Schwere Gesichtsverletzung

Potratz ist vom Pech verfolgt

RSV-Mittelfeldmann Tim Potratz feierte bis zu seiner schweren Gesichtsverletzung ein starkes Startelf-Comeback.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Tim Potratz hätte allen Grund, richtig niedergeschmettert zu sein. Sein Startelf-Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause war bereits nach 45 Minuten wieder beendet.

Nicht aber, weil er keine ansprechende Leistung im Trikot des Fußball-Landesligisten Rotenburger SV gezeigt hatte, sondern er beim FC Hagen/Uthlede nach einem Kopfballduell schwer verletzt vom Platz musste und per Rettungswagen direkt in ein Bremerhavener Krankenhaus gebracht wurde. Die Diagnose: Bruch der Augenhöhle sowie Haarrisse in der Kieferhöhle und im Jochbein. Bis zum Zeitpunkt des Zusammenpralls war der Mittelfeldakteur die treibende Kraft.

„Der erste Moment nach der Diagnose war schon sehr hart für mich. Ich muss es aber nehmen, wie es ist. Mir bringt es ja nichts, jetzt nur herumzujammern“, zeigt sich Potratz kämpferisch.

Den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für ihn daher auch nicht infrage. Im Gegenteil. In seinem Krankenhausbett in Bremerhaven ist er einen Tag später sogar schon wieder zu Scherzen aufgelegt. „Der Name ,Smokey Eyes’ passt perfekt zu mir“, spielt der 26-Jährige auf seine dunklen Blutergüsse um die Augenpartie an. Zudem sind seine Wangen deutlich angeschwollen. „Mit meinen Zähnen ist nichts passiert. Ein Brötchen konnte ich problemlos essen. Laut der Ärzte hatte ich richtig Glück im Unglück, denn die Brüche hätten weitaus komplizierter sein können“, versucht Potratz, die Umstände positiv zu sehen.

Knochen werden wieder gerichtet

Um eine Operation kommt der Rotenburger allerdings dennoch nicht herum. Dienstagvormittag werden die Knochen des Gesichts wieder gerichtet und durch kleine Schrauben stabilisiert. „Wenn alles gut verläuft, kann ich zum Wochenende hoffentlich schon wieder nach Hause“, so Potratz, der sich besonders über die vielen Genesungswünsche der Hagener gefreut hat. „Viele Jungs haben mir schon geschrieben und alles Gute gewünscht. Ich unterstelle meinem Gegenspieler auch absolut keine Absicht. So etwas passiert leider. Ärgerlich natürlich, dass es mich jetzt schon wieder erwischt hat. Vor allem, weil ich gerade wieder so richtig im Saft war.“

Bis zu seinem Zusammenprall war dem Mittelfeldmann überhaupt nicht anzumerken, dass er gerade eine dreimonatige Ausfallzeit wegen einer Kreuzbandverletzung hinter sich hatte und das erste Mal wieder von Beginn agierte. „Er war der beste Mann auf dem Platz. Tim hat wirklich jeden Zweikampf gewonnen und hatte eine enorme Präsenz“, lobt sein Coach Tim Ebersbach. Und der Trainer fügt betrübt hinzu: „Das tut mir richtig leid für ihn. Wir stehen nach wie vor noch etwas unter Schock. Die Bilder vergesse ich so schnell nicht. Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich an die unglückliche Szene denke.“

Durch die Frakturen ist Potratz nun also schon wieder zum Zuschauen verdammt. In den verbleibenden fünf Saisonspielen läuft der Rotenburger definitiv nicht mehr für den Tabellenvierten auf. „Die Gesichtsknochen verheilen aber zum Glück relativ schnell, sodass ich schon in drei bis vier Wochen mit dem Laufen beginnen kann“, blickt der Mittelfeldmann bereits nach vorne.

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