„Den Rückstand holen wir nicht auf“

U 19-Bundestrainer Matthias Hütten blickt optimistisch auf deutsche Badminton-Zukunft

Bundestrainer Matthias Hütten wird beim Testspiel gegen Frankreich nicht mit dabei sein, er weilt in Buenos Aires. - Foto: DBV
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Bundestrainer Matthias Hütten wird beim Testspiel gegen Frankreich nicht mit dabei sein, er weilt in Buenos Aires.

Rotenburg - Von Nicolas Tréboute. Nur noch ein Monat bleibt der deutschen U 19-Badminton-Nationalmannschaft, um für die Weltmeisterschaft im kanadischen Markham (5. bis 18. November) in Form zu kommen. Vor der wichtigen Standortbestimmung gegen Europameister Frankreich am Sonntag (18 Uhr) in der Rotenburger Pestalozzihalle spricht Bundestrainer Matthias Hütten über Ziele beim anstehenden Großereignis, die Zukunft des deutschen Badmintons und den enormen Vorsprung der Asiaten.

Das Spiel gegen Frankreich ist im Zuge der WM-Vorbereitung ein echter Gradmesser. Wie kommt es, dass Sie bei diesem Highlight persönlich nicht mit von der Partie sind?

Matthias Hütten: Ich befinde mich gerade auf dem Weg zu den Olympischen Jugendspielen nach Buenos Aires. Diese Maßnahme überschneidet sich mit dem U 19-Länderspiel, sodass ich nicht vor Ort sein kann. Ansonsten wäre ich sicherlich dabei gewesen.

Welche Ziele setzen Sie sich und ihrem Team für die anstehende WM?

Hütten: Wir haben eine sehr schwierige Gruppe erwischt, da wir im Auftaktspiel direkt gegen den Weltranglisten-Ersten China spielen werden. Wir schätzen daher realistisch ein, dass wir als Ziel eine Platzierung zwischen Rang 17 und 24 anstreben müssen. In erster Linie geht es aber um die Entwicklung der Spieler. Wir sind mit einem sehr jungen Team vor Ort. Viele spielen ihre erste Jugend-Weltmeisterschaft. Von daher werden es wichtige Erfahrungen sein, welche die Spieler für ihre weiteren Karrieren sammeln können.

Wie sehen Sie die Zukunft des deutschen Badmintonsports? Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich in zehn Jahren?

Hütten: Wir haben mit dem Gewinn der Bronze-Medaille bei der vergangenen Jugend-EM gezeigt, dass wir gegen die Top-Nationen gewinnen können. Im weltweiten Vergleich müssen wir aber akzeptieren, dass die gesellschaftlichen und sportlichen Voraussetzungen für Badminton in asiatischen Ländern wahrscheinlich auch noch in zehn Jahren besser sein werden. Wir müssen schauen, dass wir die sehr guten Spieler der jungen Generation auf dem Weg in den Erwachsenen-Leistungssport mitnehmen. Dann bin ich auch optimistisch, dass wir innerhalb der nächsten zehn Jahre bei Olympischen Spielen Medaillen gewinnen können.

Wo liegen die Stärken in der Nachwuchsarbeit in Deutschland? Wo ist noch Verbesserungspotenzial?

Hütten: Unsere Stärke ist die langfristige Förderung. Wir schaffen es, Spieler ganzheitlich innerhalb einer dualen Karriere auszubilden. Andere Nationen schaffen es in noch früheren Jahren international konkurrenzfähig zu sein. Diesen Rückstand verringern wir häufig, holen ihn aber teilweise nicht mehr komplett auf. Ein Verbesserungspotenzial liegt im Deutschen Sportsystem. Der Sport braucht einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert, auch in unserem Schulsystem. In Zeiten von G8 ist es extrem schwer, die notwendigen Umfänge bereits im Jugendalter neben der schulischen Belastung zu schaffen.

Was wird getan, um Badminton für Kinder und Jugendliche zu einer reizvollen Alternative im Vergleich zu so einem Breitensport wie Fußball zu machen?

Hütten: Wir haben den Vorteil, dass Badminton eine typische Schulsportart ist. Wir gehen an vielen Stützpunkten deutschlandweit in die Grundschulen und sichten dort in AGs und im Sportunterricht. Wir versuchen früh eine persönliche Bindung zu unseren Kindertrainern aufzubauen, um Jugendlichen eine gute koordinative Grundausbildung mitzugeben und an die Sportart Badminton heranzuführen.

Wem trauen Sie aus dem aktuellen U-19-Kader den Sprung in die Weltspitze zu?

Hütten: Der Weg in die Weltspitze ist extrem lang. Ich traue aber allen Spielern, die beim U 19-Länderspiel dabei sein werden, diesen Sprung zu. Dieses ist mit ein Kriterium für die Nominierung. Einen speziellen Spieler kann und möchte ich allerdings nicht herausgreifen.

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