Klage gegen Rentenversicherung abgewiesen

Rückschlag für den TuS Heeslingen

B. Eckhoff

Heeslingen - Von Matthias Freese. Der Schicksaltag des TuS Heeslingen jährt sich am 28. November zum fünften Mal. „Und Ruhe hat es hier seitdem nicht gegeben“, sagt der Vorsitzende Bernhard Eckhoff. Jetzt musste der einst stolze Fußball-Oberligist, dem damals wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und nicht abgeführter Sozialabgaben die Steuerfahndung ins Haus schneite, den nächsten Rückschlag hinnehmen. Das Sozialgericht Stade wies die Klage des Vereins gegen die Rentenversicherung mit kleinen Einschränkungen ab. Damit dürften sich die Beitragsnachforderungen für beschäftigte Spieler, die sich ursprünglich auf 690 000 Euro belaufen hatten, nur unwesentlich reduzieren.

„Das kommt nicht überraschend, damit hatte ich gerechnet“, kommentierte Eckhoff das Urteil und reagierte äußerlich ruhig. Bevor er den Gang in die nächste Instanz – er wäre das Landessozialgericht in Celle – antritt, will er die schriftliche Begründung abwarten. 2013 hatte er dort mit Anwalt Torsten Kurk schon die Aufhebung des Zwangsvollstreckungsbeschlusses erwirkt.

Richter Dr. Andreas Bassen, der das jüngste Urteil sprach, stellte klar, dass es sich bei vielen der betroffenen Spieler um sozialversicherungspflichtige Beschäftige gehandelt habe. „Wenn da einer 1 000 Euro netto im Monat verdient, kann man in keinster Weise noch sagen, das ist eine Aufwandsentschädigung“, zitiert ihn die Zevener Zeitung. Der Richter betonte, dass es Spieler gegeben habe, die deutlich mehr verdient hätten, als es der Sozialversicherung gemeldet worden sei: „Mehr Schwarzarbeit geht nicht.“

Wenn die Rentenversicherung ihre Forderung durchsetzen kann, haftet der damalige geschäftsführende Vorstand, also auch Eckhoff, mit seinem Privatvermögen. Dass er die Schulden begleicht, „das wird kaum möglich sein“, erklärte er. „Natürlich belastet mich das alles.“

Nachdem der TuS Heeslingen das Spielrecht damals an den Heeslinger SC übertragen hatte, waren ihm nicht nur die Spieler, sondern auch fast alle Vereinsmitglieder weggelaufen. Doch Eckhoff führt den TuS Heeslingen als einziges Vorstandsmitglied mit von ihm bezifferten „70 bis 80 Mitgliedern“ auch weiter. „Ich bin ja von Anfang an ein Einzelkämpfer gewesen“, fühlt er sich von ehemaligen Mitstreitern im Stich gelassen. Seit dieser Saison nimmt auch ein Herrenteam in der 4. Kreisklasse Nord wieder am Spielbetrieb teil – und steht an der Spitze. Das Kuriose: Die Mannschaft tritt grundsätzlich beim Gegner an, nachdem die Gemeinde den Pachtvertrag für das Waldstadion gekündigt hatte.

„Ich darf auf keinen Platz, weil ich mich mit der Gemeinde streite“, sagt Eckhoff. Sein Vorwurf: „Grund und Boden gehören der Gemeinde, die Tribüne und das Vereinshaus hat aber der TuS Heeslingen gebaut, die fünf Sportplätze auch. Ich möchte diesen Mehrwert ausgezahlt haben“, sagt der Vorsitzende und spricht von „mehr als einer Millionen Euro“. Eckhoffs Wunsch: „Es soll irgendwann mal alles zu Ende sein – mit einem vernünftigen Ergebnis.“ Wie das aussehen soll, habe er „im Hinterkopf. Aber wie man sich in allen Bereichen einigen könnte, muss in Gesprächen geklärt werden.“

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