„Absoluter Wahnsinn“

Wer ist eigentlich diese 61?

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Rechtzeitig geklärt: Der Schneverdinger Patrick Werna (r.) trennt Werders Aleksandar Stevanovic fair vom Ball. ·

Schneverdingen - Von Mareike Ludwig. Tino Polster hielt es nicht mehr auf seinem Platz. Der Mediendirektor des SV Werder Bremen sprang von seinem Stuhl auf und rannte zur Auswechselbank des TV Jahn Schneverdingen.

Dichtes Gedränge: Während Bremens Assani Lukimya (Mitte) gerade zum Kopfball hochgeht, beobachten Schneverdingens Oliver Dittmer (l.) und Klaas Rathjen (r.) die Szene.

„Wer ist eigentlich diese 61?“, fragte er die Absteiger der Fußball-Landesliga, nachdem Güven Ayik, der Träger dieser Trikotnummer, im Freundschaftsspiel gegen die Bundesliga-Profis mit seinem sehenswerten Treffer für einen Jubelsturm unter den 3 000 Zuschauern gesorgt hatte. Am Ende standen die Gastgeber kurz vor einer Sensation, schließlich kamen die Werderaner nur zu einem knappen 2:1 (2:0)-Erfolg.

Ayik stand kurioserweise nicht mit auf dem Spielbogen, sodass Polster bei den Schneverdingern nachfragen musste. Ein wenig peinlich, schließlich trug der Ex-Rotenburger vor einiger Zeit noch selbst das Trikot der Grün-Weißen in der Verbandsliga, zudem stand sein jüngerer Bruder Onur Ayik bis zur vergangenen Saison noch im Bundesliga-Kader der Hanseaten. „Das darf doch nicht wahr sein, dass das sein Bruder ist“, konnte sich Polster ein Schmunzeln nicht verkneifen.

So war es auch nicht verwunderlich, dass Ayik nach dem Schlusspfiff der gefragteste Mann auf dem Platz war. Etliche Autogrammwünsche erfüllte er den jungen Zuschauern. Ein Junge wollte sogar sein Trikot haben. „Das kann ich dir leider nicht schenken. Bei uns geht das nicht wie bei Werder, da wir jeder nur ein einziges haben“, lachte der 30-Jährige. Teamkollege Oliver Dittmer hatte da schon mehr Glück, schließlich ergatterte der 24-Jährige das Trikot des Bremer Abwehrspielers Theodor Gebre Selassie. „Für mich ist mit dem Spiel gegen Werder ein kleiner Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Ein wirklich überragendes Gefühl“, sagte Dittmer mit leuchtenen Augen. Der Ex-Rotenburger kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: „Wie Güven Sokratis ausgetanzt hat, war der absolute Wahnsinn.“

Einen besonderen Fotowunsch hatte Schneverdingens Sechser Klaas Rathjen zu erfüllen. Werder-Kapitän Clemens Fritz wollte einen Schnappschuss mit dem 28-Jährigen machen. „Ich war total perplex und wusste im ersten Moment gar nicht, was er von mir wollte. Er meinte, dass ich seinem besten Kumpel wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sehe“, erzählte Rathjen. Und der ehemalige Rotenburger fügte hinzu: „Es war ein tolles Erlebnis, sich vor so einer Kulisse mit einer Profimannschaft messen zu dürfen. Und Hut ab, dass wir so gut dagegengehalten haben.“

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In bester Laune präsentierte sich auch Schneverdingens Kapitän Christoph Meinke. „Das war ein einmaliges Gefühl. Vor dem Spiel war ich schon sehr nervös, doch dann hatte ich keine Zeit mehr, darüber nachzudenken. Es hätte für uns wirklich nicht besser laufen können“, schwärmte der gebürtige Botheler auf der Pressekonferenz. Werders Interimscoach Wolfgang Rolff versuchte dagegen, den schwachen Auftritt seiner Elf zu erklären. „Nach Saisonende ist es nicht so einfach, mit dem Kopf noch voll bei der Sache zu sein.“ Er räumte aber anschließend auch ein: „Kompliment an die Schneverdinger. Die Mannschaft hat hinten sehr gut gestanden. Wir haben viel zu wenig gezeigt und zu langsam nach vorne gespielt“, gestand Rolff.

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