Nach Sonntagsschuss am Sonnabend steht RSV gegen Egestorf/Langreder mit leeren Händen da

Schneider und Heins fehlt Coolness

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Solider Part als Außenverteidiger: Rotenburgs Axel France (r.) setzt sich im Luftduell gegen Sebastian Bönig durch. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseMallorca-Musik dröhnte nach dem Abpfiff aus der ersten Kabine – und die Oberliga-Fußballer des 1. FC Germania Egestorf/Langreder erwiesen sich bei diesem banalen Liedgut als äußert textsicher. Auch wenn es ein wenig übertrieben wirkte – die Männer aus Barsinghausen feierte ihren Neun-Punkte-Start und den kurzzeitigen Sprung an die Tabellenspitze ausgiebig. Dabei resultierte der am Ende schmeichelhafte 1:0 (1:0)-Sieg im Ahe-Stadion des Rotenburger SV aus einer einzigen genialen Aktion ihres Spielertrainers Jan Zimmermann. Er traf per Sonntagsschuss in der zehnten Minute.

Kein Wunder, dass sie sich beim RSV mächtig über diese Niederlage am dritten Spieltag ärgerten. „Hinten hältst du den Laden dicht, dann kriegst du so’n 40-Meter-Schuss und alles ist scheiße“, schimpfte Mannschaftsführer Tim Ebersbach. Nun gut, 40 Meter waren es nicht, doch aus 25 hatte Zimmermann, der sich mit einem Doppelpass zuvor jeglicher Bewachung entzogen und zum Solo angesetzt hatte, abziehen können. „Der hatte Platz ohne Ende und konnte sich den Ball noch hinlegen“, wusste auch der machtlose Keeper Henner Lohmann.

Ansonsten lag sein Kapitän richtig mit der Analyse. Hinten wurde es eigentlich nur bei Standards gefährlich, weil insbesondere Thorben Schierholz dort seine Größenvorteile nutzte und gleich mehrfach zu gefährlichen Kopfbällen kam. Auffällig war zudem, dass die Egestorfer in der ersten halben Stunde geschickt die Räume zustellten. „Da haben wir uns völlig den Schneid abkaufen lassen“, so Innenverteidiger Ebersbach. Die RSV-Abwehr hatte dadurch große Probleme, eine Anspielstation zu finden. Das wurde erst besser, als die Gastgeber aggressiver und druckvoller agierten.

Vorne blieb der RSV jedoch über weite Strecken harmlos. Und trotzdem stellte Coach Benjamin Duray fest: „Die hatten keine zwei so dicken Chancen wie wir.“ Gemeint waren die Riesenmöglichkeiten von Sascha Schneider (55.), der von Maximilian Schulwitz bedient wurde, aber an Keeper Jan Bornschein scheiterte, sowie von Colin Heins, der ebenfalls perfekt von Schulwitz freigespielt wurde und verzog (81.). „Wenn du zwei 100-prozentige nicht machst, verlierst du in der Liga so ein Spiel“, meinte auch Tim Ebersbach. Neuzugang Herman Puhmann war übrigens spielberechtigt, blieb aber auf der Bank.

Coach Duray passte das Ergebnis nicht, wohl aber die Leistung seiner Elf, die dieses Mal im 4:4:2-Verbund aufgelaufen war. Unterhaltsam wurde es in einer zunehmend robuster werdenden Partie, in der Referee Dirk Schröer (SV Messingen) und seine Assistenten Anja Klimm und Alexander Herbers stets souverän blieben, vor allem in der Nähe der Trainerbänke. Erst Recht nach einem erneuten Foul von Tilman Zychlinski an Rotenburgs Yannik Malende (55.). „Sei mal ruhig, du kriegst gleich einen Herzinfarkt“, rief Egestorfs Ersatzkeeper Christoph Raum da in Richtung des aufgebrachten Duray. Und der konterte noch zorniger: „Ich krieg’ keinen Herzinfarkt – ich kann Puls 340 haben.“

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