jähriger Radrennfahrer aus Rotenburg steht im Nationalkader

Schröder erobert die Bahn

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Tempo machen auf den Brettern in Bremen: Jasper Schröder startete bei den Sixdays im Jedermann-Rennen.

Rotenburg - Von Matthias Freese. In den nächsten Tagen geht es nach Mexiko – Schüleraustausch. Das bedeutet: Zwei Wochen ohne das geliebte Rennrad – kaum vorstellbar! „Aber es muss irgendwie gehen“, sagt Jasper Schröder, 15-jähriger Ratsgymnasiast aus Rotenburg und in seiner Altersklasse einer der talentiertesten deutschen Radsportler. Schröder gehört seit einigen Wochen sogar dem U 17-Bahn-Nationalkader des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) an.

Erst vor wenigen Tagen durfte der für Blau-Gelb Langenhagen fahrende Wümmestädter sein Potenzial auf der 166 Meter langen Bahn der Bremer Sixdays zeigen. Beim Jedermann-Rennen hatte er das Finale erreicht und sich dort Platz drei gegen ausschließlich ältere Konkurrenz ersprintet. Schröder knackte die magischen zehn Sekunden für die gemessene Runde – 9,953! „Ich bin da sehr spät reingerutscht und habe mich echt darüber gefreut“, erzählt er.

Erst seit rund einem Jahr sammelt er auf der Bahn seine Erfahrungen, nachdem zuvor ausschließlich die Straße sein Metier war. Inzwischen parken bei ihm zu Hause neben zwei Straßenmaschinen und einem älteren Crossrad ein vom Landesverband zur Verfügung gestelltes Bahnrad. Bereits im Herbst wurde er damit niedersächsischer Bahnmeister in der U 17. Auf der Straße hatte es im Einzelzeitfahren den Vize-Titel gegeben. „Die Bahn ist echt was Cooles, weil es von den Wettbewerben her auch abwechslungsreicher ist“, findet Jasper Schröder. Dass er im Gegensatz zur Straße ohne Bremse und mit starrer Narbe unterwegs ist – daran hat er sich schnell gewöhnt. „Klar sind auf der Bahn die Geschwindigkeiten höher. Es gab auch schon gefährliche Situationen. Aber gestürzt bin ich noch nie. Auf der Straße passiert mir das gefühlt drei Mal pro Jahr. Wenn da 100 Fahrer am Limit versuchen, als erstes durch die Kurve zu fahren, kommt es immer wieder zu Stürzen“, berichtet der Neuntklässler.

Jasper Schröder gehört dem BDR-Kader an.

Rund 13 000 Kilometer reißt er pro Jahr ab. Die Berufung ins BDR- Perspektivteam und die Nominierung für die Sichtungsrennen in Frankfurt/Oder sind da der Lohn. Bei der DM sprang im Madison-Wettbewerb zudem Platz sieben heraus. Dennoch bleibt Schröder gelassen-bescheiden: „Ich möchte, was Sichtungsrennen und Deutsche Meisterschaften angeht, alles mitfahren und mich weit vorne platzieren. Alles andere lasse ich aber auf mich zukommen und mache mir keinen Druck.“ Eben so lassen sich wohl auch zwei Wochen ohne Rad aushalten.

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