Salkic geht auf Misere los

Bremervörde gewinnt dreckiges Derby gegen Rotenburg

Die Abwehr (Christian Hausdorf, Jens Koch und Jens Behrens, v.l.) stand gegen Adnan Salkic (2.v.l.) und die Bremervörder. - Fotos: Freese
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Die Abwehr (Christian Hausdorf, Jens Koch und Jens Behrens, v.l.) stand gegen Adnan Salkic (2.v.l.) und die Bremervörder.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Luka Bruns hatte sich nach dem Abpfiff einen Maulkorb verpasst und schwieg lieber. Auch seine Mitspieler waren zügig in der Kabine verschwunden. Die Stimmung war mies beim TuS Rotenburg. Ziemlich mies.

Schuld war der TSV Bremervörde, der in einem emotionalen und bisweilen dreckigen Derby der Handball-Oberliga mit 18:13 (7:6) die Punkte vor fast 500 Zuschauern aus der Pestalozzihalle entführt hatte „Wir haben viel verkehrt gemacht“, sah Rotenburgs Coach Nils Muche seinen Tabellenvierten nach der fünfwöchigen Spielpause in einem Leistungstief. Vor allem aber hatten die Rotenburger Probleme mit der Härte im Spiel. 

Zwar gingen sie hinten selbst auch ordentlich zur Sache und stoppten immer wieder frühzeitig zupackend die Bremervörder Angriffe, doch waren die Gäste noch eine Spur rustikaler und scheuten auch nicht davor zurück, Hand oder Arm ins Gesicht des Gegenspielers zu drücken. „Diese versteckten Fouls waren schon heftig“, übte Rotenburgs Handball-Boss Friedrich Behrens Kritik am Auftritt der Gäste. „Es ging gut zur Sache“, räumte auch Thomas Koch, Coach der Bremervörder, ein.

Spiel drohte zu eskalieren

„Natürlich haben sie es mit dieser Gangart gut gemacht. Aber die Unparteiischen haben es versäumt, das zu unterbinden“, ärgerte sich wiederum Muche. Vor allem Spielmacher Adnan Salkic übertrieb es am Ende maßlos. Nach einem Foul von Lukas Misere an Philipp Habermann eilte er 90 Sekunden vor dem Abpfiff wie ein Irrwisch herbei, würgte den Rotenburger Linksaußen und löste damit vor der Rotenburger Bank eine Rudelbildung aus, die fast zu eskalieren drohte. Salkic erhielt „nur“ Rot – ohne Bericht. 

Und Muche zürnte: „Warum er wie ein Geisteskranker losläuft und ihn würgt, weiß ich nicht. Aber auf Lukas hatten sie sich von der ersten Minute an eingeschossen.“ Wie sich zeigen sollte, keine schlechte Taktik, denn Misere blieb bei nur vier Toren. Auch Luka Bruns hatte auf der rechten Seite keine gute Quote und traf nur drei Mal – damit waren beide die Haupttorschützen ihres Teams!

Rotenburg startet stark

Rudelbildung kurz vor Schluss vor der Rotenburger Bank.

Dabei legte Rotenburg ein 6:1 vor (19.), ging dann aber bis zur Pause leer aus – 6:7. Sören Heyber gelang noch ein Mal der Ausgleich beim 8:8 (33.), der für den guten Yannick Kelm eingewechselte Denis Jäger parierte zwei Siebenmeter gegen Salkic (51.) und Lars von Kamp (53.) – doch all das sollte nicht helfen. Zudem hatte sich Abwehrspezialist Christian Hausdorf mit der dritten Zeitstrafe verabschiedet (49.).

Auffällig war auch: Bremervörde versuchte immer wieder das Anspiel an den Kreis, hielt lange und clever den Ball und profitierte davon, dass die Unparteiischen Dennis Bendtsen und Jens Peper aus Horneburg das Zeitspiel sehr großzügig auslegten. Bremervördes Coach war geradezu überwältigt vom Auftritt seines Tabellenzwölften: „Letztlich hat die Abwehr das Spiel gewonnen – und unser Torwart Sebastian Spark war überragend. 

Nur 13 Tore gegen diese Mannschaft zu kassieren, ist sensationell“, bemerkte Koch treffend. Bleibt die Frage: Wer ist jetzt die Nummer eins im Kreis? „Von der Tabelle her immer noch Rotenburg“, meinte Koch.

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