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Rotenburger SV bleibt in der Oberliga ‒ Bolm bringt die Belohnung mit dem 2:1

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Von: Matthias Freese

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Es darf gejubelt werden: Joshua Knipp, Atilla Iscan, Luca Althausen, Wedat Bezek, Sämi van den Berg, Lewis Stroth, Jeroen Gies, Björn Mickelat (verdeckt), Jan Friesen und Björn Hakansson (v.l.) feiern den Klassenerhalt.
Es darf gejubelt werden: Joshua Knipp, Atilla Iscan, Luca Althausen, Wedat Bezek, Sämi van den Berg, Lewis Stroth, Jeroen Gies, Björn Mickelat (verdeckt), Jan Friesen und Björn Hakansson (v.l.) feiern den Klassenerhalt. © Freese

Jetzt steht es fest: Der Rotenburger SV bleibt in der Fußball-Oberliga! Am drittletzten Spieltag sicherten die Wümmestädter mit einem 2:1 gegen den MTV Gifhorn vorzeitig und endgültig die Klasse.

Rotenburg – Jeroen Gies hatte den passenden Moment erwischt, als er sich anschlich und mit drei Bierflaschen bewaffnet angriff. Der Keeper des Rotenburger SV machte Trainer Tim Ebersbach so richtig nass. Kapitän Stefan Denker sorgte mit einem Becher Cola kurz darauf dafür, dass es auch noch schön klebrig wurde. „Die Klamotten wasche ich eigentlich nicht, wenn wir nicht verloren haben“, erzählte der Coach des Fußball-Oberligisten. Wohlwissend, dass sein Outfit nun dringend in die Maschine muss. Das ist so sicher wie der Klassenerhalt, den der RSV vor 220 Zuschauern im Ahe-Stadion mit einem 2:1 (1:0)-Sieg gegen den noch bangenden MTV Gifhorn eintütete. Und das unter besonderen Bedingungen – fünf Corona-Ausfälle kompensierten die Wümmestädter.

Kein Entkommen! Keeper Jeroen Gies macht Coach Tim Ebersbach nass.
Kein Entkommen! Keeper Jeroen Gies macht Coach Tim Ebersbach nass. © Freese

Aufgrund der Ergebnisse des TB Uphusen und des MTV Wolfenbüttel sowie des um Längen besseren Torverhältnisses gegenüber den Konkurrenten stand für den RSV der Klassenerhalt bereits vor dem Anpfiff quasi fest. Noch bis zum Vormittag stand die Partie allerdings auf der Kippe: Von den fünf erkrankten Spielern „hätten vier von Anfang an spielen sollen“, berichtete Ebersbach, der deshalb darum gebeten hatte, eine Verlegung des Spiels zu prüfen, um den Abstiegskampf nicht zu beeinflussen. Staffelleiter Burkhard Walden habe darauf verwiesen, dass der RSV sich mit Gifhorn einigen solle, wie der Sportliche Leiter Torsten Krieg-Hasch mitteilte: „Gifhorn hat aber gesagt, dass es für sie eine Wettbewerbsverzerrung wäre, wenn sie in der Woche herkommen müssten.“

Wütende Proteste nach Althausens Führung

So stellte Ebersbach („Wir sind konkurrenzfähig“) um, beorderte Joel Schallschmidt ins Mittelfeld und ließ Lewis Stroth als rechten Verteidiger auflaufen – sein Startelf-Debüt, ausgerechnet gegen Gifhorns stärksten Akteur Marvin Luczkiewicz. Doch Stroth schlug sich wacker. „Wir haben trotz der Ausfälle so ein Ding abgeliefert“, betonte der als Sturmspitze aufgebotene und bärenstarke Björn Mickelat. Angesichts des vorzeitigen Klassenerhalts am drittletzten Spieltag meinte der 41-jährige Dauerbrenner: „Das ist die Belohnung für ein Jahr harte Arbeit.“ Kapitän Stefan Denker ergänzte: „Das spiegelt doch wider, dass es eine gute Saison von uns ist. Das ist über die Saison gesehen alles verdient.“

So sehen glückliche Fußballer aus: Torschütze Peter Bolm (l.) und Kapitän Stefan Denker.
So sehen glückliche Fußballer aus: Torschütze Peter Bolm (l.) und Kapitän Stefan Denker. © Freese

Auch wenn Gifhorn über weite Strecken feldüberlegen wirkte und die ersten Chancen des Spiels hatte, ging der RSV in Führung. Hatte Denker einen Zuckerpass von Mickelat zunächst nicht verwerten können (25.), resultierte aus der anschließenden Ecke das 1:0. Den Ball von Björn Hakansson wuchtete Luca Althausen unter die Latte. Wütende Proteste der Gifhorner folgten, sie wähnten den wieder herausspringenden Ball nicht hinter der Linie – Referee Alexander Roj (TSV Barsinghausen) verließ sich aber auf seinen Assistenten Niklas Schumann und entschied sofort auf Tor. „Ich selbst habe es nicht gesehen, aber meine Mitspieler meinten alle, dass er drin war“, sagte Torschütze Althausen, der auch in der Innenverteidigung zusammen mit Sämi van den Berg überzeugte. Vor allem Peter Bolm hätte nach Vorarbeit von Noel Lohmann und Flanke von Mickelat sogar nachlegen können (29./38.).

Mickelat macht 90 Minuten lang viele Meter

In der zweiten Hälfte erhöhte Gifhorn den Druck und kam nach einem höchst umstrittenen Freistoß auch zum Ausgleich per Kopfball von Mathes Hashagen (63.). Doch die Partie kippte nicht. Im Gegenteil: Seine dritte Großchance verwertete Bolm nach feiner Vorarbeit von Mickelat zur 2:1-Führung (69.). „Ein geiler Umschaltmoment, ein geiles Tor“, meinte Ebersbach jubelnd. „Es wurde bei uns spielerisch ja etwas weniger, aber das Tor hat uns wieder gepuscht“, stellte Denker fest. „Die Jungs haben es super gemacht und einen Rückschlag in etwas Positives umgewandelt“, bemerkte auch Mickelat und fand: „Für so ein Entscheidungsspiel muss von Gifhorn mehr kommen.“ Marc Upmann traf zwar noch einmal für den Tabellenvierten das Lattenkreuz (73.) – mehr folgte jedoch nicht, sodass Jan Friesen in der Nachspielzeit endgültig alles hätte klarmachen können. „Wir haben ganz wenige Räume hergegeben und sehr diszipliniert gestanden. Es ist alles aufgegangen“, sagte Ebersbach überglücklich, aber völlig durchnässt.

Überragender Auftritt: Björn Mickelat (l., gegen Mathes Hashagen) war 90 Minuten unterwegs.
Überragender Auftritt: Björn Mickelat (l., gegen Mathes Hashagen) war 90 Minuten unterwegs. © Freese

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