2:3 – Rotenburgs Angreifer verschuldet Handelfmeter in der Nachspielzeit / „Kann man geben“

Gebrauchter Tag für Ferdi Yilmaz

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Nur Augen für den Ball: Rotenburgs Dragan Muharemi (l., hier im Duell gegen Drochtersens Jannes Elfers) machte viel Druck nach vorne. Sein Führungstreffer reichte am Ende jedoch nicht aus.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Den Pfiff vergisst Ferdi Yilmaz sicherlich nicht so schnell: Der Angreifer des Fußball-Oberligisten Rotenburger SV war gerade einmal neun Minuten auf dem Platz, als der Unparteiische Moritz Geweke (SV RW Wohldenberg) in der vierten Minute der Nachspielzeit auf Handspiel des 22-Jährigen im Strafraum entschied. Finn-Patrick Gierke ließ sich nicht lange bitten und traf oben rechts in den Winkel. Direkt nach dem perfekt getretenen Handelfmeter ertönte ein weiterer Pfiff – der Abpfiff. Mit gesenkten Köpfen mussten die Gastgeber trotz zweimaliger Führung eine bittere 2:3 (1:0)-Niederlage gegen die SV Drochtersen/Assel hinnehmen.

„Das ist eine Fehlentscheidung. Der Ball ist mir an die Seite des Oberkörpers gesprungen, auf gar keinen Fall an die Hand“, meinte der Unglücksrabe. RSV-Coach Jan Fitschen sah die Szene zwischen Yilmaz und Alexander Neumann anders: „Den Elfmeter kann man geben. Ich mache Ferdi aber keinen Vorwurf. Aus so kurzer Distanz ist es doch klar, dass er die Arme schützend vor sich hält.“

Doch damit nicht genug: Die Schlussphase hatte noch mehr Spannung zu bieten. Es lief gerade die 86. Minute – Yilmaz war kurz zuvor eingewechselt worden –, als sich Florian Nagel ein Herz nahm und aus 30 Metern abzog – 2:2. „Der Schuss passte genau. Solche Dinger kann er. Zwischen Ball und Pfosten hat kein Blatt mehr gepasst“, zollte ihm Mitspieler Thomas Johrden Respekt. Yilmaz war dagegen alles andere als erfreut: „Das ist doppelt bitter. Ich war kaum auf dem Platz, da fangen wir uns den Ausgleich. Und in der Nachspielzeit folgt der endgültige Knock-out. Einfach nur ärgerlich.“ Und Fitschen fügte enttäuscht hinzu: „Es tut mir für die Jungs so leid, dass sie für ihre super Leistung nicht belohnt worden sind. Wir wären der verdiente Sieger gewesen.“

Dabei hatte alles so gut begonnen: Die Gastgeber gaben von Beginn den Ton an und ließen die favorisierten Gäste kaum zur Entfaltung kommen. Großen Anteil daran hatte Kevin Klützke, der nach seiner sechswöchigen Verletzungspause auf Anhieb in der Startelf stand und das Abwehrzentrum sehr gut organisierte. „Über Kevin brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Er hat eine unglaubliche Qualität“, so Fitschen. Aber auch Dennis Janssen, der neben Klützke dieses Mal auf seiner gewohnten Position als rechter Außenverteidiger auflief, ließ über seine Seite so gut wie gar nichts zu.

Und so dauerte es auch bis zur 26. Minute, ehe Drochtersen durch Gierke den ersten richtigen Schuss abgab. Auf der anderen Seite zeigte Neuzugang Ture Ott sein Potenzial und setzte sich gegen Nico Mau durch. Seine Flanke erreichte in der Mitte Dragan Muharemi, der keine große Mühe hatte, zum 1:0 einzuschieben (28.). „Wir waren gar nicht richtig in der Partie. Zu dem Zeitpunkt lagen wir verdient hinten“, gestand Johrden.

Wer dachte, der RSV würde sich auf der Führung ausruhen und zurückziehen, der irrte sich: Die Platzherren zeigten weiter eine engagierte Leistung. Auch das Eckenverhältnis von 5:2 für den RSV spricht im ersten Durchgang für die Überlegenheit der Gastgeber. „Wir haben es leider versäumt, ein weiteres Tor nachzulegen“, wusste Fitschen.

Im zweiten Durchgang machte Drochtersen mehr Druck und kam in der 53. Minute durch Alexander Neumann zum Ausgleich. Kurze Zeit später hatte Debütant Ott seinen zweiten großen Auftritt, als er einen Muharemi-Eckball gekonnt in die Maschen köpfte – 2:1 (60.). In der Folgezeit machte sich der läuferische Einsatz des RSV jedoch mehr und mehr bemerkbar, wodurch die Gäste die Oberhand bekamen. Während RSV-Keeper Henner Lohmann noch zwei Mal glänzend gegen Neumann parierte (75./89.), war auch er am Ende machtlos, als der Schiedsrichter seine Pfeife in den Mund nahm.

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