Scheeßeler Klaus Witte vom Institut für Sportgeschichte für langjährige Funktionärstätigkeit geehrt

„Ich bin ein Rattenfänger“

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Klaus Witte zeigt stolz seine Auszeichnung: Das niedersächsische Institut für Sportgeschichte hat den Scheeßeler ins Ehrenportal aufgenommen.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Als „Persönlichkeit des niedersächsischen Sports“ wurde der Scheeßeler Klaus Witte für sein langjähriges Engagement im Bereich des Sports ins Ehrenportal des niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte (NISH) aufgenommen.

Der Verein dokumentiert nicht nur niedersächsische Sportgeschichte, sondern hilft beispielsweise auch Vereinen bei der Erstellung von Festschriften.

Dass der umtriebige gebürtige Sottrumer im Frühjahr eine Anfrage bekam, sein Wirken als Funktionär im Auftrag des Sports zusammenzufassen – die Aufnahme ins Ehrenportal erfolgt nur auf Vorschlag –, nachdem er sich 2008 aus dem letzten Amt zurückgezogen hatte, erstaunte den pensionierten Lehrer. „Ich dachte, mit der Verleihung des Verdienstkreuzes Erster Klasse durch den damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff, der Ehrennadel des DOSB und der Ernennung zum ‚Pionier des Breitensports‘ durch den Weltbreitensportverband wäre ich allmählich ‚end-ausgezeichnet'.“ Zur Verleihung selbst durch den niedersächsischen Innen- und Sportminister Boris Pistorius konnte Witte Ende April nicht zugegen sein. Da betreute er gerade einen von ihm geleiteten Austausch mit einer französischen Partnerregion.

Schon die stichwortartige Übersicht seiner Tätigkeiten füllte vier Seiten, darunter der Vorsitz der Sportjugend Niedersachsen, Bundesbeauftragter für das Deutsche Sportabzeichen des Deutschen Sportbundes oder Sitz im Bundesvorstand Breitensport. Angefangen hatte seine sportliche Laufbahn als Jugendlicher beim TV Sottrum – als ewig Dritter in der Leichtathletik auf Kreisebene, meldete sich der junge Witte irgendwann zu einer Fortbildung für Jugendnachwuchsleiter. Schon bald war er Vorsitzender der Sportjugend, organisierte und leitete regelmäßig Jugenderholungsmaßnahmen und Zeltlager in der Sportjugend Niedersachsen und bildete selbst Jugendleiter aus.

Um die Ämter bewarb er sich nicht selbst, immer ging man auf ihn zu: „Da zog ein Amt das nächste nach sich.“ Und immer sagte er ja. Warum? „Natürlich habe ich mich auch geehrt gefühlt, aber die Berufungen waren auch immer reizvoll.“

Zu den Highlights befragt, purzeln Daten und Orte: 1967 nach Japan, 1968 für das IOC in Mexiko oder 2008 für den DOSB beim Weltfestival der Sportkulturen in Korea. Aber auch Besuche in Australien, Argentinien und Chile, wo aufgrund der Einwanderergeschichte das deutsche Sportabzeichen abgenommen wird. Und nebenbei frönte Witte seiner Leidenschaft, Großveranstaltungen wie Sportgalas, Bundeskonferenzen und Turnfeste zu moderieren und zu organisieren.

Nach seiner Motivation befragt, meint der ehemalige Beekeschullehrer überzeugt: „Ich bin ein Rattenfänger, hatte immer Lust, mit Menschen umzugehen.“ Er selbst habe als Trainer immer „Typen“ gehabt, „das braucht der Sport“. Dass er sein organisatorisches Talent im sportlichen Bereich auslebte, sei dem Zufall geschuldet: Damals im Krieg gab es ja nicht viel anderes.“ Allerdings hatte er sich auch einige Zeit in der Kommunalpolitik umgetan und sich irgendwann enttäuscht zurückgezogen. „Im Sport ist das Wir-Gefühl einfach größer.“ Auch mit 77 Jahren hat sich Witte noch nicht komplett in den Ruhestand zurückgezogen: Gerade hat er vier Wochen lang die Sportabzeichensaison auf seinem geliebten Interims-Domizil Langeoog vorbereitet.

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