Rotenburgs Tennis-Herren droht nach 1:5 gegen Havelse der Abstieg / Nur Loss gewinnt Spitzenspiel

Zu nett für die Oberliga?

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Zwiegespräch: Sebastian Loss (l.) macht Lars Rademacher Mut. Am Ende half aber auch das nicht.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Der Rest der Saison droht zur Abschiedstournee zu werden: Wenn nicht noch etwas völlig Unerwartetes passiert, werden die Tennis-Herren des TC Grün-Weiß Rotenburg wohl die Oberliga verlassen müssen – in der vorentscheidenden Heimpartie gegen den TSV Havelse verpassten die Burina-Boys den einkalkulierten Befreiungsschlag und unterlagen mit 1:5. Einzig die Nummer eins Sebastian Loss überraschte positiv mit einer starken Leistung und gewann gegen Christian Oberwemmer mit 6:2, 6:2.

Da war selbst Zlatan Burina perplex. „Ich habe Sebastian so ruhig und abgeklärt schon lange nicht gesehen. Er hat nicht gebolzt und ist auch nicht auf die Provokationen seines Gegners eingegangen“, sprach der Coach in höchsten Tönen von seinem Youngster, der sein Temperament auf dem Platz im Griff hatte.

Mehr Selbstvertrauen würde sich Zlatan Burina hingegen von seiner Nummer zwei und drei wünschen. So aber gerieten die Partien von Philipp Barautzki und Semir Burina ein wenig zu einem Gebolze mit negativem Ausgang. Meist begingen sie in ihren Duellen die entscheidenden Fehler. Barautzki hatte sich dabei im ersten Satz gegen Philip Tasche nach einem 1:5-Rückstand auf 4:5 herangekämpft, unterlag letztlich aber mit 4:6, 3:6. Semir Burina versuchte es nach dem Geschmack seines Vaters und Trainers auch zu viel mit Slicebällen und gab die Partie gegen Julian Schneider mit 6:7, 2:6 ab.

Am ärgerlichsten war freilich die Niederlage von Lars Rademacher, dem Punktegaranten der Rotenburger, der in seinen bisherigen Einzeln stets siegreich war, nun aber gegen Dennis Diebel vier Matchbälle vergab, während der Havelser prompt den ersten zum 1:6, 6:4, 14:12 nutzte. Dabei hatte Rotenburgs Nummer vier im ersten Satz nahezu fehlerfreies Tennis gespielt, geduldig auf die Fehler des Widersachers gewartet und ihn mit präzisen Schlägen mürbe gemacht. Doch Diebel minimierte im zweiten Satz seine Fehlerquote deutlich – und Rademacher spielte beim Stand von 4:5 und 0:30 bei eigenem Aufschlag weiter, obgleich Diebels Ball hinter der Grundlinie gelandet war. „Aus, nech?“, fragte er anschließend ins Publikum und ärgerte sich über sich selbst.

Zwei Doppelsiege, die zum Remis nötig gewesen wären, schienen angesichts des Auftritts unwahrscheinlich. Loss/Rademacher unterlagen denn auch Oberwemmer/Tasche mit 1:6, 3:6, Barautzki/Burina hatten gegen Schneider/Tasche mit 4:6, 4:6 das Nachsehen.

Punktlos zieren die Grün-Weißen somit weiter das Tabellenende. „Jetzt wird es sehr schwer“, weiß auch Zlatan Burina, dass die Chancen auf den Klassenerhalt nur noch minimal sind. Vielleicht sind seine Jungs ja einfach zu nett für die Oberliga. „Es sieht so aus“, meint auch der Coach.

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