Rotenburgs Goalgetter liegt die neue Klasse

Erst hatte Misere Respekt – jetzt hat es die Liga vor ihm

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Hallo? Nicht immer verstand Lukas Misere die Pfiffe der Referees. Doch er ließ Tore sprechen, statt groß zu meckern.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Lukas Misere wirft so schnell nichts aus der Bahn – schon gar kein Cut an der linken Augenbraue. „Wenn man das nicht abkann, ist man in der Verbandsliga falsch“, sagt der Handball-Senkrechtstarter des TuS Rotenburg, der am Sonntag fortan mit einem Pflaster herumlief und letztlich mit seinen Toren entscheidenden Anteil daran hatte, dass sein Aufsteiger noch zu einem 25:25 im Hit gegen die HSG Bützfleth/Drochtersen kam.

Misere ist erst 19 Jahre alt, der Jüngste im Team – doch mit 37 Toren in vier Spielen bereits der absolute Goalgetter beim Aufsteiger. „Er ist Gold wert für die Mannschaft, auch weil er so beständig ist“, sagt Handball-Boss Friedrich Behrens, der auch gleichzeitig im Job der Chef des Groß- und Außenhandelskaufmanns ist.

Lukas Misere ist selbst überrascht, wie locker er den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse gemeistert hat. „Ich hatte schon ziemlichen Respekt vor der Verbandsliga“ – inzwischen ist es eher andersherum. Verantwortlich macht er dafür seine Trainer. Im vergangenen Jahr Steffen Aevermann, nun Nils Muche. „Wir trainieren explizit für Rückraum und die Außen, trainieren auf 1:1 und auf Lücke. Wir haben ja nicht so den Körperbau und die Größe, dass wir über den Zwei-Meter-Block rüberwerfen können“, verrät Misere.

Er selbst wird von seinen Coach meist als Linksaußen eingesetzt. „Er will mich da wohl ein Stück weit schonen, ich bin ja noch etwas schmächtig und auf der Halbposition kriegt man ja doch mehr ab“, weiß er.

Dabei kann er durchaus auch austeilen und kassierte in der Partie zwei Zeitstrafen – bei der ersten zog er sich die Verletzung am Auge zu, meldete sich aber drei Minuten später prompt mit einem Tor zurück, um sich unmittelbar vor der Pause erneut zu verabschieden, als der Griff zum Wurfarm von Gegenspieler Leif Schmidt ging und die Gäste-Bank bereits Rot forderte. „Ich habe mich blöd angestellt, er sich dankend reingehängt“, schildert Misere die Szene. Wie gut für Rotenburg, dass es bei zwei Minuten blieb, so jedenfalls erzielte er bis zum Schluss zehn Tore – und drei ganz wichtige in den letzten vier Minuten nach 20:23-Rückstand. Die übrigens mit vollem Risiko aus dem Rückraum. „Das war ein Stück weit auch Glück“, räumt Misere ein. Doch das hat eben nur der Tüchtige.

Kein Wunder auch, dass das Rotenburger Eigengewächs bereits andere Clubs neugierig auf sich machte. Oberligist SG Achim/Baden hatte schon im Sommer angefragt – andere Vereine ebenso. Doch Misere blockt ab: „Klar will ich irgendwann höher spielen, aber wir haben den Aufstieg geschafft, da sehe ich keinen Grund zu wechseln. Und wenn es so weiterläuft, können wir selbst in ein, zwei Jahren Oberliga spielen.“

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