Rotenburgs Keeper Denis Jäger der Garant / 60 Paraden in 120 Minuten / „Ein Bombenwert“

Der verlegene Pokal-Held

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Volle Konzentration: Rotenburgs Keeper Denis Jäger zeigte im BHV-Pokal zwei ganz starke Spiele und war mit seinen 60 Paraden der Garant dafür, dass der Wümme-Club die Sensation schaffte.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Um Denis Jäger zu beschreiben, bedarf es nur eines Adjektivs: ruhig! Aber gerade diese Charaktereigenschaft ist es, die den Keeper des Handball-Landesligisten TuS Rotenburg auf dem Feld so stark macht. Mit seiner fast schon stoischen Ruhe hat er bereits so manchen Gegenspieler zur Verzweiflung gebracht. In der zweiten HVN-Pokalrunde bekamen es auch der MTV Müden/Örtze und der TSV Bremervörde zu spüren. Beide Teams bissen sich an dem 22-Jährigen die Zähne aus. Dank seiner 60 (!) Paraden in 120 Minuten war er der Garant für die Sensation.

Im Halbfinale gegen den eine Liga höher spielenden MTV Müden/Örtze waren die Verhältnisse beim 30:19 (14:10) schnell geklärt. Dass der Favorit nur auf 19 Zähler kam, lag zum Großteil an Jäger. „Denis hat viele freie Würfe weggefischt“, erzählt Coach Steffen Aevermann. Im Endspiel stand den Rotenburgern kein Geringerer als der Oberliga-Spitzenreiter TSV Bremervörde gegenüber. Auch dort wuchs der Schlussmann beim überraschenden 39:31 (17:18) über sich hinaus und ließ 30 weitere Paraden folgen. „Das ist ein Bombenwert. Gute Torhüter erreichen pro Spiel zwischen 15 und 20 Paraden, Denis hat in jeder 30 gezeigt“, kommt der Coach aus dem Schwärmen nicht mehr heraus.

Wer Jäger kennt, weiß aber, dass er gar nicht gerne im Mittelpunkt steht. Der Rotenburger zieht sich lieber in die zweite Reihe zurück. Dieses Mal war das „Versteckspiel“ aber nicht möglich, zu offensichtlich war sein Anteil am Weiterkommen. „Es macht mich schon sehr verlegen, wenn ich so viel gelobt werde. Aber natürlich freue ich mich darüber. Es ist ein schönes Gefühl, zwei so starke Spiele hintereinander gemacht zu haben. Das erlebt man nicht so oft“, erzählt der 22-Jährige.

Besonders auffällig an Jäger: Seine Mimik ist wie versteinert, sein Gesichtsausdruck verrät nichts. Zudem bleibt er unheimlich lange stehen und wartet ab, wie sich der Schütze entscheidet. „Dadurch hat es der Angreifer richtig schwer. Seine ruhige Art verunsichert die Spieler, schließlich haben sie in der Luft nicht viel Zeit“, so Aevermann. Und der Trainer ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Denis kommt mittlerweile sogar schon emotional mehr aus sich heraus. Er wird aber nie wie ein Vulkan ausbrechen.“

Großen Anteil an seiner Entwicklung hat auch Maik Hoops, der in der Reserve selbst im Kasten steht und seit Saisonbeginn im Landesliga-Team das Torwarttraining übernommen hat. „Wir achten gezielt auf das Stellungsspiel. Das ist sehr hilfreich“, freut sich Jäger. Und Aevermann fügt stolz hinzu: „Mit Alexander Meyer und Denis Jäger haben wir eines der besten Gespanne der Liga. Maiks Arbeit trägt Früchte.“

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