Radsport-Ass schlägt Europameister

Jasper Schröder – ein Deutscher Meister aus Rotenburg

Jasper Schröder (2.v.l.) im Kreise seiner drei Teamkollegen.
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Seinen bisher größten Erfolg feiert der Rotenburger Jasper Schröder (2.v.l., hier mit dem Teamkollegen des RC Blau-Gelb Langenhagen) in Köln mit dem DM-Titel in der Einerverfolgung.

Kleine Radsport-Sensation, made in Rotenburg: Jasper Schröder hat den DM-Titel in der Einerverfolgung geholt und dabei sogar den Europameister geschlagen.

Rotenburg – Zum Auftakt der Deutschen Meisterschaften auf der Bahn in Köln-Müngersdorf setzte der Rotenburger Radrennfahrer Jasper Schröder ein ganz fettes Ausrufezeichen! Der 16-Jährige, der für den RC Blau-Gelb Langenhagen fährt, gewann auf der Albert-Richter-Bahn am Mittwoch völlig überraschend den Titel in der Einerverfolgung über 3 000 Meter bei den U 19-Junioren. Schröder untermauerte damit auf dem 250-Meter-Oval einmal mehr, dass er in der Republik zu den größten Talenten zählt. Im Finale schlug er sogar den Europameister Benjamin Boos (RSC Turbine Erfurt).

Jasper Schröder (Mitte) ließ Europameister Benjamin Boos (l.) und Malte Maschke hinter sich.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bezeichnete den Triumph auf seiner Homepage als „eine kleine Überraschung“ – wohl auch, weil Schröder zum jüngeren Jahrgang (2004) gehört. Im Anschluss an seinen Coup prasselten auf den Radrennfahrer von der Wümme denn auch etliche Glückwünsche ein. Freunde, Teamkollegen, Verein und der Landesverband gratulierten eiligst – vielfach über die Sozialen Medien. „Stolz wie Bolle“, schrieb etwa Mannschaftskamerad Ole Geisbrecht, der 18. wurde. „Wie geil ist der Typ in der Mitte!?!?“, kommentierte wiederum der RC Blau-Gelb Langenhagen das Siegerfoto auf seinem Instagram-Account.

Im zum Teil überdachten, offenen Radstadion in Köln war der ein Jahr ältere Benjamin Boos in der Vorrunde noch in 3:17,168 Minuten Bestzeit auf der Bahn aus Afzelia-Holz, einem wetterbeständigen Tropenholz, gefahren. Der Mann, der im Sportinternat in Thüringen seine Karriere vorantreibt, war damit allerdings nur knapp vier Zehntelsekunden schneller als sein Finalgegner Jasper Schröder. Und im direkten Duell fuhr der Rotenburger Ratsgymnasiast dann in absoluter Topform. Er steigerte sich noch einmal deutlich und rauschte in 3:16,442 Minuten mit fast zwei Sekunden Vorsprung zum DM-Titel vor Boos.

Schröder hat noch weitere DM-Chancen

Für Schröder, der seit diesem Jahr auch für das niedersächsische Team in der U 19-Bundesliga fährt, war es der erste nationale Einzeltitel. Malte Maschke (3:22,397/Frankfurt RC 90) setzte sich übrigens im deutlich langsameren Bronzelauf gegen Luis-Joe Lührs (3:23,755/RC Die Schwalben München) durch.

Nicht ganz zum Medaillenplatz sollte es am Donnerstag in der Mannschaftsverfolgung reichen. Schröder belegte mit seinen Teamkollegen Noah Balgenorth, Ole Geisbrecht und Tom Köbernik vom RC Blau-Gelb-Langenhagen über die Distanz von 4 000 Metern den fünften Platz in der Qualifikation mit 4:25,9694 Minuten und verpasste somit das kleine Finale um knapp vier Sekunden.

Ehrung der Stadt Rotenburg

Das ist ja mal ein gutes Timing. Am Montag, also fünf Tage, nachdem Jasper Schröder seinen DM-Titel in der Einerverfolgung gewonnen hat, folgt der Rotenburger einer Einladung der Stadt. Die möchte den Radsportler für seine herausragenden sportlichen Leistungen ehren. „Wir wollten das eigentlich schon vergangenes Jahr machen, das hat Corona aber nicht zugelassen“, erzählt Tobias Harms, Abteilungsleiter des zuständigen Haupt- und Schulamtes der Stadt. Schröder wird sich bei diesem Termin im Ratssaal auch ins Gästebuch der Stadt eintragen; eine Ehre, die bisher nur wenigen Sportlern – etwa Olympia-Medaillengewinner Dimitri Peters (Judo/TuS Rotenburg) – zuteil wurde.

Für den Wümmestädter sind die Titelkämpfe aber noch längst nicht beendet. Er startet auch noch im Zeitfahren über 1 000 Meter, im Punktefahren und im Madison. Nicht ausgeschlossen, dass weitere Erfolge folgen.

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