Coup in den Karpaten

Rotenburgerin Boczek  wird Weltmeisterin im Wintertriathlon

Blauer Himmel und überall Schnee: Angela Boczek (Nummer 18) startete erstmals bei der Wintertriathlon-WM und gewann in den rumänischen Karpaten in ihrer Altersklasse den Titel. - Fotos: Radu-Cristi
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Blauer Himmel und überall Schnee: Angela Boczek (Nummer 18) startete erstmals bei der Wintertriathlon-WM und gewann in den rumänischen Karpaten in ihrer Altersklasse den Titel.

Rotenburg - Der Karpatenwolf zierte das Veranstaltungslogo, das Draculaschloss war nur wenige Kilometer entfernt – im sagenumwobenen rumänischen Hochgebirge gelang Angela Boczek der neueste Coup. Die 56-jährige Ausdauermehrkämpferin des TuS Rotenburg wurde in ihrer Altersklasse (W 55) Weltmeisterin im Wintertriathlon.

Im Biathlon- und Langlaufzentrum der Ferienanlage Cheile Gradistei kam die Ärztin nach den Disziplinen Crosslauf, Mountainbike und Skilanglauf in 1:40:32 Stunden ins Ziel und stellte nach dem herausfordernden sportlichen Abenteuer fest: „Die Saisoneröffnung 2018 ist optimal gelaufen.“

Schon die Vorbereitung war jedoch etwas schwieriger und auch schmerzhaft verlaufen. „Da Norddeutschland ja im bisherigen Winter deutlich mehr Regen als Schnee gesehen hatte, waren die Trainingsmöglichkeiten für den Skilanglauf sehr begrenzt gewesen“, bemerkte Angela Boczek. So hatte sie zwar mit Skiskatern trainiert, aber auch einige Stürze verkraften müssen. Die Rotenburgerin ging deshalb noch mit abgeschürften Knien und einer Kapselzerrung im linken Ringfinger an den Start.

Brrrrrr ... Dem Beobachter mag da vielleicht kalt werden, Angela Boczek und ihre Mitstreiter Karin Schulz,Carsten Eggeling, Claudia Bregulla-Linke und Reinhold Wolter (v.l.) frieren aber nicht.

Auf 1 300 Meter Höhe tummelten sich etwa 300 Athleten aus 50 Nationen, um die Titel in den Altersklassen unter sich auszumachen. Darunter auch 13 deutsche Athleten. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt standen zunächst 4,5 Laufkilometer – verteilt auf drei Runden – durch den tiefen Schnee an. „Dadurch bestand bergauf wie bergab eine erhöhte Umknickgefahr“, berichtete Boczek, die nach 30:39 Minuten in die Wechselzone kam und mit einem raschen Wechsel aufs Mountainbike stieg. 7,95 Kilometer waren zu absolvieren. 

Das Problem: Da die Schneewalze die Tage vorher defekt gewesen war, war der Schnee wenig verdichtet und somit oft sehr tief. Schnell waren dadurch tiefe Rillen mit den Reifen in den Schnee gefräst, sodass die Pedalen am Schnee schliffen. Auch wechselten sich harte Schneebretter und lose Schneeberge ab. „Bergauf war das kaum fahrbar“, meinte die Rotenburgerin. „Bergab herrschte wiederum ein erhöhtes Sturzrisiko.“ Boczek gelang trotz dieser schwierigen Bedingungen eine gute Radzeit von 33:48 Minuten. Auch überholte die amtierende Europameisterin im Cross-Triathlon und -Duathlon diverse Mitstreiter, bevor sie die Wechselzone erreichte.

Mit zu viel Speed aus der Kurve getragen

Es folgte der für sie wenig gewohnte Tausch – Rad gegen Langlaufski. Sechs Kilometer waren in drei Runden zu bewältigen. „Auch hier ging es wieder steile Berge hoch und runter“, erklärte Boczek. Bei einer Abfahrt in der ersten Runde hatte sie dann zu viel Speed drauf, sodass sie aus der Kurve getragen wurde. „Dabei riss das Armband der Uhr, sonst blieb ich aber unversehrt“, so die Ausnahmeathletin, die ihr Rennen sofort fortsetzte. 

Es sollte sich lohnen, denn nach 33:15 Minuten auf Skiern wurde sie vom Wettkampfsprecher als Weltmeisterin ihrer Altersklasse begrüßt. Zwar war Boczek die einzige Finisherin in der W 55, da die Britin Francis Hooper kurzfristig auf einen Start verzichtet hatte, doch schmälert das die Leistung der Wümmestädterin keineswegs. Zum Vergleich: Die zwölf Jahre jüngere Britin Nicole Don-Wider war als Weltmeisterin in der W 45 nur vier Minuten vor ihr ins Ziel gekommen. Und mit ihrer Zeit wäre Boczek bei den gleichaltrigen Männern immerhin auf dem sechsten Platz eingelaufen.

Übrigens: Insgesamt sicherten sich die deutschen Starter sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen und waren hinter dem großen Team des Gastgebers Rumänien die erfolgreichste Nation in den Karpaten. - maf

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