Rotenburger „Zwerge“ setzen in neuer Liga weiter auf Tempo-Handball und festigen die Deckung

Für Muche zählt die Größe nicht

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Neues Trio aus dem Nachbarkreis: Coach Nils Muche (M.) holte Patrick Zahn (l.) und Yannick Kelm nach Rotenburg.

Rotenburg - Von Jürgen Honebein. Klingt ein wenig nach dem Aufstand der Handball-Zwerge: „Wir haben wahrscheinlich die körperlich kleinste Mannschaft in der gesamten Verbandsliga, doch das muss nicht zwangsläufig heißen, dass wir auch die schwächste haben“, betont Nils Muche, der neue Trainer des TuS Rotenburg, und lacht. Mit viel Optimismus startet der Aufsteiger jedenfalls in die Verbandsliga und hat das Ziel, den Klassenerhalt so früh wie möglich in trockene Tücher zu bringen.

Soll die primäre Aufgabe Klassenerhalt gelingen, darf der TuS Rotenburg aber keine größeren Verletzungsprobleme bekommen. Fallen nämlich bei einem Kader von nur elf Feldspielern und drei Torhütern einige Leistungsträger aus, kann es schnell auch ein böses Erwachen geben. „Das wollen wir natürlich nicht hoffen, auch wenn jetzt kurz vor Saisonbeginn der eine oder andere Spieler kleinere Wehwehchen hat“, verrät Nils Muche.

Der 45-jährige selbstständige Hufschmied aus Schneverdingen hat zu Saisonbeginn die Nachfolge von Steffen Aevermann angetreten und seine Entscheidung nicht bereut: „Es macht Riesenspaß, mit der Mannschaft zu arbeiten. Alle ziehen großartig mit“, lobt Muche sein Team. Der neue Mann an der Seitenlinie ist ein ganz anderer Typ als Vorgänger Aevermann, doch muss das kein Nachteil sein. Schon in der Vorbereitungsphase, die sehr erfolgreich verlief, war in einigen Spielen die Handschrift des neuen Trainers erkennbar. Muche spielt nicht mehr ganz so offensiv, um die Deckung mehr zu festigen, denn in der Verbandsliga werden die Spiele noch mehr in der Abwehr gewonnen.

Ein großer Vorteil des TuS Rotenburg ist, dass fast die komplette Mannschaft seit der Jugend zusammenspielt und einen verschworenen Haufen auch außerhalb des Platzes bildet. Daher ist es fast normal, dass es auch vor dieser Spielzeit keine personellen Verluste gegeben hat. Dafür stehen zwei Spieler neu im Kader, die zuletzt für Muches Ex-Club HSG Heidmark aktiv waren: Torhüter Yannick Kelm galt in der Verbandsliga Niedersachsen als stärkster Keeper. Der 22-Jährige hat seine Klasse in einigen Testspielen schon unter Beweis gestellt. Zweiter Neuzugang ist der 26-jährige Rückraumspieler Patrick Zahn, der aber zur Zeit nur Lauftraining absolvieren kann und sich noch etwas gedulden muss. Zahn hatte sich vor einigen Monaten beim Fußball eine Schultereckgelenksprengung auf der linken Seite zugezogen, die jetzt langsam ausheilt. „Ich schätze, dass er im November wieder ins Spielgeschehen eingreifen kann“, hofft der Rotenburger Trainer. Patrick Zahn freut sich auf die Herausforderung: „Neue Mannschaft, neue Gegner. Man muss sich neu beweisen und das kann nur förderlich für die Leistung sein“, glaubt der in Hamburg tätige Wirtschaftsberater.

Im Tor ist der TuS Rotenburg mit Alexander Meyer, Denis Jäger und Neuzugang Kelm bestens besetzt. Torwart- und Co-Trainer Maik Hoops wird sich in den Übungseinheiten ein Bild davon machen, wer die Nase in diesem Dreikampf vorne hat. „Wir brauchen alle drei“, stellt Muche aber jetzt schon einmal klar. In der Rotenburger Abwehr geben Mannschaftsführer Klaas-Marten Badenhop und Christian Hausdorf den Ton an, doch auch alle anderen Feldspieler müssen ihren Mann stehen, will das Team erfolgreich sein.

Auf der Spielmacherposition ist Fabian Knappik die Nummer eins. Prunkstück des TuS Rotenburg bleibt ohnehin die Offensive. Dabei erzielt der TuS Rotenburg nur verhältnismäßig wenige Tore aus dem Rückraum, sondern hauptsächlich durch schnelle Kombinationen über beide Außenpositionen, über den Kreis und durch Tempogegenstöße. Insbesondere die wieselflinken Luka Bruns und Lukas Misere zeichnen sich hier aus.

Der TuS Rotenburg wird mit seinem neuen Trainer Nils Muche mit viel Selbstvertrauen in das Abenteuer Verbandsliga starten. Gibt es im Saisonverlauf keine größeren Verletzungsprobleme, sollte der Klassenerhalt bei drei Regelabsteigern zu schaffen sein.

jho

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