Wie die Schiedsrichter des Kreises sich von Fans und Spielern behandelt fühlen

„Sehr sittlicher Umgang“

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Kampagne der Verbände: Fan-Regeln hängen bei vielen Vereinen aus.

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Schiedsrichter im Fußball leben gefährlich! Das hat sich erst Anfang der Woche im DFB-Pokalspiel zwischen dem VfL Osnabrück und RB Leipzig gezeigt, als dem Unparteiischen Martin Petersen ein Feuerzeug an den Kopf geworfen wurde, dieser dabei eine Gehirnerschütterung erlitt und er das Spiel abbrach. Doch kommt es auch hier im Kreis zu solchen Szenen? Und wie sehr fühlen sich die Schiedsrichter in unteren Klassen von Fans sowie Spielern gestört und bedrängt?

Der neue Kreisschiedsrichter-Obmannn Hannes Saul aus Bremervörde-Hesedorf, selbst in der Landesliga an der Pfeife, ist „bislang nicht tätlich angegriffen worden“. Auch hat er bislang „noch keinen Spieler aufgrund von Schiedsrichterbeleidigungen vom Feld gestellt“. Er betont allerdings kritisch: „Es gibt Zuschauer, die glauben, nur weil sie den Eintritt bezahlt haben, besitzen sie die Berechtigung, über den Schiedsrichter zu meckern.“ Und nicht nur gegen die – bestes Beispiel: Am letzten Kreisliga-Spieltag mussten sich mehrere Spieler des TV Sottrum aufs Übelste von Anhängern des Bremervörder SC beleidigen lassen.

Doch meist halten sich die Zuschauer am Spielfeldrand im Kreis zurück. Schiedsrichter Steffen Ludwig (SSV Wittorf), der vor allem in den Kreisklassen, aber auch im Jugendbereich pfeift, ist denn auch der Meinung, dass der „Umgang mit den Schiedsrichtern bei uns im Kreis ganz gesittet ist“. Zustimmung erfährt er von Routinier Friedrich Lüning (FC Walsede), der ebenfalls von einem „sehr sittlichen Umgang“ berichtet. In über 30 Jahren Schiedsrichterdienst kann er „keine besonderen Vorfälle“ melden. „Lediglich in Entscheidungsspielen kann es hitzig werden“, fügt Ludwig hinzu.

Etwas anders sieht es bisweilen im Jugendbereich aus. Hier scheinen manche Erziehungsberechtigte ein besonderes Problem zu sein. „Von den Eltern der Jugendlichen kommen die unqualifiziertesten Bemerkungen“, berichtet Hannes Saul. Doch auch die Spieler werden laut Lüning in den Jugendklassen immer ungebührlicher: „Früher waren Schiedsrichter für Jugendliche noch Respektspersonen, heute eher nicht mehr“, stellt er fest. Steffen Ludwig ergänzt, dass vor allem im Jugendbereich „einige Vereine für schlechten Umgang bekannt sind“.

Die Folgen nennt Saul: „Vor allem bei jungen Schiedsrichtern kommt es hin und wieder vor, dass sie ihre Laufbahn aufgrund negativer Erlebnisse beenden, da ihnen ein dickes Fell fehlt und sie deshalb gewisse Vorfälle nicht richtig einordnen und verarbeiten können.“ Im Vergleich zu anderen Kreisen der Region schneidet Rotenburg nach Meinung der Referees aber gut ab: „Der Heidekreis ist für einen anderen Umgang mit Schiedsrichtern bekannt“, weiß Ludwig.

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