Judo-Ass Dimitri Peters fliegt heute zur WM nach Rio de Janeiro / „Akkus sind aufgeladen“

Rotenburgs Riese schielt auf Gold

+
Zeit für die Heimat nimmt sich Dimitri Peters (l.) gerne. Mit Volker Körte (Mitte) und Jan-Philipp Koll leitete er in Ahausen einen Ju-Jutsu-Lehrgang.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Für Dimitri Peters wird es langsam ernst: Das Judo-Ass des TuS Rotenburg fliegt heute gemeinsam mit der Nationalmannschaft von Frankfurt aus über Lissabon nach Rio de Janeiro.

In der zweitgrößten Stadt Brasiliens hat der 29-Jährige dann noch eine Woche Zeit, sich zu akklimatisieren und die letzten Trainingseinheiten für den „großen Tag“ bei den Weltmeisterschaften zu absolvieren. Am 31. August kämpft der Olympia-Dritte von London in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm um den Titel.

Er ist bereit: Rotenburgs Judo-Ass Dimitri Peters fliegt heute nach Rio de Janeiro. Am 31. August kämpft der Unterstedter dann bei den Weltmeisterschaften um eine Medaille. ·

„Ich fühle mich sehr gut, meine Akkus sind wieder vollständig aufgeladen. Es kann also losgehen“, zeigt sich der Judoka optimistisch. Auf wen der 29-Jährige bei den Titelkämpfen treffen könnte, interessiert Peters im Vorfeld nicht. „Dadurch würde ich mich nur unnötig verrückt machen“, weiß der zweifache Familienvater. Auch schon bei den Olympischen Spielen in London wollte er nicht wissen, wer sein Auftaktgegner auf der Matte ist. Damals hatte ihm jedoch Facebook ein paar Tage vorher einen Strich durch die Rechnung gemacht. Geschadet hat es ihm aber nicht, schließlich kam er mit der Bronzemedaille zurück.

In Rio de Janeiro möchte er nach Möglichkeit wieder Edelmetall holen. „Es wäre super, am Ende auf dem Podest zu stehen. Wenn an dem Tag alles stimmt, kann ich jeden Gegner schlagen“, sagt Peters selbstbewusst. Und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Gold ist meine Lieblingsfarbe. Je glänzender desto besser.“ Auch sein Heim-Trainer Volker Mitschke ist davon überzeugt, dass seinem ehemaligen Schützling der große Wurf gelingt. „Zwar sind richtig starke Kontrahenten dabei, aber ‚Dima‘ ist derzeit sehr gut drauf. Eine Medaille ist auf jeden Fall drin“, so Mitschke.

Zeit zum Sightseeing bleibt an der Copacabana jedoch nicht. „Dafür bin ich aber eh nicht der Typ. Der Fokus liegt ganz klar auf meinem Wettkampf. Ich fliege dort schließlich nicht hin, um mir die Stadt anzugucken. Ich will mich dadurch nicht unnötig ablenken lassen“, erklärt Peters. So eng sein Zeitplan in den vergangenen Wochen auch war, ein Heimatbesuch in Unterstedt steht bei ihm regelmäßig auf dem Programm. „Bei meiner Familie zu sein, tut mir immer gut. Ich war so viel unterwegs, da brauchte ich ein paar Tage zum Entspannen“, verrät der 29-Jährige.

Wer Dimitri Peters kennt, weiß, dass er trotz seiner zahlreichen Erfolge nicht vergessen hat, wo er herkommt. Und so erfüllte er seinem früheren Trainingspartner Jan-Philipp Koll den Wunsch, einen Ju-Jutsu-Lehrgang beim TuS Ahausen zu besuchen. Mit einer schweißtreibenden Funktionsgymnastik brachte Peters die Sportler erstmal auf die nötige Grundtemperatur. Weiter ging es dann mit dem Schulterwurf. Seine Spezialtechnik vermittelte Rotenburgs Riese über den Griff, das Einsteigen, die Weiterführung in eine weitere Technik und nicht zuletzt vom Stand- in den Bodenkampf. Peters hatte sogar seine olympische Bronzemedaille dabei und gab nach der Trainingsstunde auch noch fleißig Autogramme.

Den anschließenden Ju-Jutsu-Part übernahm Jan-Philipp Koll (3. Dan Ju Jutsu). Sein Thema war der Kopfkontrollgriff. Die Sportler sollten diese Technik vor allem am Boden üben. Für den dritten Teil des Lehrgangs hatte sich Volker Körte, 3. Dan Aikido, aus Bremen als Trainer bereit erklärt. Nach den Lockerungsübungen vermittelte er die Prinzipien des Aikidos. Hier wird mit der Kraft des Gegners zusammengearbeitet und dessen Kraft ausgenutzt. Die Teilnehmer waren erstaunt, mit welcher Leichtigkeit die Kraft aufgenommen und weiter geführt wird.

Mehr zum Thema:

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Polizei nach Manchester-Anschlag: Abedi hatte Hintermänner

Zirkus Charles Knie in Wagenfeld

Zirkus Charles Knie in Wagenfeld

Pitt, Messi & Co.: Diese Autos fahren die Reichen und Schönen

Pitt, Messi & Co.: Diese Autos fahren die Reichen und Schönen

Hier müssen Sie hin: Die schönsten Orte Deutschlands

Hier müssen Sie hin: Die schönsten Orte Deutschlands

Meistgelesene Artikel

Verlieren verboten!

Verlieren verboten!

1:0 im Festival der Fehlschüsse

1:0 im Festival der Fehlschüsse

Kunstrasen-Diskussion: DFB-Studie von 2006 aufgetaucht

Kunstrasen-Diskussion: DFB-Studie von 2006 aufgetaucht

Jetzt schaltet sich der DFB-Boss ein

Jetzt schaltet sich der DFB-Boss ein

Kommentare