RSV-Reserve mit historischem 7:0 gegen Heeslingen II / „Bleiben bescheiden“

Delventhal düpiert den Titelanwärter per Hattrick

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Kaum vom Ball zu trennen: Tobias Delventhal (vorne links) wird hier zwar von Christoffer Klee bearbeitet – doch drei Tore und zwei Assists sprechen klar für den Rotenburger.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Routiniers auf der Tribüne waren sich einig: Das war eine Premiere für die Reserve des Rotenburger SV II! Nie zuvor hatte es für sie in der Fußball-Bezirksliga einen so hohen Sieg gegeben – mit 7:0 (4:0) stutzten die Mannen von Neu-Coach Dariusz Sztorc im Ahe-Stadion dem selbsternannten Titelanwärter Heeslinger SC II die Flügel. Hatten die Mannen aus dem Nordkreis noch vor der Saison den Mund ziemlich voll genommen, so waren es gestern eher ihre Hosen.

Dem früheren Rotenburger Malte Ohrenberg war der Auftritt peinlich. Ob er sich dafür schämen würde? „Ja, doch“, gestand Heeslingens Mittelfeldakteur kleinlaut. „Damit hätten wir nicht gerechnet.“ Schon in der Anfangsphase hatte er übrigens eine treffende Frage an seine Mitspieler gerichtet: „Ey, habt ihr Schiss, oder was?“ RSV-Stürmer Tobias Delventhal, mit einem Hattrick in nur 15 Minuten und zwei Assists der überragende Akteur der Partie, war ebenfalls überrascht: „Ich war von Heeslingens Auftritt schon ein bisschen schockiert. Aber wir haben sie auch zum richtigen Zeitpunkt ausgeknockt.“

Was auffällt am neuen System mit Viererkette: Die Wümme-Elf macht das Spiel breit, agiert zunächst abwartend, um dann urplötzlich, konsequent, kombinationssicher und gefährlich über wenige Stationen nach vorne zu kommen. Sztorc hat dem Team ganz offensichtlich ein Korsett verpasst, das maßgeschneidert ist. Schon in der dritten Minute eröffnete Delventhal per Kopfball nach Ecke von Kay Slominski. Sehenswert war in der 15. Minute insbesondere Slominskis Vorarbeit, als er durch den Heeslinger Strafraum Slalom lief und auf Delventhal querlegte – 2:0. Beim 3:0 fälschte Christoffer Klee einen Delventhal-Schuss unhaltbar für den einzigen Gästeakteur in Normalform, Keeper Dirk Braunstein, ab (18.). Und nur fünf Minuten später erhöhte Andrej Edel nach Vorarbeit von Waldemar Ott auf 4:0.

Den Gästen ist zugute zu halten, dass sie sich nach der Pause noch einmal aufrafften – doch auch die Einwechslung des 36-jährigen Almir Redzepagic verpuffte, II weil die Viererkette des RSV stand. „Selbst wenn wir unter Druck kamen, haben wir die Ordnung nicht verloren. Das war wichtig für mich“, war Coach Sztorc bestens gestellt. „Wir werden jetzt aber trotzdem bescheiden bleiben und nicht arrogant werden.“

Keinen guten Tag hatte neben den Gästen auch Referee Leon Henke (TSV Bassen) mit seinen jungen Assistenten erwischt. Manche Abseitsentscheidung war falsch, zudem genoss Heeslingens Ragip Sardas bei seinen etlichen Fouls anscheinend Welpenschutz – trotz seiner 33 Jahre. Nicht der Schiedsrichter war es, der ihn vom Feld beorderte, sondern Trainer Jörn Augustin (74.).

In der Schlussphase drehten die Platzherren noch einmal auf, insbesondere der eingewechselte Tim Potratz untermauerte seine Ansprüche auf einen Stammplatz. Er bereitete das 5:0 von Ott vor (83.) und markierte das sechste Tor selbst (88.) – aufgelegt hatte es Delventhal. Wie auch den letzten Treffer, den Ferenc Toth fast schon artistisch erzielte (90.+1). „Mir hat es sehr gut gefallen“, stellte der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrte Dariusz Sztorc fest und betonte: „Das ist die Arbeit meines Co-Trainers Alex Bese in den letzten zwei Wochen gewesen – diese Leistung ist sein Verdienst.“

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