2:3 im Pokal-Finale gegen Karlshöfen drückt nur kurz auf die Stimmung

Scheeßel feiert wie ein Sieger

Neuseeland-Rückkehrer Florian Klee (am Ball) kam in der 65. Minute ins Spiel und sollte die Scheeßeler Offensive weiter beleben. Die Niederlage konnte aber auch der 21-Jährige nicht mehr verhindern. - Foto: Freese

Gnarrenburg - Von Matthias Freese. Sehen so Verlierer aus? Nein, definitiv nicht! Schon bei der Siegerehrung für den Kreisligisten TSV Karlshöfen feierten die zahlreich mitgereisten Fans des SV Rot-Weiß Scheeßel fast schon trotzig ihr Team und skandierten: „Wir wollen den Meister sehen!“ Und nachdem alle Medaillen verteilt waren, drehte sich der Titelträger der 1. Kreisklasse Süd zu seinen Anhängern um und stimmte in den Gesang mit ein. Und das, obgleich es kurz zuvor im Kreispokal-Endspiel in Gnarrenburg eine 2:3 (0:1)-Niederlage gesetzt hatte.

Auch bei Kapitän Matthias Miesner war die Enttäuschung über das verpasste Double recht schnell verflogen. „Im ersten Moment ist sie natürlich groß, aber wir haben doch trotzdem eine überragende Saison gespielt und unsere Pflicht erfüllt. Der Pokalsieg wäre nur die Kür gewesen“, stellte der Routinier fest.

Vor fast 500 Zuschauern war ein Unterschied zwischen den künftigen Klassenpartnern denn auch nicht zu erkennen. Das sah nicht nur Miesner so. Sein Trainer Sven Schumacher betonte: „Ich fand nicht, dass wir hier die schlechtere Mannschaft waren.“ Nuancen entschieden letztlich, beziehungsweise „individuelle Fehler“, wie Schumacher wusste. „Aber ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen.“

Karlshöfen verkraftete den ersten Schock, nämlich den frühen verletzungsbedingten Ausfall von Torjäger Henning Böttjer (11.), recht gut und ging trotzdem in der 14. Minute durch Maurice Ruröde in Führung. Er hatte den zuvor von Keeper Sebastian Bretzke noch an die Latte gelenkten Ball abgestaubt. Scheeßel kam allmählich in die Partie und spielte – angetrieben von Miesner und Christoph Meyer bis zum Strafraum ganz gefällig. Anfang der zweiten Halbzeit zeigte Meyer dann seine Standardqualitäten und traf per Freistoß zum 1:1 (50.) . Den zweiten Scheeßeler Treffer „streichelte“ er dann gefühlvoll und ebenfalls per Freistoß ins Tor (87.). „Ja, das kann er. Ärgerlich nur, dass er auch schon über 30 ist“, merkte Schumacher an.

Noch ärgerlicher, dass Miesners Tore nicht ausreichten, da sich Scheeßel eine zweiminütige Auszeit gönnte. Erst schoss Ruröde einen Freistoß durch die Mauer der Rot-Weißen zum 2:1 für Karlshöfen ins Netz (73.), dann ließ sich die Beeke-Elf nach einem Ballverlust im Mittelfeld auskontern – Chris Bubbel schloss schließlich zum 3:1 ab (75.). Dass sich Ruröde noch mit Gelb-Rot verabschiedete (76.), war da nur eine Randnotiz. Fast so wie die Scheeßeler Pokalniederlage. Irgendwie war ihnen ja schließlich dennoch zum Feiern zumute.

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